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Spielbericht VfB Stuttgart - Zenit St. Petersburg

Nicht mutig genug

Auch sein gelungenes Debüt konnte die Niederlage nicht verhindern:
Timo GebhartAuch sein gelungenes Debüt konnte die Niederlage nicht verhindern:
Timo Gebhart

Russlands Vorzeigeklub Zenit St. Petersburg blieb der offizielle Bundesliga-Schreck: Nach Bayer Leverkusen und Bayern München im Vorjahr scheiterte mit dem VfB Stuttgart nun schon der dritte deutsche Verein an die Russen, die diesmal das Spiel mehr der Cleverness als der Überlegenheit wegen mit 2:1 gewannen.

Angst hatte der VfB Stuttgart vor Cupverteidiger Zenit St. Petersburg nicht, obwohl dessen Edelfan, Boxweltmeister Nikolai Valuev, auf der Tribüne saß. Aber die wacker stürmenden Schwaben besaßen gegen clever verteidigenden Russen auch nicht die Durchschlagskraft eines Boxers. Zuerst kam der VfB nur außerhalb des Strafraums zum Schuss: Sowohl Gomez` Versuch (22.) als auch Osorios Freistoßflanke (25.) flogen jedoch über die Latte. Ihre beste Chance verdankten die Schwaben zudem einem gegnerischen Abwehrfehler: Nach Ballverlust von Krizanac kam Cacau aus knapp zwölf Metern frei zum Schuss, traf allerdings nur den linken Pfosten (34.). Der Gegner tat zwar weniger für das Angriffsspiel, war dafür aber umso effektiver. Nachdem VfB-Goalie Lehmann bei Schüssen von Zyryanov (13.) und Danny (28.) noch rechtzeitig die Hände herausfahren konnte, glückte dem Gast zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff der erste entscheidende Tiefschlag: Dannys Flanke von der Grundlinie drückte der herangestürmte Semshov über die Linie.

Obwohl der VfB nach der Pause nun zwei Treffer erzielen musste, wenn er es wenigstens in die Verlängerung schaffen wollte, scheuten die Schwaben das Risiko. Selbst wenn die VfB-Angriffsmaschinerie einmal schnell rollte, waren die Gäste rechtzeitig zur Stelle, um gute Einschussgelegenheiten zu verhindern, wie zum Beispiel in der 48. Minute, als Hilbert über den Flügel sprintete, aber Simaks anschließender Schuss abgeblockt wurde. Den ersten halbwegs gefährlichen Ball in der zweiten Halbzeit bekam Zenit-Schlussmann Malafeev neun Zeigerumdrehungen später aufs Tor, jedoch war Gomez` Flachschuss aus 20 Metern kein Problem für ihn. Ansonsten verdiente sich der Gastgeber höchstens kleine Fleißkärtchen, Torchancen dagegen sprangen weiterhin kaum heraus. Erst in der Schlussphase leisteten sich die Schwaben dann jene Schlagzahl, die eigentlich für die ganze zweite Halbzeit von Nöten gewesen wäre. Doch Zenit war bestens gewappnet. Elsons Schuss gegen den Außenpfosten (78.) folgte zwar der sehenswerte 1:1-Ausgleich durch den in der Winterpause verpflichteten Timo Gebhart, der sich dabei gekonnt gegen drei Gegenspieler durchsetzte (80.). Mitten in Stuttgarts Drangperiode setzte den entscheidenden Schlag jedoch der ansonsten in der Offensive kaum noch in Erscheinung getretene Gast. Danny spielte den Ball am herausgeeilten Lehmann vorbei, wodurch der kurz zuvor eingewechselte Fayzulin nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte (86.). Mit der hauseigenen Spezialität, einem scharfen und effektiven Konterspiel, erledigte Zenit somit auch noch den dritten deutschen Klub und zog insgesamt verdient in die Runde der letzten 16 ein.

Senthuran Sivananda

Die Spielstatistik VfB Stuttgart - Zenit St. Petersburg