UEFA Champions League

Spielbericht & Statistiken

Santiago Bernabeu (Madrid) · Zuschauer: 80.400 · Schiedsrichter: Viktor Kassai

» Hinspiel: B. München - R. Madrid 2:1 | Endergebnis: 4:6

Bayerns Traum vom Heimfinale wurde real

Der Matchwinner im Elfmeterschießen: Manuel Neuer
Bayern München erfüllte sich den Traum von der Teilnahme am Champions-League-Finale im eigenen Stadion. Im Rückspiel des Halbfinales bei Real Madrid waren die Münchner die bessere Mannschaft. Die Entscheidung zugunsten des FC Bayern fiel allerdings erst im Elfmeterschießen.

Dabei lagen die Bayern schon nach einer knappen Viertelstunde mit 0:2 zurück. Doch die beiden frühen Gegentore waren auch ein Segen für den deutschen Rekordmeister. Denn die Münchner hatten ängstlich begonnen. Sie wollten den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel nicht verspielen, und die sechs vorbelasteten Bayern-Profis in der Startelf scheinbar keine Gelbsperre für das Endspiel kassieren. Nach nur sechs Minuten trat beides ein: Alaba warf sich im Strafraum in einen Schuss von di Maria und erwischte dabei den Ball mit der Hand. Der ungarische Schiedsrichter Kassai ahndete das Handspiel mit der Gelben Karte, und damit war das Österreicher schon einmal für das Finale gesperrt. Zudem gab es einen Elfmeter, den Ronaldo sicher zur 1:0-Führung der Madrilenen verwandelte. Das frühe Gegentor löste allerdings die Hemmungen bei den Bayern. Nur zwei Minuten später tankte sich der Elfmeterverursacher Alaba auf der linken Seite durch und schlug eine Flanke in die Mitte, dort jagte Robben den Ball aus vier Metern übers Tor. Dann ließ Real-Keeper Casillas einen Schuss von Gomez nach vorne abprallen, und Khedira konnte Ribery am Nachschuss hindern (12.). Allerdings waren die Münchner in der Defensive zugleich anfällig für die Madrider Gegenstöße. Özil steckte zu Ronaldo durch. Der Portugiese stand zwar mit einer Fußspitze im Abseits, aber das war für den Linienrichter schwer zu sehen. Deswegen ließen die Unparteiischen den Angriff weiterlaufen, und der derzeit zweitbeste Fußballer der Welt schob sicher zum 2:0 ein (14.). Anschließend konzentrierten sich die Königlichen wie im Hinspiel nach dem Ausgleichstreffer erst einmal auf die Defensive. Sie zogen sich zurück, ließen die Bayern kommen und versuchten selbst nach vorne zu kontern. Wenn die Münchner das Spiel mal schnell machten und den Gastgebern keine Zeit gaben, sich zu ordnen, wurde es gefährlich. Dennoch fiel der Anschlusstreffer glücklich. Nur weil Pepe im Strafraum unnötigerweise Gomez umschubste, gab es einen Elfmeter. Casillas lenkte den von Robben geschossenen Strafstoß an den linken Innenpfosten, aber von dort prallte die Kugel ins Netz (27.). Danach nahm auch Real seine Offensive wieder in Betrieb. In der Schlussphase der ersten Halbzeit artete die Partie zu einem vogelwilden, temporeichen Schlagabtausch aus - mit Chancen auf beiden Seiten. Zuerst hatten die Bayern Glück, dass Benzema mit seiner Fußspitze nicht an einen Ronaldo-Freistoß herankam (30.) und sein Schuss am Pfosten vorbeistrich (31.). Dann hatten die Bayern jedoch die besseren Möglichkeiten. Gomez scheiterte aus kurzer Distanz an Casillas (34.). Und auch Robben konnte in der Nachspielzeit mit seinem Freistoß den Real-Madrid-Schlussmann nicht bezwingen.

Durch diese Gelegenheiten machten die Gäste aus Deutschland zumindest bei Real-Trainer Mourinho Eindruck. Hätte Bayern ein Tor gezielt, hätten die Madrilenen mindestens zwei Treffer nachlegen müssen, um das Finale zu erreichen. Deswegen agierten die Königlichen im zweiten Durchgang wieder defensiver, standen tief und ließen die Münchner kommen. Die Bajuwaren spielten jedoch ebenfalls kontrollierter als im ersten Durchgang und besaßen trotzdem die besseren Möglichkeiten. Drei Zeigerumdrehungen nach dem Wiederbeginn strich ein Gomez-Kopfball am linken Pfosten vorbei. In der 66. Minute suchte Robben selbst vergeblich den Abschluss, anstatt den mitgelaufenen und besser postierten Gomez anzuspielen. Und kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hätte der Münchner Goalgetter aus guter Schussposition zum Abschluss kommen können, wenn er nicht zu lange gezögert hätte (86.). Bei den auf Konter lauernden Königlichen sorgte Gomez‘ Pendant Benzema für die größte Torgefahr. Einmal scheiterte er an Bayern-Schlussmann Neuer (56.), ein anderes Mal schoss er den Ball übers Gehäuse (70.).

In der Verlängerung fehlten beiden Mannschaften die Kräfte. Während Real nach den Einwechslungen von Kaka (75.), Higuain (106.) und Granero (111.) die etwas gefährlichere Mannschaft in der halbstündige Zugabe darstellte, wurde auf der Gegenseite lediglich Müller (95.) neu ins Spiel genommen. Die Münchner begingen in dieser Phase oft Fouls im Mittelfeld. Für solche Vergehen sahen Luiz Gustavo (102.) sowie Badstuber (104.) ihre dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und waren wie Alaba für das Finale gesperrt. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen. Dort lagen die Bayern schon 2:0 vorne, nachdem Neuer die Elfmeter der ehemaligen Weltfußballer Ronaldo und Kaka glänzend pariert hatte. Doch dann scheiterten auch Kroos und Lahm an Neuers Pendant Casillas. Ramos hätte für Real zum 2:2 ausgleichen können, aber er drosch den Ball in den Nachthimmel von Madrid. Und stattdessen sorgte Schweinsteiger als letzter Elfmeterschütze der Münchner dafür, dass der Traum vom Heimfinale real wurde.

Senthuran Sivananda
Finalrunden
Mittwoch, 14.03.2012 Chelsea4:1 n.V.Neapel
Mittwoch, 14.03.2012 R. Madrid4:1ZSKA Moskau
Dienstag, 13.03.2012 B. München7:0Basel
Dienstag, 13.03.2012 Inter Mailand2:1Marseille
Mittwoch, 07.03.2012 Apoel FC5:3 n.E.Lyon
Mittwoch, 07.03.2012 FC Barcelona7:1Leverkusen
Dienstag, 06.03.2012 Arsenal3:0AC Mailand
Dienstag, 06.03.2012 Benfica2:0St. Petersbu
Mittwoch, 22.02.2012 Basel1:0B. München
Mittwoch, 22.02.2012 Marseille1:0Inter Mailand
Dienstag, 21.02.2012 Neapel3:1Chelsea
Dienstag, 21.02.2012 ZSKA Moskau1:1R. Madrid
Mittwoch, 15.02.2012 AC Mailand4:0Arsenal
Mittwoch, 15.02.2012 St. Petersbu3:2Benfica
Dienstag, 14.02.2012 Lyon1:0Apoel FC
Dienstag, 14.02.2012 Leverkusen1:3FC Barcelona

„Von finanziellen Dingen mag sie ja Ahnung haben. Aber im Fußball sollte sie nicht mitreden. Da gehört die Frau an den Herd!”

— Peter Pacult über Angela Häßler