Europa League

Spielbericht Hertha BSC - SC Heerenveen

Abwärtstrend fortgesetzt

Hatte zweimal die Chance zum Treffer: Adrian RamosHatte zweimal die Chance zum Treffer: Adrian Ramos

Auch gegen den in der holländischen Ehrendivision dahindümpelnden Pokalsieger Heerenveen vermochte es die krisengeplagte Hertha nicht, einen Erfolg einzufahren. Fortschritte waren im dritten Spiel unter der Betreuung von Trainer Funkel zudem nicht erkennbar.

Gerade einmal gut 13.000 Besucher hatten sich im Berliner Qlympiastadion eingefunden, die zu Beginn auch eine bemühte Heimelf im Vorwärtsgang sahen, doch bereits mit der ersten Torchance für Ramos, der knapp vorbei schoss (4.), eine Fortsetzung der Hertha-Abschlussschwäche miterlebten. Allerdings stellten sich die Niederländer recht schnell auf das gegnerische Offensivbemühen ein, zerstörten den Spielfluss und verlangsamten das Tempo. Dadurch blieben Strafraumszenen rar, auch häuften sich die Fehlpässe. Als Heerenveen dann seinerseits immer öfter in die Berliner Hälfte eindrang, passierte das, was die Herthaner unbedingt vermeiden wollten: die Führung der Gäste. Über Popov und Breuer war die Kugel vor dem Kasten von Burchert gelandet, wo der ungedeckte Losada dem Keeper der Hausherren keine Chance ließ (36.). Hertha raffte sich umgehend auf und hatte durch Cicero zwei gute Ausgleichsmöglichkeiten, doch einmal schoss der Brasilianer knapp übers Tor, um dann beim zweiten Versuch am gut reagierenden Schlussmann Vandenbussche zu scheitern.

Während Hertha mit dem Schwung der letzten Minuten die zweite Halbzeit begann und eine weitere gute Möglichkeit durch Ramos vergab (46.), blieben die Gäste punktuell gefährlich. So auch in der 55. Minute, als Papadopulos nur den Pfosten traf. Im weiteren Verlauf konzentrierte sich das Spielgeschehen indes wieder aufs Mittelfeld, wurde zäh und langweilig. Mit einem Lustenberger-Geschoss (75., knapp daneben) läutete Hertha, unterstützt durch den Platzverweis für Janmaat (76.), zwar eine überlegen geführte Schlussphase ein, doch außer einem Volleyschuss von Raffael (87.), den Vandenbussche klasse abtötete, brachten die Berliner keinen Hochkaräter mehr zustande. In der Nachspielzeit sah Ebert, bis dahin Herthas Bester, ärgerlicherweise nach einem unnötigen Protest beim Einwurf zudem noch Gelb-Rot und musste Sekunden vor seinen Kameraden unter die Dusche. Heerenveen hatte letztlich ein trockenes Tor und die grundsolide Abwehrarbeit gereicht, um die zumeist harmlosen Berliner zu bezwingen. Allerdings hatten die Gäste Glück, dass der Schiedsrichter in der Nachspielzeit das Handspiel Dingsdags (bei Raffaels Freistoß) nicht mit einem Elfer ahndete.

Ulrich Merk