Spielbericht Deutschland - Färöer

Pflichtsieg in einem ideenlosen Spiel

Garant für Erfolge der DFB-Auswahl: Michael BallackGarant für Erfolge der DFB-Auswahl: Michael Ballack

Als nach zwei Minuten Michael Ballack den an Carsten Jancker verschuldeten Strafstoß überlegt in die Maschen des Färöer-Gehäuses setzte, schien alles den - aus deutscher Sicht - erwarteten Verlauf zu nehmen. In aller Ruhe hätte die DFB-Elf nun ihr Spiel aufziehen und den technisch unterlegenen Gegner mit weiteren Treffern vorzeitig bezwingen können. Zunächst sah es auch danach aus. Chancen durch Frings (13.) und Jancker (16. und 28., jeweils frei vor Mikkelsen) waren da, wurden jedoch vergeben. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Gäste mehr Sicherheit und stellten mit ihren Viererketten in Mittelfeld und Abwehr die Räume zu. Die deutschen Spieler konnten dadurch keinen Druck mehr auf die Färöer ausüben und strapazierten das Hannoveraner Publikum mit einfaltslosem Quer- und Rückgeschiebe. Als sich alle auf die magere 1:0-Halbzeitführung eingestellt hatten, setzte sich Jakub Borg auf der rechten Seite durch und flankte in den Strafraum. In der Mitte war, von Arne Friedrich bewacht, Flötum mitgelaufen. Friedrich sprang in die Flanke und versuchte das Leder ins Toraus zu köpfen, aber die nasse Kugel rutschte ihm ab und landete unhaltbar für Kahn im kurzen Eck.

In der Halbzeit hatte Rudi Völler gewechselt. Slawo Freier kam für den enttäuschenden Ramelow ins Spiel. Der Bochumer sollte für mehr Druck über rechtsaußen sorgen, während Jeremies den Ramelow-Part im Abwehrzentrum übernahm. Und die deutsche Elf entfachte tatsächlich wieder Angriffsdruck. Zunächst bot sich Ballack die große Führungschance nach Flanke von Schneider, aber der gute Keeper Mikkelsen fälschte den Ball an den Pfosten und von da ins Seitenaus ab (52.). Kurz darauf war er jedoch machtlos gegen Kloses Kopfball, der vorzüglich von Freier bedient wurde. Damit war allerdings das deutsche Pulver verschossen, denn die Abwehr-Riegelbildung der Gäste griff wieder und weitere deutsche Angriffsbemühungen versandeten. Acht Minuten vor dem Abpfiff bot sich dem eingewechselten Elltör gar noch die große Möglichkeit zum erneuten Ausgleich. Unbedrängt auf Kahn zulaufend, zirkelte er aus zwölf Metern das Leder am deutschen Keeper vorbei - und traf nur den Außenpfosten. Angesichts dieser Möglichkeit fiel der deutsche Sieg - zwar verdient wegen der größeren Spielanteile und Mehrzahl der Torchancen - letzten Endes noch glücklich aus. Die Pflicht hatte das Völler-Team mit dieser Vorstellung erfüllt, mehr aber auch nicht.