UEFA-Cup

Vorrunde

Zwischenrunde

Spielbericht Young Boys Bern - FC Brügge

Viel riskiert, wenig gewonnen

Machte noch den Ausgleichstreffer für die Young Boys: Seydou DoumbiaMachte noch den Ausgleichstreffer für die Young Boys: Seydou Doumbia

Die Berner Young Boys und der FC Brügge trennen sich nach einer auf beiden Seiten offensiv geführten Begegnung 2:2 unentschieden. Den ruhig und abgeklärt aufgetretenen Belgiern wird dieses Resultat mehr Freude bereiten als den Bernern, welche nun im Rückspiel über sich heraus wachsen müssen.

Die erste UEFA-Cup Hauptrundenpartie der Young Boys seit 15 Jahren begann mit unschönen Provokationen unter den beiden Fanblöcken. Das Motto „Peace for one Day“ musste auf später verschoben werden. Die Security hatte keine Mühe, sich im schwach besuchten Wankdorf zwischen die Streithähne zu schieben. Die erste Aktion auf dem Platz stand in völligem Gegensatz dazu. Man gedachte in Bern des am 31. August im Alter von 91 Jahren verstorbenen Albert Sing, der die Young Boys in den Jahren 1956 bis 1960 viermal in Serie zum Schweizer Meistertitel führte. Ähnliches ist vor und nach ihm noch keinem anderen geglückt.
Das Spiel startete mit einer gehörigen Portion Biss. Die Platzherren machten Druck nach vorne und Brügge wollten sich keineswegs nur mit der klassischen Gästerolle zufrieden geben. Den ersten guten Schuss aufs Tor gab Sonck nach elf Minuten ab. Die Young Boys brauchten aber keinen Weckruf, sondern nahmen gleich wieder Fahrt auf. Fünf Minuten später zog Schneuwly aus 25 Metern ab und brachte das Heimteam in Führung. Der Druck wurde aufrecht erhalten. Regazzoni konnte Stijnen nach 25 Minuten wieder prüfen. Der 13-fache belgische Meister ließ sich aber dadurch nicht beeindrucken und hielt weiterhin dagegen. Ein verlängerter Freistoß aus über 30 Metern hätte nach einer guten halben Stunde beinahe den Ausgleich gebracht. Wölfli rettete mit einem glücklichen Reflex. Nach 36 Minuten fiel dieser allerdings dann doch. Sonck wurde schön frei gespielt und konnte alleine auf das Berner Tor los ziehen. Der Abschluss bereitete ihm keine Probleme.
Für die zweite Hälfte brachte Petkovic Häberli für Degen, der in den ersten 45 Minuten wenig bewirken konnte. Tatsächlich wollten die Berner nach vorne mehr Druck machen. Zeitweise vielleicht sogar zu viel. Jedenfalls handelte sich Schneuwly schon nach fünf Minuten eine Gelbe Karte ein. Trotzdem boten die Gelbschwarzen den nur 10.200 Zuschauern nun munteren Kombinationsfußball. Petkovic wollte aber noch mehr für die Offensive tun und brachte Doumbia für Bastians, der seinen Job bis dahin ganz gut machte. Sein Plan ging einigermaßen auf, aber gleichzeitig stieg auch das Risiko, einen Konter der Belgier einzufangen. Kein Konter, aber eine kurze Druckphase von Brügge führte zur 2:1 Führung durch Clement (71.). Klar, dass die Belgier nun hinten alles dicht machten. Die Angriffsbemühungen der Berner blieben mehrheitlich harmlos. Immerhin konnte ihnen fehlende Kampfbereitschaft nicht nachgesagt werden. Förmlich durchbeißen konnte sich Doumbia in der 87. Minute und holte sich mit dem Ausgleich dafür den verdienten Lohn. Nur kurz danach jubelte der Berner Anhang erneut. Der vermeintliche Siegtreffer wurde aber wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Danach war Schluss. Die Young Boys hatten für viel Risiko etwas wenig Ertrag und müssen sich auf ein schweres Spiel in Belgien vorbereiten.

Andreas Beck, Bern