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Spielbericht Hamburger SV - FC Zürich

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Konnte van der Vaart nicht ersetzen, musste es aber auch nicht:
Piotr TrochowskiKonnte van der Vaart nicht ersetzen, musste es aber auch nicht:
Piotr Trochowski

Sein Versprechen auf einen munteren Abend konnte der HSV nicht halten. Gegen demotivierte Schweizer wählte die Stevens-Elf von Anfang an den Schongang und fand sich gemeinsam mit Zürich schon früh mit dem 0:0 ab. In der nächsten Runde wartete ein dickerer Brocken, nämlich die Kantersieger aus Leverkusen.

Trotz des 3:1-Hinspielsiegs waren sowohl die Kulisse als auch die Mannschaft der Gastgeber durchaus sehenswert, denn Huub Stevens schonte niemanden aus seiner zuletzt erfolgreichen Bundesligaelf und ließ das Team unverändert. Raphael van der Vaart fehlte weiterhin verletzt. Alle Beteuerungen, diese Partie auch richtig ernst zu nehmen, erwiesen sich jedoch als unglaubwürdig, was zu großen Teilen am FC Zürich lag, der seiner Bringschuld überhaupt nicht nachkam. Von zwei fürchterlich langweiligen Halbzeiten war die erste sogar noch die spritzigere. Trochowski (20.) und zweimal Guererro (25./34.) konnten den reichlich spröden HSV in Front bringen, ehe Benjamin kurz vor der Pause dann eine größere Torchance vergab, als er aus zwölf Metern frei stehend daneben schoss (45.). Zumindest anbrennen ließen die Gastgeber bis hierhin wahrlich nichts, wobei aber kaum etwas noch unwahrscheinlicher schien als ein Tor für die hilflosen Schweizer. Hamburg wiederum hätte mit etwas mehr eigenem Willen durchaus eine Führung erwirtschaften können.

Je länger die Begegnung dauerte, desto offensichtlicher saßen die Hanseaten die Partie einfach aus. Kurz nach dem Wechsel war das noch nicht der Fall, denn über Olic, Trochowski und Antreiber Jarolim entstanden mitunter einige Lücken bis hin zu Möglichkeiten, aus denen Guerrero (51.) und Trochowski (54.) am ehesten Kapital schlagen konnten. Genau zweimal flackerten auch die Gäste noch auf, nämlich in der „heißen Phase“ zwischen den Hamburger Chancen, als Chikhaoui eine Vorlage leichtfertig verschenkte (53.), sowie mit einem Schreckschuss in Minute 70, den Tahirovic aus bester Distanz an die Latte abfeuerte. Spätestens mit dieser Szene wurden die Bälle dann nur noch übergeben; scharfe Zweikämpfe, Tempo und Spannung existierten nicht mehr, und so kroch die Partie Richtung Schlusspfiff. Erstaunlich gelassen ertrug das alles das Hamburger Publikum, das mehr als ein Weiterkommen gar nicht verlangte, während zeitgleich Bayer Leverkusen ein Spitzenteam verprügelte. Mit ebenjener Werkself sollte es die Stevens-Elf dann in der nächsten Runde zu tun bekommen. Zuvor aber warteten noch die Bayern, für die sich der HSV dank seines traurig schwachen Gegners sogar ein wenig schonen konnte.

Maik Großmann