Relegation

Abschnitt

Spielbericht FC Energie Cottbus - 1. FC Nürnberg

Rückspiel hinfällig

Demnächst wieder im Oberhaus: Isaac BoakyeDemnächst wieder im Oberhaus: Isaac Boakye

So glücklich Cottbus den Strohhalm zum Ligaverbleib überhaupt erst ergriffen hatte, so brutal knickte Nürnberg ihn den Lausitzern direkt wieder ab. Wie erwartet gab der Erstligist zunächst klar den Ton an. Als per Zufall dann aber der Gast in Führung ging, verlor Energie bald die Fassung, fing sich von immer stärkeren Franken noch zwei weitere Gegentreffer ein und brachte sich mit einem Katastrophenergebnis von 0:3 bereits um jedwede Hoffnung für den Rückkampf.

Von einem Desaster, wie es Cottbus auch in der Bundesliga in Heimspielen noch höchst selten erlebt hatte, war im ersten Abschnitt noch nichts zu erahnen. Statt dessen nahmen sich die Lausitzer entschlossen ihrer seltenen Favoritenstellung an und drängten die Gäste sofort ins eigene Feld. Heraus kamen dabei eine Reihe von Ecken sowie eine gute Chance durch Shao, der von unweit des Strafraums beinahe stramm mit links in den Giebel geschossen hätte; Raphael Schäfer aber vereitelte die Gelegenheit mit einer Glanztat (10.). Wäre folgender Unfall nicht passiert, man hätte Cottbus auf einem sehr guten Weg gemeint. Plötzlich aber lag der Erstligist dann im Rückstand, weil Radeljic einen Hinterhalt-Schuss noch an die Hacken bekam und der Ball dadurch, statt eine sichere Beute Gerhard Tremmels zu werden, unverhinderbar im langen Eck landete. Der Schütze hieß Isaac Boakye (13.). Damit hatte Nürnberg bereits sehr viel erreicht und wurde unweigerlich auch mental immer stärker. Heraus kam bis zum Halbzeitende ein rassiges Duell auf erstaunlich hohem Niveau, das Cottbus noch immer diktierte, dafür schon jetzt allerdings einen enormen körperlichen Aufwand betrieb. Als einzig Shao noch zu einer guten Ausgleichschance kam (25.) und zudem Flankengeber Jula verletzt ausscheiden musste (34.), hatte die Prasnikar-Elf daher nicht nur viel zu wenig erreicht, sondern war obendrein auch schon gehörig frustriert.

Was die Lausitzer nicht wussten, war dass Nürnberg noch gar nicht richtig losgelegt hatte, und so wurde Durchgang zwei zu einer einzigen Club-Show. Die ersten Minuten gehörten wie im ersten Abschnitt noch Cottbus. Als der Ball dann jedoch abermals im dichten Abwehrnetz hängen blieb, spielte der Gast einen Konter wie aus dem Lehrbuch. Über wenige Stationen kam das Spielgerät zu Gygax, der den startenden Eigler mit einem Lupfer bediente, ehe dieser nicht weniger elegant Gerhard Tremmel zum 2:0 überwand (56.). Damit war die Entscheidung im Grunde gefallen. Nürnberg aber gab sich mit dem Vorsprung noch nicht zufrieden, sondern machte sich derart breit im Stadion der Freundschaft, als wollte es der ganzen Republik beweisen, warum es in die Bundesliga gehörte und Energie Cottbus nicht. Während die Lausitzer ihrerseits nur noch umherirrten, demonstrierte die Oenning-Elf somit ihr bestes spielerisches Können und hätte schon weit eher Treffer Nummer drei erzielen können als erst in Minute 89. Boakyes zweites Tor, ein präziser Flachschuss ins hinterste linke Eck, beseitigte dann aber auch die letzten Zweifel daran, dass der vermeintliche Underdog schon nach dem ersten Vergleich den Aufstieg geschafft hatte. Dass selbst ein dann wieder frisches Energie Cottbus noch ein 0:3 im Frankenland umbiegt, schien nach dieser Demontage zumindest nicht vorstellbar.

Maik Großmann

Die Spielstatistik FC Energie Cottbus - 1. FC Nürnberg