Europameisterschaft

Spielbericht & Statistiken

Arena Lwiw (Lemberg) · Zuschauer: 33.000

Arbeitssieg für die DFB-Elf

Bot ein Weltklasse-Spiel im DFB-Dress: Mats Hummels
Die deutsche Nationalelf startete mit einem Arbeitssieg gegen Portugal in die Europameisterschaft. Mario Gomez erzielte den Siegtreffer erst eine gute Viertelstunde vor dem Abpfiff. Der Rekordeuropameister enttäuschte in der Offensive und bot dafür in der Defensive eine gute Vorstellung.

Zum EM-Auftakt überraschte Bundestrainer Löw gleich mit zwei Personalien in der Startformation. Hummels und Gomez erhielten den Vorzug vor Mertesacker und Klose, weil die beiden erfahrenen Haudegen aufgrund von Verletzungen in der abgelaufenen Saison nicht so viel Spielpraxis sammeln konnten. Nach nicht einmal 100 Sekunden gab es die erste Chance für die DFB-Elf. Boateng flankte den Ball vom rechten Flügel auf Mittelstürmer Gomez, aber der Kopfball des Münchners wurde eine sichere Beute in den Händen des portugiesischen Schlussmannes Patricio. Der Torwart von Sporting Lissabon hatte sieben Minuten später bei einem Podolski-Schuss schon größere Schwierigkeiten und hielt die Kugel erst im Nachfassen. Der Rekordeuropameister hatte zwar diese beiden Möglichkeiten und auch mehr Ballbesitz, aber tat sich schwer, gegen die in der Defensive kompakten Iberer ins Spiel zu finden und vor allem Tempo aufzunehmen. Ausgerechnet die sonstige Achillesferse, die Abwehr, war bei der DFB-Elf der Mannschaftsteil, der am meisten überzeugen konnte. Der Dortmunder Innenverteidiger Hummels zeigte sein wohl bestes Spiel im Nationaltrikot. Das Umschalten von Angriff auf Abwehr funktionierte besser als das von Abwehr auf Angriff. Die einzige nennenswerte Möglichkeit der auf Konter lauernden Südeuropäer im ersten Durchgang war einer Standardsituation zu verdanken. Nach einer Ecke traf Pepe mit seinem Schuss die Unterkante der Latte (45.).

In der Offensive sorgte dagegen auch die Pause für keine Besserung im deutschen Spiel. Eher das Gegenteil war der Fall. Zu Beginn der zweiten Halbzeit deuteten die Portugiesen bei ihren schnellen Gegenstößen sogar mehr Torgefahr an. In der 57. Minute kam die DFB-Elf zumindest mal wieder zum Abschluss. Gomez köpfte die Kugel deutlich übers Tor, nachdem bezeichnenderweise ein Fehlpass des gegnerischen Rechtsverteidigers Pereira den Angriff eingeleitet hatte. Aber auch diese Möglichkeit belebte das inzwischen schon lethargisch wirkende deutsche Offensivspiel nicht. Sieben Minuten später konnte nach einem sehr feinen Zuspiel von Moutinho der deutsche Rechtsverteidiger Boateng den portugiesischen Superstar Ronaldo noch gerade so eben am Abschluss hindern. Ausgerechnet als Gomez eigentlich schon ausgewechselt werden sollte, erzielte der Münchner Angreifer wie aus dem Nichts den Siegtreffer für Deutschland. Khedira schlug eine Flanke von halbrechts, Moutinho fälschte die Hereingabe noch ab, und Gomez köpfte die Kugel ins lange Toreck (73.). Vier Zeigerumdrehungen später verpasste der Angreifer eine Müller-Hereingabe lediglich um eine Fußspitze. Sonst hätten die Deutschen in der Schlussphase nicht mehr zittern müssen, als die Portugiesen mit aller Vehemenz auf den Ausgleichstreffer drängten. Ein Ronaldo-Versuch aus der zweiten Reihe landete beim deutschen Schlussmann Neuer (82.), ein abgefälschter Coentrao-Schuss auf dem Tordach (83.), und ein Nani-Heber an der Oberkante der Latte (84.). Die beste Möglichkeit bot sich dem EM-Finalisten von 2004 wenige Minuten vor dem Abpfiff. Ein Pass der Südeuropäer flog an beiden deutschen Innenverteidigern Hummels sowie Badstuber vorbei und landete beim unbewachten Varela, doch er scheiterte aus kurzer Distanz am Klassereflex von Neuer (88.). So blieb es beim Arbeitssieg der deutschen Nationalelf gegen Portugal.

Senthuran Sivananda

Reservebank


15Lars Bender  (–)

18Toni Kroos  (–)

11Miroslav Klose  (–)

 


(–) Nelson Oliveira11

(–) Varela18

 Trainer


Paulo Bento
Finalrunden
Sonntag, 24.06.2012 England2:4 n.E.Italien
Samstag, 23.06.2012 Spanien2:0Frankreich
Freitag, 22.06.2012 Deutschland4:2Griechenland
Donnerstag, 21.06.2012 Tschechien0:1Portugal

„Das Spiel ist zu weit, zu eng.”

— Wolfram Esser