Spielbericht England - Schweiz

Ein ökonomischer Pflichtsieg

Brachte mit seinen zwei Treffern die Engländer nach vorn: Wayne RooneyBrachte mit seinen zwei Treffern die Engländer nach vorn: Wayne Rooney

Mit geringem Aufwand und ihrem 18-jährigen Torjäger Rooney, der zweimal traf, absolvierten die Engländer den Pflichtsieg gegen die Schweiz.

Die Schweizer überraschten in den ersten Minuten mit frechen Angriffsattacken, wären allerdings fast in einen Konterpass auf Owen gerannt, dem Stiel aber zuvorkam (5.). Nach einer Phase ausgeglichener Anteile auf hohem Tempo kamen die Eidgenossen in der 15. Minute nach einer scharf herein gezogenen Flanke durch Müller zu einem Kopfball, der nur knapp über die Latte strich. England kam kaum in den Strafraum der Schweizer, doch als Celestini den Ball verlor, Owen halblinks zur Flanke kam, war Müller nicht eng genug bei Rooney, der aus sechs Meter Entfernung einköpfte (22.). Selbst nach diesem Führungstreffer der Engländer zeigte der Außenseiter wenig Respekt. Die Kontrolle der Partie ging aber immer eindeutiger vom Favoriten aus, da sich "Kilometerfresser" Scholes immer als Anspielzentrale hervortat. In der 35. Minute verpasste Ronney eine scharfe, flache Hereingabe von der Grundlinie durch Cole nur knapp. Zuvor hatten sich keine nennenswerten Torgelegenheiten ergeben. Überraschend: Selbst Superstar Beckham kam nicht ins Spiel und war auch bei den Standards harmlos. Kurz vor der Pause strich noch ein Hakan Yakin-Freistoß um einen Meter am Tor von James vorbei.

Mittelfeldspiel ohne sonderliche Ereignisse prägte die Partie in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel, wobei nur ein Vorstoß von Campbell (53.), den Stiel mit hohem Einsatz unterband, auffiel. Selten gelang es einem Team, den Ball über mehrere Stationen in den eigenen Reihen zu halten. Fehlpässe, kleine Fouls und eigensinnige Aktionen verhinderten neben der großen Hitze ein besseres Spiel. Dann fällte Haas Ashley Cole im Mittelfeld und durfte in die Kabine (60.), was die Chancen der harmlosen Schweizer naturgemäß nicht förderte. Doch es änderte sich kaum etwas an dem zähen Ballgeschiebe. Die Schweizer hatten zu zehnt meist Feldvorteile, doch gegen massiv verteidigende Engländer, die nur wenig ambitioniert nach vorn spielten, lief zuwenig. Als der gerade eingewechselte Vassell nach einem weiten Schlag in die Spitze allerdings einen Zweikampf gegen Müller gewann, auf Rooney weiterleitete, schoss der 18-Jährige trocken aufs Tor. Die Kugel prallte an den Pfosten und vom Hinterkopf des hechtenden Stiel unglücklich ins Netz (76.). Nun waren die Schweizer kein Gegner mehr. Die Ordnung stimmte nicht mehr und über Beckham, Gary Neville und dem einschiebenden Gerrard landete der Ball zum dritten englischen Tor im Netz des Außenseiters (83.). Die Engländer hatten somit zuletzt doch noch ­ trotz sehr ökonomischer Spielweise ­ den standesgemäßen Sieg eingefahren.

Spielstatistik England - Schweiz

England

-

Schweiz

3:0 (1:0)

EM 2004, Finalrunde Gruppe B
17.06.2004, 18:00 Uhr
Estádio Cidade de Coimbra (Coimbra), 28.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Nikolai Ivanov (Russland)
Tore
1:0 Wayne Rooney 22. (Kopfball, Owen)
2:0 Wayne Rooney 76. (Rechtsschuss, Vassell)
3:0 Steven Gerrard 83. (Rechtsschuss, Neville)
Wechsel England
Owen Hargreaves
für Paul Scholes
(―)
(70.)
Darius Vassell
für Michael Owen
(―)
(72.)
Kieron Dyer
für Wayne Rooney
(―)
(83.)
Wechsel Schweiz
Daniel Gygax
für Stéphane Chapuisat
(4,5)
(46.)
Ricardo Cabanas
für Fabio Celestini
(4,5)
(54.)
Johann Vonlanthen
für Hakan Yakin
(―)
(83.)
Karten England
Gelb für Wayne Rooney
Karten Schweiz
Gelb-Rot für Bernt Haas (60.)
Gelb für Fabio Celestini