Spielbericht Russland - Portugal

Gastgeber blieb im Rennen

Der bei ManU unter Vertrag stehende Youngster belebte das portugiesische Spiel: Cristiano RonaldoDer bei ManU unter Vertrag stehende Youngster belebte das portugiesische Spiel: Cristiano Ronaldo

Portugal hielt mit einem mühsam erreichten 2:0-Erfolg die Tür zum Viertelfinale offen, konnte seine Mitfavoritenstellung auf den Titel jedoch nicht untermauern. Für Russland kam mit dem zweiten Spiel der Turnier-Abpfiff.

Das drohende vorzeitige EM-Aus vor Augen - beide Teams hatten ihre Auftaktpartien verloren - nahm das Spiel einen nervösen Anfang. Den Russen fehlte ihr Spielmacher Mostovoi, der nach internen Querelen suspendiert worden war, und Portugals Coach Felipe Scolari hatte die Abwehrkette auf drei Positionen verändert. Bereits nach sieben Minuten konnte sich der EM-Gastgeber vom größten Druck befreien, als Maniche, auf Vorarbeit von Deco, freistehend zum 1:0 einschoss. Nun wurde das Spiel der Portugiesen besser, allerdings auch nur, weil die Russen auf ganzer Linie enttäuschten, jeglichen Zug zum gegnerischen Tor vermissen ließen. Unmittelbar vor der Halbzeit ein weiterer Rückschlag: Torhüter Ovchinnikov wurde wegen Handspiels außerhalb des Sechzehners vom Feld gestellt. Für ihn rückte Malafeev zwischen die Pfosten; Mittelfeldmann Aldonin wurde aus dem Spiel genommen.

Trotz Unterzahl waren die Russen nach dem Wiederanpfiff wesentlich präsenter und gestalteten die Partie offener. Nach einer knappen Stunde Spielzeit sorgte ein Distanz-Schuss von Kariaka erstmals für Gefahr, doch Portugals Keeper Ricardo klärte zur Ecke. Nur gelegentlich vermochten die Portugiesen, ihre zahlenmäßige Überlegenheit auszuspielen. Zwingende Torchancen blieben somit weiterhin Mangelware, daran änderte auch der für Pauleta eingewechselte Nuno Gomes nichts. Erst als Christiano Ronaldo ab der 78. Minute für den nicht mehr als ordentlich agierenden Figo kam, zog der Angriffsdruck Portugals noch einmal an. Ein feiner Spielzug in der 89. Minute brachte die endgültige Entscheidung. Der ebenfalls eingewechselte Rui Costa schickte Ronaldo über links in die Gasse, wo der Youngster mit dem Ball fast bis zur Grundlinie durchstartete, mit dem Außenrist millimetergenau auf den mitgelaufenen Rui Costa zurückpasste, der mit dem langen Bein nur noch einzudippen brauchte. Portugal hatte sich mit diesem keineswegs berauschenden Erfolg die Viertelfinalteilnahme offen gehalten, Russland war gescheitert.

Spielstatistik Russland - Portugal

Russland

-

Portugal

0:2 (0:1)

EM 2004, Finalrunde Gruppe A
16.06.2004, 20:45 Uhr
Da Luz (Lissabon), 59.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen)
Tore
0:1 Maniche 7. (Rechtsschuss, Deco)
0:2 Rui Costa 89. (Rechtsschuss, Ronaldo)
Aufstellung Portugal
Ricardo (3,0)
Miguel (2,5)
Jorge Andrade (3,5)
Ricardo Carvalho (3,5)
Nuno Jorge Valente (3,5)
Costinha (3,5)
Figo (3,5)
Maniche (3,0)
Deco (3,0)
Simao (3,5)
Pedro Pauleta (4,5)
Wechsel Portugal
Nuno Gomes
für Pedro Pauleta
(4,0)
(57.)
Rui Costa
für Simao
(3,0)
(63.)
Cristiano Ronaldo
für Figo
(―)
(78.)
Karten Russland
Gelb für Alexei Smertin
Gelb für Vadim Evseev
Gelb für Dmitri Alenichev
Rot für Sergei Ovchinnikov (45.)
Karten Portugal
Gelb für Ricardo Carvalho
Gelb für Deco