Verantwortlich für das entscheidende 2:0: Pavel PogrebnyakIn einem Duell auf Augenhöhe setzte sich Stuttgart gegen den Nachbarn aus Hoffenheim durch. Grundsteine für den Erfolg waren vor allem die bessere Chancenauswertung und eine starke VfB-Defensive, an der die TSG ein ums andere Mal scheiterte. Am Ende stand ein verdienter Sieg Stuttgarts, zu wenig durchschlagskräftig hatte sich Hoffenheim vor allem nach dem ersten Gegentreffer gezeigt.
Mit der Prämisse, das erst zweite Team zu sein, das in der Lage gewesen war, dem so stark auftretenden Bayern einen Sieg zu verwehren, ging die TSG 1899 Hoffenheim in die Partie. Der gastgebende VfB Stuttgart wollte nach einem durchwachsenen Saisonstart die am vergangenen Spieltag gestartete Erfolgslinie fort- und sich in der Spitzengruppe festsetzen. Die Motivation beider Teams zeigte sich in den Anfangsminuten vor allem durch viele kleine Fouls. Dadurch im Spielfluss beeinträchtigt, erzwang zunächst keine Mannschaft zwingende Torchancen, auch wenn die Gastgeber sich ein leichtes Übergewicht erspielten. Ein Treffer von Cacau wurde Stuttgart zu Recht aberkannt, zu deutlich stand der Nationalspieler im Abseits (6.). Nach zwanzig Minuten gab es dann den ersten wirklichen Aufreger, als dem Stuttgarter Stürmer Pogrebnyak ein Elfmeter verwehrt wurde. Im Gegenzug prüfte Ryan Babel VfB-Torwart Sven Ulreich, der den Distanzschuss des Niederländers mit einem starken Reflex abwehrte (22.). Doch das sollte es von beiden Seiten erst einmal gewesen sein, jedenfalls für die nächsten Minuten. In einem nun ausgeglichenen Spiel, weiter immer wieder durch Nickligkeiten gestört, dauerte es bis zur 30. Minute, bis Hoffenheim erneut vielversprechend vor das Stuttgarter Tor kam. Nach einem Aussetzer von Abwehrspieler Tasci legte Babel klasse für Sigurdsson auf, dieser vergab allerdings leichtfertig. Kurz vor dem Halbzeitpfiff zog die TSG das Tempo an und setzte Stuttgart unter Druck, jedoch ohne dass dabei etwas Zählbares heraussprang. Ohne Tore und mit viel Luft nach oben ging es in die Pause, zugute halten konnte man beiden Teams jedoch eine konzentrierte Leistung, vor allem in der Defensivarbeit.
Im Gegensatz zu einer also eher chancenarmen ersten Spielhälfte, begann die zweite umso vielversprechender. Hajnal hatte im Mittelfeld einen Freistoß schnell ausgeführt und damit die gesamte Hoffenheimer Abwehr überrumpelt. Sein Pass landete bei Shinji Okazaki, der sich stark gegen Vorsah durchsetzte und dann Tom Starke im Tor keine Chance ließ (48.). Hoffenheim schien mit den Gedanken noch in der Kabine gewesen zu sein, der Gegentreffer wirkte nun aber wie ein Weckruf. Immer wieder rannten die Kraichgauer an, Stuttgarts Defensive stand jedoch sicher, sodass eine Angriffswelle nach der anderen ohne Erfolg blieb. Der VfB tat für die eigenen Offensive nur das Nötigste, mehr als ein Eckball war von den Schwaben nicht zu sehen. Dann jedoch fasste sich Pogrebnyak eine Viertelstunde vor Schluss ein Herz und drang in den Strafraum ein. Dort wurde er von Vorsah elfmeterreif zu Fall gebracht. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher zum 2:0 (77.). Der zweite Treffer der Gastgeber war die Vorentscheidung in diesem Nachbarschaftsduell. Vielleicht auch noch durch eine weitere gute Möglichkeit durch Harnik (82.) geschockt, hatte Hoffenheim dem Stuttgarter Sieg nicht mehr viel entgegenzusetzen. Die Gäste hatten durch Compper kurz vor dem Abpfiff zwar noch eine Großchance, aber selbst wenn der Abwehrspieler seinen Versuch aus wenigen Metern im Tor versenkt hätte, wäre es wohl zu spät gewesen. Ohne die nötige Durchschlagskraft im Angriff auf Seiten Hoffenheims, war der Stuttgarter Erfolg am Ende also gerechtfertigt. Mit wenig Aufwand setzten sich die Schwaben somit in der Spitzengruppe fest, die TSG dagegen lag mit nur vier Siegen und einem Unentschieden weiter im Niemandsland der Tabelle.
Lisa Ramdor
VfB Stuttgart
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Shinji Okazaki | 48. | (Rechtsschuss, Hajnal) |
| 2:0 | Pavel Pogrebnyak | 77. | (Foulelfmeter, Vorsah an Pogrebnyak) |
Aufstellung VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Sven Ulreich | (2,0) |
| Khalid Boulahrouz | (3,0) |
| Serdar Tasci | (4,0) |
| Maza | (3,0) |
| Arthur Boka | (3,5) |
| Martin Harnik | (4,0) |
| William Kvist | (3,5) |
| Shinji Okazaki | (3,0) |
| Tamas Hajnal | (3,0) |
| Cacau | (4,5) |
| Pavel Pogrebnyak | (2,5) |
Aufstellung Hoffenheim |
|
|---|---|
| Tom Starke | (3,5) |
| Andreas Beck | (4,0) |
| Isaac Vorsah | (5,0) |
| Marvin Compper | (3,5) |
| Edson Braafheid | (4,0) |
| Dominik Kaiser | (3,5) |
| Daniel Williams | (4,0) |
| Roberto Firmino | (4,0) |
| Gylfi Sigurdsson | (4,5) |
| Chinedu Obasi | (3,5) |
| Ryan Babel | (3,0) |
Wechsel VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Ibrahima Traore für Shinji Okazaki |
(―) (79.) |
| Christian Gentner für Tamas Hajnal |
(―) (83.) |
| Mamadou Bah für Cacau |
(―) (89.) |
Wechsel Hoffenheim |
|
|---|---|
| Vedad Ibisevic für Daniel Williams |
(3,0) (62.) |
| Knowledge Musona für Chinedu Obasi |
(―) (69.) |
| Sven Schipplock für Roberto Firmino |
(―) (80.) |
Karten VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Pavel Pogrebnyak |
| Gelb für | Martin Harnik |
| Gelb für | Khalid Boulahrouz |
Karten Hoffenheim |
|
|---|---|
| Gelb für | Chinedu Obasi |
Trainer VfB Stuttgart![]() |
|---|
| Bruno Labbadia |
Trainer Hoffenheim |
|---|
| Holger Stanislawski |