Champions League

Spielbericht Rosenborg Trondheim - FC Schalke 04

Vorerst wieder auf Kurs

Im entscheidenden Moment wacher als der Gegner:
Ivan RakiticIm entscheidenden Moment wacher als der Gegner:
Ivan Rakitic

Rosenborg hatte Schalke schon im ersten Spiel einen Gefallen getan und erwies sich nun auch im direkten Duell als dienlich. Die eher mäßige Partie hatte keine Mannschaft wirklich im Griff, ehe die Knappen mit einem Bauerntrick in Führung gingen. Aufmerksam und clever konnte Königsblau den dünnen Vorsprung halten und per Konter die schwachen Norweger erlegen.

Wie erwartet begann Lövenkrands für den verletzten Altintop, auf Links aber gab es eine Überraschung, denn Mirko Slomka entschied sich für den namenlosen Benedikt Höwedes. Schalkes Entschlossenheit machte den Norwegern direkt Probleme und überrumpelte sie fast schon in den Anfangsminuten. Völlig frei tauchte Bajramovic da vor Hirschfeld auf, behielt aber im Abschluss nicht die Nerven (10.). Zwei Minuten später donnerte Kuranyi das Spielgerät in die Bande, als er aus guter Position zum Abschluss kam. Eindeutig bestimmte Königsblau in dieser Phase das Spielgeschehen, heizte aber irgendwann nicht mehr weiter und gab Trondheim die Gelegenheit, sich zu sortieren. Ein Missverständnis zwischen Westermann und Neuer hätte schon vorher fast zur kuriosen Führung der Platzelf geführt (8.), grundsätzlich ließen die Knappen aber nicht viel zu. Bis zum Wechsel blieb die Kugel zwischen den Strafräumen gefangen und gelangte nur durch Traore (30.) und Kuranyi (36.) noch jeweils halbgefährlich auf die Kästen. Vor allem Trondheim tat bis hierhin für das Spiel viel zu wenig.

Analog zum ersten Anpfiff nahm Schalke die Hebel direkt wieder in die Hand und bemühte sich um ein Tor. Erneut schien das Pulver indes verschossen, nachdem Kuranyi und Lövenkrands binnen Sekunden knapp vergeben hatten (48.), statt dessen setzte sich Iversen anderenorts in Szene und köpfte nur zwei Meter daneben (50.). Das Niveau nahm wieder ab, da beide Teams zu sicher auf der Lauer lagen, besonders Trondheim nach wie vor jedes Risiko scheute. Ein Geistesblitz von Rakitic unterbrach dann aber die Lethargie: Nur aus den Augenwinkeln nahmen die Gastgeber wahr, wie der Kroate einen Freistoß in Sekundenschnelle ausführte. Um Millimeter stand Jones bei diesem Zuspiel nicht im Abseits, kam durch Rosenborgs Schlafmützigkeit aber völlig frei in Position und durchbohrte Hirschfeld zum 0:1 (62.). Damit hatte Trondheim weder gerechnet noch fiel ihm auf die Schnelle eine Antwort ein. Erst ein weiterer Stürmer verschaffte der Platzelf etwas Übergewicht inklusive einer Großchance durch Steffen Iversen (78.). Mehr noch aber waren die Norweger nun angreifbar, was Schalke in kluger Manier schließlich ausnutzte. Eine Minute vor Schluss markierte Kuranyi nach Grossmüllers Pass das 0:2 und sicherte den Knappen damit die ersten Punkte in der Gruppe. Die Pleite gegen Valencia war damit zumindest vorerst nicht mehr so schlimm.

Maik Großmann