Spielbericht Spanien - Russland

Valerón als optimaler Joker

Am linken Flügel immer ein Unruheherd: VicenteAm linken Flügel immer ein Unruheherd: Vicente

Man wusste nicht so recht, wie die junge spanische Elf einzuschätzen wäre. Doch auch die Russen, deren Abwehr verletzungsbedingt umgebaut werden musste, waren schwer einzuordnen.

Zumindest begannen die Iberer mit interessantem, druckvollem und flexiblem Angriffsspiel, dem die Russen in der Anfangsphase wenig entgegenzusetzen hatten. Einige Torchancen summierten sich: Raúl (2., verfehlte nur knapp das Tor), Vicente (6., Torwart Ovchinnikov dazwischen), Morientes (13., Sharanov klärte in höchster Not) und Maracha (18., übers Tor). Von der Yarzev-Elf war offensiv kaum etwas auszumachen, denn der bullige Bulykin bekam keine Zuspiele oder wurde schon bei der Ballannahme gestört. Den ersten Torschuss gab Izmailov ab, doch das Teil ging mehr in Richtung Zuschauer. Nachdem der Angriffsschwung der Spanier abebbte, verflachte das Spiel bzw. verlagerte sich mehr in die spanische Hälfte, ohne dass sich hier brenzlige Szenen abspielten. Zwei kleine Möglichkeiten ergaben sich zwar noch für Morientes (36.) und Alenichev (39.), doch es blieb beim unbefriedigenden 0:0 zur Pause.

Die Angriffsversuche der Spanier wurden nach der Pause wieder etwas intensiver, wobei Raúl in der 52. Minute nach einer Puyol-Flanke frei vor dem russischen Tor die beste Chance per Kopfstoß verzog. Morientes kam ebenfalls noch zu einem Kopfball, musste danach allerdings Valerón weichen. Der Filigrantechniker war kaum auf dem Platz, da kam der erneut offensivstarke Puyol zu einer flachen Hereingabe von rechts. Valerón hatte in zentraler Position noch Zeit, den Ball auf links zu legen, um ihn dann wuchtig in die Maschen zu dreschen (60.) - exakt 35 Sekunden nach seiner Einwechselung. Die Russen brachten mit Sychev und Karyaka zwei rührige Offensivkräfte, die auch frischen Wind in das Spiel der Osteuropäer brachten, doch nun standen die Spanier vielbeinig und gut gestaffelt in der Defensive. Wenn die Russen schossen - und das war selten genug - hatten die Iberer meist ein Bein dazwischen. Das ganze große russische Aufbäumen fehlte allerdings in der Schlussphase, in der es den Spaniern gelang, durch ihr technisches Geschick und verzögerten Gegenzügen, den Vorsprung problemlos über die Zeit zu schaukeln.

Spielstatistik Spanien - Russland

Spanien

-

Russland

1:0 (0:0)

EM 2004, Finalrunde Gruppe A
12.06.2004, 20:45 Uhr
Estádio Algarve (Faro-Loulé), 28.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Urs Meier (Schweiz)
Tore
1:0 Juan Carlos Valerón 60. (Linksschuss, Puyol)
Wechsel Spanien
Juan Carlos Valerón
für Fernando Morientes
(2,5)
(59.)
Xabi Alonso
für Rubén Baraja
(3,0)
(59.)
Fernando Torres
für Raúl
(―)
(78.)
Wechsel Russland
Vladislav Radimov
für Rolan Gusev
(4,0)
(46.)
Dmitri Sychev
für Evgeni Aldonin
(―)
(68.)
Andrey Karyaka
für Marat Izmailov
(―)
(74.)
Karten Spanien
Gelb für Rubén Baraja
Gelb für Carlos Marchena
Gelb für David Albelda
Karten Russland
Gelb für Rolan Gusev
Gelb-Rot für Roman Sharonov (88.)
Gelb für Alexei Smertin
Gelb für Evgeni Aldonin
Gelb für Vladislav Radimov