Europa League

Spielbericht FC Sevilla - Borussia Dortmund

Knapp gescheitert

Lange genug auf dem Platz, um dem BVB das Weiterkommen zu vermasseln: Frederic KanouteLange genug auf dem Platz, um dem BVB das Weiterkommen zu vermasseln: Frederic Kanoute

Die Hypothek, unbedingt gewinnen zu müssen, verunsicherte die Schwarzgelben zwar nicht, ermöglichte es dem Gegner jedoch (dem das Unentschieden reichte), eine risikofreiere Spielweise zu praktizieren. Unter dem Motto "Raus mit Applaus" kann der BVB auf seine Gruppenspiele rückblicken.

Kagawas von Escude noch leicht abgefälschter Schuss fand seinen Weg - unhaltbar für Sevillas Keeper Palop - ins rechte Eck (4.) und ließ die schwarzgelbe Fußballseele jubeln: Ein Sieg war zwingend nötig, um im Wettbewerb zu verbleiben - und in diesem Moment hatte der prima startende BVB die Nase vorn. Die Gastgeber erholten sich jedoch vom Rückschlag. Weidenfeller konnte erste gefährliche Situationen noch bereinigen (15., gegen Romaric, 16., gegen Alexis und Kanoute), aber Sevillas Druck hielt an und der starke Kanoute war die entscheidende Kraft, das Blatt zu wenden. Der Malier leitete in der 31. Minute mit seiner Flanke über rechts jenen Angriff ein, den Romaric nach einer verunglückten Abwehr Piszczeks zum 1:1-Ausgleich nutzte. Nur vier Minuten später verwertete Kanoute eine Hereingabe Perottis, um mit einem platzierten Kopfball Sevilla mit 2:1 in Führung zu bringen. Größeren Schaden konnte er dann nicht mehr anrichten, da ihn eine Verletzung zum Ausscheiden zwang (41., Renato kam).

Vier Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da meldete der BVB sich zurück: Nach Sahins Eckstoß erzwang Subotic mit einem wuchtigen Kopfball den 2:2-Ausgleich. Die Erfolgsaussichten der Gäste waren wieder intakt - allein der nachfolgende Spielverlauf war nicht dazu angetan, den Bock umzustoßen. Sevilla nahm eine zunehmend strikte Defensivhaltung ein, die Dortmunder Chancen schon im Ansatz erstickte. Erst in der 87. Minute bot sich Götze nach einer langen Flanke am Sechzehnerrand eine Kopfballmöglichkeit, aber der weit heraus geeilte Palop hatte Glück, den Ball mit den Fingerspitzen noch abzufangen. Die Zeitverzögerungstaktiken der Spanier in der fünfminütigen Nachspielzeit ärgerten die Dortmunder - gewiss nicht zu Unrecht. Aber was sollte man anderes erwarten? Der BVB lieferte eine absolut anerkennenswerte Leistung in der Gruppenphase ab; das Scheitern war letzten Endes darauf zurückzuführen, dass man als bessere Mannschaft sein Heimspiel gegen Sevilla nicht erfolgreich abschloss.

André Schulin

Die Spielstatistik FC Sevilla - Borussia Dortmund