UEFA Europa League

Spielbericht & Statistiken

HSH Nordbank Arena (Hamburg) · Zuschauer: 51.000

» Hinspiel: Bremen - Hamburg 0:1 | Endergebnis: 3:3

1:0 Olic (13.)
2:3 Olic (87.)
2:3
(1:1)
1:1 Diego (29.)
1:2 Claudio Pizarro (66.)
1:3 Baumann (83.)

Vorgezogenes Endspiel

Verhalf Werder mit zum Finaleinzug, fehlt dort aber gesperrt: Diego
Auch die zweite Pokalauseinandersetzung zwischen dem HSV und Werder entschieden die Bremer für sich und zogen ins UEFA-Pokal-Finale gegen Schachtjor Donezk ein. Die noch vor wenigen Wochen aussichtsreich auf drei Hochzeiten tänzelnden Hamburger stehen dagegen vor dem Scherbenhaufen einer Saison. In einem zumeist ausgeglichenen und tollen Fußballspiel erzwang die Weser-Elf das Glück.

Unter der Woche hatte sich Werder-Trainer Schaaf gegen Vorwürfe gewehrt, seine Stars im Liga-Alltag für den Europapokal zu schonen. Während aber die Bremer Mittelfeldasse Diego und Özil wegen Beschwerden am Rücken bzw. an der Patellasehne das Bundesliga-Spiel in Köln (0:1) aussetzen durften, musste auf der Gegenseite der gerade erst von seiner Risswunde am Schienbein wieder genesene Petric den gelbgesperrten Guerrero ersetzen. Trotzdem gelang es den Hausherren, nach anfänglichem Abtasten den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel sogar auszubauen. Zwar besaß Werder die erste Torchance durch Pizarro, der eine Boenisch-Flanke über die Latte köpfte (12.), aber im direkten Gegenzug gelang den Hamburgern der Torerfolg: Nach einem Ballverlust von Pizarro in der Vorwärtsbewegung setzte sich Abwehrchef Mathijsen im Mittelfeld durch und spielte Olic frei, der dann den Ball über SVW-Schlussmann Wiese ins Tor schob (12.). Danach bekam Werder zwar das Spielkommando angetragen, allerdings fand es keine Lücken im stabilen Hamburger Abwehrblock. Vielmehr waren die Rothosen nach ihren Konterangriffen einem weiteren Treffer näher als die Grün-Weißen dem Ausgleich. Olic wurde in der 27. Minute noch einmal freigespielt, scheiterte jedoch diesmal an Wiese. Dementsprechend war der Bremer Ausgleich vor allem einer gelungenen Einzelaktion zu verdanken: Diego spielte sich nach einem Doppelpass mit Pizarro quasi selbst frei und lupfte den Ball über HSV-Keeper Rost ins Tor (29.). Im Anschluss daran wurden die Werderaner druckvoller, hätten sogar die Führung verdient gehabt. Die beste Möglichkeit dazu vergab Diego, dessen Distanzversuch Rost noch mit seinen Fingerspitzen gegen die Latte lenkte (37.). Der starke Brasilianer disqualifizierte sich jedoch fürs Finale, denn er kassierte nach einem Scharmützel mit seinem Landsmann Alex Silva eine fragwürdige Gelbe Karte, seine dritte im laufenden Wettbewerb (41.). Der HSV ließ sich dagegen in der Schlussphase der ersten Halbzeit bis auf wenige Ausnahmen in der eigenen Spielhälfte einschnüren.

Nach der Pause hätten die Bremer am liebsten dort weitergemacht, wo sie davor aufgehört hatten, aber sie konnten nicht, auch weil viele Fouls zunächst den Spielfluss hemmten. Nationalverteidiger Mertesacker war nach Diego das zweite Opfer eines intensiven, aber manchmal zu harten Nordderbys: Der Abwehrrecke hatte sich schon in der ersten Halbzeit verletzt, nachdem ihm Olic auf den Fuß getreten war (43.), wurde allerdings erst in der 53. Minute gegen Prödl ausgetauscht. Spielerisch hatte der HSV zur Mitte der zweiten Halbzeit sogar etwas mehr von der Partie, jedoch verpasste Pitroipa eine Jansen-Hereingabe zur erneuten Führung um einen Schritt und Wiese wehrte den Nachschuss von Trochowski ab (61.). Ausgerechnet in der Phase, wo der HSV das Kommando zu übernehmen schien, fand ein Pizarro-Distanzschuss den Weg ins Tor. Der Peruaner zog aus 25 Metern einfach einmal ab; Rost konnte den flatternden Ball nur noch ins eigene Netz lenken (66.). Danach ebbte die Gereiztheit auf beiden Seiten ab und es nahm dafür der Zug zum Tor zu. Chancen erspielten sich die Kontrahenten auch, jedoch besaß einzig Werder das für das Verwerten notwendige Glück. Denn während ein Gravgaard-Kopfballtreffer wegen eines angeblichen Fouls von Olic an Baumann abgepfiffen wurde (78.), landete auf der Gegenseite ein Rückpass des Dänen statt beim eigenen Schlussmann im Toraus, weil der Ball zuvor noch über eine aus dem HSV-Fanblock stammende Papierkugel unglücklich aufgesprungen war (83.). Bis zum Schluss steckte der HSV nicht auf, aber mehr als der Anschlusstreffer durch Olic, der eine Flanke von Jerome Boateng erfolgreich einnickte (87.), und eine Gelbsperre für Almeida (nach einem Disput mit Boateng) in der Nachspielzeit brachte die Hamburger Schlussoffensive nicht zustande. Beide Mannschaften hätten die Finalteilnahme verdient gehabt, am Ende überwog nicht nur das Glück der Bremer, sondern auch die individuelle Klasse ihrer Spieler, allem voran von Diego und Pizarro.

Senthuran Sivananda
Finalrunden
Donnerstag, 26.02.2009 Valencia2:2 Dynamo Kiew
Donnerstag, 26.02.2009 La Coruna1:3 Aalborg
Donnerstag, 26.02.2009 Tottenham1:1 S. Donezk
Donnerstag, 26.02.2009 St. Etienne2:1 O. Piräus
Donnerstag, 26.02.2009 Man. City2:1 Kopenhagen
Donnerstag, 26.02.2009 Lüttich1:1 Braga
Donnerstag, 26.02.2009 Udinese2:1 Poznan
Donnerstag, 26.02.2009 Amsterdam1:1 AC Florenz
Donnerstag, 26.02.2009 AC Mailand2:2 Bremen
Donnerstag, 26.02.2009 Stuttgart1:2 St. Petersbu
Donnerstag, 26.02.2009 Galatasaray4:3 Bordeaux
Donnerstag, 26.02.2009 Wolfsburg1:3 Paris

„Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu.”

— Jens Nowotny auf die Frage nach den Härten im Spiel Leverkusen gegen Bayern