Spielbericht Schweiz - Frankreich

Schmuckloser Sieg

Schoss die Schweizer letztlich im Alleingang ab: Thierry HenrySchoss die Schweizer letztlich im Alleingang ab: Thierry Henry

Auch gegen die Schweizer vermochte das französische Team lange Zeit nicht zu überzeugen. Letztlich entschied die Partie nur ein kleiner Unterschied - und der hatte einen Namen: Thierry Henry.

Beide Teams wurden gegenüber dem letzten Auftritt bei der EM auf mehreren Positionen verändert. Die Schweizer liefen mit Henchoz, Cabanas, Vogel, Gygax und dem Jungstar Vonlanthen auf, während die Franzosen auf Lizarazu, Pires, Makelele und Sagnol zurückgriffen. Nach schwungvollem Beginn, der allerdings nur wenige Minuten andauerte und keine erwähnenswerte Torchancen kreierte, verfielen die Santini-Kicker wieder in den langatmigen, ja lethargischen Trott der ersten beiden Begegnungen gegen England und Kroatien. Dadurch wurden die Eidgenossen mutiger und hatten durch einen Hakan Yakin-Freistoß, den Barthez nur mit einer Glanzparade übers Tor lenken konnte, die bis dahin beste Torchance der Partie (15.). Die Führung fiel jedoch auf der anderen Seite. Keeper Stiel unterlief eine Pires-Ecke, bei der Zidane vor dem Schweizer Schlussmann per Schädel ans Leder kam und einköpfte (20.). Die danach leichte Überlegenheit des Favoriten wurde durch das überraschende Ausgleichstor der Schweizer relativiert. Silvestre leistete sich in der Mitte der eigenen Hälfte einen Fehlpass, den Cabanas aufnahm, Vanlanthen in die Gasse schickte, der mit einem Flachschuss ins lange Eck Barthez keine Chance ließ (26.). Gegen die sichtlich geschockten Franzosen versuchten die Schweizer, in der Folgezeit nachzulegen, fanden jedoch kaum zu gefährlichen Abschlussaktionen. Dagegen hatte Henry nach einer Zidane-Flanke von links die beste Möglichkeit zum Führungstreffer, köpfte kurz vor dem Pausenpfiff allerdings freistehend am Tor vorbei.

Die Partie dümpelte nach dem Seitenwechsel recht ereignislos vor sich hin. Die Franzosen spielten gehemmt und ohne Druck - die Schweizer blieben vorne harmlos. Der langweilige Kick schleppte sich träge bis zur 76. Minute in dieser Form über die Runden. Dann allerdings leitete der kurz zuvor eingewechselte Saha einen weiten Schlag von Silvestre auf den in die Spitze startenden Henry weiter, der seinen plötzlichen Freiraum eiskalt zum 2:1 nutzte. Als der Torschützenkönig der Premier League in der 84. Minute am linken Flügel angespielt wurde, zog er zu einem seiner berühmten Sololäufe auf und davon, düpierte Abwehrchef Murat Yakin und schoss trocken ins kurze Eck zum 3:1 ein. Somit reichte der Torhunger Henrys letztlich zu einem schmucklosen Sieg der Franzosen über die gute Stunde lang tapfer mithaltende Schweizer Elf zum Einzug ins Viertelfinale.

Spielstatistik Schweiz - Frankreich

Schweiz

-

Frankreich

1:3 (1:1)

EM 2004, Finalrunde Gruppe B
21.06.2004, 20:45 Uhr
Estádio Cidade de Coimbra (Coimbra), 28.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Lubos Michel (Slowakei)
Tore
0:1 Zinedine Zidane 20. (Kopfball, Pires)
1:1 Johann Vonlanthen 26. (Rechtsschuss, Cabanas)
1:2 Thierry Henry 76. (Linksschuss, Saha)
1:3 Thierry Henry 83. (Rechtsschuss)
Wechsel Schweiz
Benjamin Huggel
für Hakan Yakin
(3,0)
(60.)
Ludovic Magnin
für Stéphane Henchoz
(―)
(85.)
Milaim Rama
für Daniel Gygax
(―)
(85.)
Wechsel Frankreich
William Gallas
für Willy Sagnol
(2,5)
(46.)
Louis Saha
für David Trezéguet
(―)
(75.)
Jean-Alain Boumsong
für William Gallas
(―)
(90.)
Karten Schweiz
Gelb für Hakan Yakin
Gelb für Raphael Wicky
Gelb für Benjamin Huggel
Karten Frankreich
Gelb für Thierry Henry