Champions League

Vorrunde

Spielbericht FC Bayern München - Olympique Lyon

Vorteil Bayern

Half sogar als Mittelstürmer aus: Bastian SchweinsteigerHalf sogar als Mittelstürmer aus: Bastian Schweinsteiger

Bayern Münchens Sieg im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen Olympique Lyon hätte höher ausfallen können. Allerdings war selbst der 1:0-Erfolg nicht erwartet worden, nachdem Franck Ribery in der 37. Minute die Rote Karte gesehen hatte, und zum ersten Mal in der diesjährigen K.o.-Phase ließen die Münchner kein gegnerisches Auswärtstor zu.

An der beschwerlichen Anreise lag es nicht, dass Olympique Lyon die deutlich passivere Mannschaft war. Wegen des europaweiten Flugverbotes hatten die Franzosen die 800 Kilometer nach München in Minivans zurückgelegt. Es war allerdings sowieso die Taktik der Franzosen, hinten kompakt zu stehen und vorne auf Konter zu lauern. Bereits zwischen der 12. und der 22. Minute konnten die Bayern Lücken in das gegnerische Abwehrbollwerk reißen, aber die Chancen nicht verwerten. Van Buyten sprang der Ball in einer guten Schussposition vom Fuß (12.). Lloris lenkte Riberys direkt auf den Kasten gezirkelte Ecke ins Toraus (13.), den anschließenden Eckstoß verpasste zwar Lyons Schlussmann, Schweinsteiger köpfte jedoch am leeren Tor vorbei (13.). Müller zielte zweimal über den Querbalken (16., 22.), und Ribery (18.) sowie Olic (20.) schossen links am Zielgebiet vorbei. Danach hielten die Gäste das Spielgeschehen für einige Minuten vom eigenen Strafraum fern. Eine Verschnaufpause, die der Olympique-Abwehr gut tat. Denn in der restlichen ersten Halbzeit ließ der Gast keine weitere Münchner Chance mehr zu, allerdings profitierte er dabei von einer harten, jedoch vertretbaren Entscheidung des italienischen Schiedsrichters Rosetti. Ribery sah für ein grobes Foul an Lopez die Rote Karte (37.), der Gefoulte konnte aber nach einer kurzen Behandlungspause weitermachen. Zunächst schien es, als würde sich das Kräftegleichgewicht zugunsten Lyons verschieben. Kurz vor dem Pausenpfiff parierte Butt Källströms Distanzversuch (43.) ­ es blieb der einzige vom Gegner abgefeuerte Ball, den der FCB-Keeper abwehren musste.

Auch wenn Bayern-Trainer van Gaal zur Halbzeit für einen neuen Mittelfeldspieler (Tymoshchuk) Olic opferte und dessen Mittelstürmerposition bis zur Einwechslung von Gomez (63.) Schweinsteiger übernahm, bestimmten die Gastgeber den zweiten Durchgang. Pranjic (49.), der wie Contento die gelbgesperrten van Bommel und Badstuber ersetzte, Schweinsteiger (52.) und Müller, der über eine Lahm-Vorlage trat (53.), trafen zwar das Tor nicht, aber brachten den Gegner in Bedrängnis. Lediglich neun Zeigerumdrehungen nach dem Wiederbeginn verlor auch Lyon einen Spieler. Toulalan sah die Ampelkarte, nachdem er innerhalb von nur drei Minuten zwei Fouls begangen hatte. Spätestens danach nahmen die Bayern den Sieg ins Visier. Die Schüsse von Robben (61.) sowie Schweinsteiger (66.) verfehlten das Zielgebiet, und Gomez bekam hinter seinen Kopfball keinen Druck, so dass dieser eine sichere Beute für Lloris wurde (68.). Eine Minute später zog Robben aus 22 Metern ab, der von Müller ungewollt leicht abgefälschte Ball landete im Netz. Erst anschließend wollte sich der Gast aus der Münchner Umklammerung in der zweiten Halbzeit befreien. Trotzdem war der Gastgeber dem 2:0 näher als Lyon gegen eine sichere Bayern-Abwehr dem „Lucky Punch“ zum 1:1. Der beste Olympique-Kicker, Schlussmann Lloris, wehrte einen weiteren Versuch Robbens ab (85.), bevor der Niederländer gegen seinen Willen ausgewechselt wurde und deswegen seinem Trainer den Handschlag verweigerte (85.). Nach dem Abpfiff konnte er jedoch wieder lachen, auch weil der Schuss des eingewechselten Govou am Tor vorbeiflog (89.).

Senthuran Sivananda