Spielbericht Italien - Schweden

Schweden mit großer Moral

Einmal mehr ein großartiger Abwehrorganisator: Alessandro NestaEinmal mehr ein großartiger Abwehrorganisator: Alessandro Nesta

Nachdem die Italiener über eine Stunde lang das Spiel zumeist kontrollierten, setzten die Schweden zuletzt alles auf die Offensiv-Karte und hatten das Glück der Tüchtigen.

Knapp drei Minuten waren in Porto vorbei, als sich Vieri gegen zwei Schweden durchtankte, aber in letzter Instanz an Torwart Isaksson hängen blieb. Doch die Skandinavier standen wie erwartet kompakt und zeigten sich in den Zweikämpfen präsent. Dennoch, das Bemühen beider Teams war da, vorn mit Kraft und Einsatz Breschen zu schlagen. So wie es Ljungberg (legte per Hackentrick auf) und Ibrahimovic in der 13. Minute gelang, wobei der junge Angreifer den Ball abschließend jedoch übers Tor jagte. Dann wurden die Italiener stärker und Vieri (18.) sowie del Piero (19.) hatten gute Einschussmöglichkeiten. In den folgenden zehn Minuten waren die Azzurri zu 80% im Ballbesitz, kontrollierten, kamen aber erst in der 28. Minute durch del Pieros abgefälschten Schuss, den Isaksson mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte, zum nächsten Hochkaräter, dem fünf Minuten später ein Kopfball Vieris nach Zambrotta-Flanke folgte, der um einen knappen Meter vorbeistrich. Nach 37 Minuten war allerdings das überfällige 1:0 im Kasten von Isaksson. Herrlich hatte sich rechts Panucci gegen drei Schweden durchgesetzt, mit links schräg vor den Torraum geflankt, wo Cassano im Hocken per Kopf ins lange Eck verlängerte, weil die Abseitsfalle der Schweden misslang. Das temporeich, intensiv geführte Match wurde danach zwar etwas ausgeglichener, doch die besseren Offensivansätze hatten weiterhin die Italiener, die mit einem weiteren gefährlichen Kopfball Cassanos (45.) die interessante erste Halbzeit abschlossen.

Auch nach dem Wechsel blieb das italienische Spiel zuerst zwingender, wobei Vieri sein Ziel nur um einen Meter verfehlte (49.). Ein frecher Lupfer von del Piero war nach ausgeglichenen acht Minuten das nächste echte Highlight, doch Nilsson rettete kurz vor dem Einschlag. Minuten zuvor hatte Larsson von halblinks kommend seine erste Toraktion, setzte die Kugel jedoch hoch übers Tor. Insgesamt waren die Azzurri jedoch druckvoller, hatten Vorteile in den Zweikämpfen, in der Ballkontrolle und ließen Larsson und Ibrahimovic im Schweden-Sturm keinen Spielraum. Mit der Einwechselung von Källström kamen indes mehr Schwung und neue Ideen ins Angriffsspiel der Schweden. Ungewollt prüfte Cannavaro als nächstes seinen Keeper Buffon (71.), als er eine scharfe Flanke nach hinten abfälschte. Auch bei einem Jonson-Geschoss war Buffon glänzend auf dem Posten (78.). Inzwischen hatten die Schweden alle verfügbaren Stürmer auf dem Platz und machten weiter Speed: Jonson-Kopfball (80., knapp übers Tor). Das Spiel hatte nun eine tolle Dynamik. Die Schweden drückten nun so vehement, dass die Italiener kaum noch aus ihr

Spielstatistik Italien - Schweden

Italien

-

Schweden

1:1 (1:0)

EM 2004, Finalrunde Gruppe C
18.06.2004, 20:45 Uhr
Dragao (Porto), 44.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Urs Meier (Schweiz)
Tore
1:0 Antonio Cassano 37. (Kopfball, Panucci)
1:1 Zlatan Ibrahimovic 85. (Rechtsschuss)
Wechsel Schweden
Kim Källström
für Anders Svensson
(2,0)
(55.)
Mattias Jonson
für Christian Wilhelmsson
(―)
(67.)
Marcus Allbäck
für Erik Edman
(―)
(77.)
Karten Italien
Gelb für Gennaro Gattuso
Gelb für Fabio Cannavaro
Gelb für Gianluca Zambrotta
Karten Schweden
Gelb für Erik Edman
Gelb für Tobias Linderoth