Europa League

Vorrunde

Spielbericht Hertha BSC - Bröndby IF

Matchwinner Kacar

Favres Glücksgriff für den Angriff: Gojko Kacar (Foto: Hertha BSC)Favres Glücksgriff für den Angriff: Gojko Kacar (Foto: Hertha BSC)

Über weite Strecken zäh zog sich die Partie, die für die finanziell klammen Berliner so wichtig war, über die Zeit. Zu allem Übel gingen die Gäste aus Dänemark dann auch noch in Führung. Trainer Favre reagierte, nahm Kacar in den Angriff und das Wunder seinen Lauf.

Mit einem Hochstart schienen die Berliner bereits in den ersten Minuten über Bröndby hinfegen zu wollen, denn in der 1. und 4. Minute hatte Wichniarek die ersten Chancen zur Führung, zielte jedoch zuerst vorbei und scheiterte danach am Schlussmann Andersen. Weil sich die Dänen aber dann doch recht zügig auf die Angriffslust der Hausherren einstellten und die Offensivkräfte Herthas besser markierten, blieb es längere Zeit ein Spiel zwischen den 16ern. Munterer wurde es vor den Toren erst wieder eine gute Viertelstunde vor der Pause. Zwei Versuche von Kacar aus der Distanz und per Kopf, ein Durchbruch von Friedrich sowie auf der Gegenseite einer erster Erfolg versprechender Angriff durch Morten Rasmussen brachten zwar jeweils Torgefahr, doch die Torhüter hielten die Null zur Halbzeit fest.

Als Ebert zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff die nächste Hertha-Möglichkeit verpasst hatte, folgte ein Rückschlag für die Hauptstädter: Gislason verlängerte per Hacke auf Morten Rasmussen, der, wohl knapp im Abseits, Drobny bezwang (51.). Als Hertha-Coach Favre erkannte, dass sich seine Stürmer Wichniarek und Domovchiyski nicht durchzusetzen vermochten, wechselte er beide aus, beorderte Kacar nach vorne und spielte ohne nominelle Angreifer weiter. Fast hätte Krohn-Dehli alle Hoffnungen der Berliner zerstört (66.), schoss allerdings knapp vorbei. Zwei Minuten später visierte Ebert per Freistoß nur die Latte an. Es sah nicht gut aus, doch die letzte Viertelstunde sollte alles verändern: Zuerst köpfte Kacar nach einer Nicu-Ecke zum Ausgleich ein (75.), dann hämmerte Dardei die Kugel aus 20 Metern in die Maschen (80.) und erneut Kacar per Kopf machte das kaum mehr für möglich gehaltene Weiterkommen für die Berliner perfekt (86.). Das Spiel war gedreht und die Favre-Truppe hatte nach der 1:2-Hinspielniederlage mit dem 3:1 doch noch die auch finanziell attraktive Gruppenphase der Europa League erreicht.

Ulrich Merk