Frauen-Bundesliga

Spieltag

Der 22. Spieltag der Frauen-Bundesliga 2008/2009

Nach Nervenkrimi: Turbine Potsdam ist Deutscher Meister

Konnte die Schale hochhalten: Kapitänin Jennifer ZietzKonnte die Schale hochhalten: Kapitänin Jennifer Zietz

Mehr Spannung geht nicht: Turbine Potsdam hat seinen Ein-Tor-Vorsprung vor Bayern München behauptet und die Meisterschaft zum dritten Mal für sich entschieden. Die Saison wird als die vorerst spannendste in die junge Geschichte der Frauen-Bundesliga eingehen.

Hier die Ausgangskonstellation am letzten Spieltag: Erst durch das Nachholspiel, das Bayern und Duisburg unter der Woche bestritten hatten (0:4), war Potsdam an die Tabellenspitze gerutscht ­ aufgrund des um ein Tor besseren Torverhältnisses. Am letzten Spieltag dann deuteten die Ansetzungen einen Vorteil für den FC Bayern an, weil der zum bereits für die 2. Liga planenden Schlusslicht TSV Crailsheim reiste. Potsdam hatte dagegen den in der Rückrunde erstarkten Tabellensiebten VfL Wolfsburg zu Gast. Bei einem Sieg beider Mannschaften hätte das Torverhältnis entschieden. An dritter Stelle lauerte noch Duisburg auf seine, wenn auch geringe Chance: Bei Remis oder Niederlage der anderen hätte der DFB-Pokal- und Uefa-Pokal-Sieger bei eigenem Sieg gegen den SC Freiburg auch in der Bundesliga-Tabelle noch nach oben rücken können.

Alles sprach dafür, dass vor allem in Potsdam und Crailsheim viele Tore fallen würden ­ doch bis kurz vorm Halbzeitpfiff hatte sich in dieser Hinsicht nichts getan. An allen drei Schauplätzen stand es 0:0 - bis in Potsdam den „Torbienen“ in der 45. Minute ein Elfmeter zugesprochen wurde und Spielführerin Jennifer Zietz vor gut 2500 Zuschauern ihr Team in Führung brachte.

Danach begann das Toreschießen auf allen Plätzen: In der 47. Minute lieferte in Duisburg Torschützenkönigin Inka Grings den ersten Treffer, eine Minute später brachte Bianca Rech den FC Bayern in Führung. Der TSV hatte sich bis dahin als absolut kampfstark und konzentriert erwiesen, kam jetzt aber ins Schwimmen: In der 52. Minute erhöhte Nina Aigner auf 2:0 und zog mit Potsdam gleich. Dort wurde jedoch nur vier Minuten später Tabea Kemmes Treffer (56.) zum 2:0 bejubelt. Und als in der 61. Anja Mittag zum 3:0 traf, war klar: 1. gab es für Duisburg jetzt tabellentechnisch nichts mehr zu holen und 2. würde es Bayern nun richtig schwer haben. Die zwei eigenen Tore hatten den Münchnerinnen kurzzeitig Luft verschafft, aber der Druck blieb ­ und der hatte sich schon zuletzt nicht als hilfreich erwiesen. Denn im Spiel gegen Duisburg hatte der gejagte FCB nicht zu seiner Stärke gefunden und den zuvor errungenen Sieg gegen den Hamburger SV zwar eingefahren, das aber spielerisch nicht sehr überzeugend.

Und in Crailsheim hatten sich die Gastgeberinnen nun wieder gefangen. Die Münchnerinnen diktierten zwar das Spiel, aber erzielten keine Tore ­ auch aufgrund der blendend aufgelegten Torhüterin Kim Kaller. Die eingewechselte Nicole Banecki setzte sich schließlich in der 75. Minute durch und erhöhte auf 3:0. Eine Viertelstunde blieb, um aus dem Dauerbeschuss Kapital zu schlagen. Als in der 88. Minute Crailsheims Torhüterin verletzt ausgewechselt werden musste, dann fünf Minuten Nachspielzeit gegeben wurden und in Potsdam der Schlusspfiff ertönt war, schien noch einmal alles für Bayern möglich. Sie warfen alles nach vorn, aber die Crailsheimerinnen kämpften bis zur letzten Sekunde in der 1. Bundesliga. Ein bitteres Saisonfinale für München, dem die Meisterschaft lange sicher schien. Turbine Potsdam konnte dagegen schnell die DFB-Pokal-Schmach verwinden und Duisburg gewann 5:0 gegen Freiburg. Alle drei starten in der kommenden Saison in der Champions League.

Astrid Labbert

Die Spiele am 22. Spieltag der Frauen-Bundesliga 2008/2009

Datum Heim Gast Ergebnis
So 07.06. 14:00 Hamburger SV - Herforder SV 5:1 (4:0) Info
Wolfgang-Meyer Sportanlage (Hamburg)
400 Zuschauer
Schiri: Daniela Illing
Kulig (6.) 1:0
Vreden (8.) 2:0
Vreden (34.) 3:0
Kulig (38.) 4:0
4:1
Kulig (85.) 5:1




Pollmann (67.)

So 07.06. 14:00 FCR 2001 Duisburg - SC Freiburg 5:0 (0:0) Info
PCC-Stadion (Duisburg)
2.000 Zuschauer
Schiri: Katrin Rafalski (Deutschland)
Grings (47.) 1:0
Hartmann (53.) 2:0
Grings (60.) 3:0
Bresonik (61.) 4:0
Goddard (90.) 5:0





So 07.06. 14:00 TSV Crailsheim - FC Bayern München 0:3 (0:0) Info
Schönebürgstadion (Crailsheim)
1.700 Zuschauer
Schiri: Marija Kurtes (Düsseldorf)
0:1
0:2
0:3
Rech (48.)
Aigner (52.)
Banecki (57.)
So 07.06. 14:00 1. FFC Turbine Potsdam - VfL Wolfsburg 3:0 (1:0) Info
Karl-Liebknecht-Stadion (Potsdam)
2.500 Zuschauer
Schiri: Anja Kunick (Deutschland)
Zietz (45.) 1:0
Kemme (56.) 2:0
Mittag (61.) 3:0



So 07.06. 14:00 SG Essen-Schönebeck - 1. FFC Frankfurt 1:3 (0:0) Info
Bezirkssportanlage Am Hallo (Essen)
1.000 Zuschauer
Schiri: Inka Müller-Schmäh (Deutschland)
0:1
0:2
Nati (81.) 1:2
1:3
Hingst (63.)
Wunderlich (76.)

Hingst (85.)
So 07.06. 14:00 FF USV Jena - SC Bad Neuenahr 5:0 (3:0) Info
Sportzentrum Oberaue (Jena)
1.200 Zuschauer
Schiri: Monique Klauß
Anonma (22.) 1:0
Bayor (27.) 2:0
Anonma (33.) 3:0
Arnold (56.) 4:0
Anonma (87.) 5:0





Verlegte Spiele außerhalb des Spieltags

Datum Heim Gast Ergebnis
Mi 03.06. 19:00 FC Bayern München - FCR 2001 Duisburg 0:4 (0:1) Info
Sportpark Aschheim (Aschheim)
3.100 Zuschauer
Schiri: Christine Baitinger
0:1
0:2
0:3
0:4
Grings (45.)
Laudehr (56.)
Martini (66.)
Grings (86.)

Die Abschlusstabelle der Frauen-Bundesliga 2008/2009

  • Tabelle
  • zu Hause
  • Auswärts
  • Hinrunde
  • Rückrunde
  • Formtabelle
  • Kreuztabelle
Platz Verein Spiele S U N Tore Diff Pkt
1. (1.) 1. FFC Turbine Potsdam 22 17 3 2 67:19 +48 54
2. (2.) FC Bayern München 22 17 3 2 69:22 +47 54
3. (3.) FCR 2001 Duisburg 22 17 2 3 86:20 +66 53
4. (4.) 1. FFC Frankfurt 22 14 3 5 58:25 +33 45
5. (5.) SG Essen-Schönebeck 22 9 3 10 46:39 +7 30
6. (8.) Hamburger SV 22 9 2 11 53:49 +4 29
7. (6.) SC Freiburg 22 9 2 11 36:53 -17 29
8. (7.) VfL Wolfsburg 22 8 3 11 53:48 +5 27
9. (9.) FF USV Jena 22 7 2 13 32:56 -24 23
10. (10.) SC Bad Neuenahr 22 5 3 14 26:74 -48 18
11. (11.) Herforder SV 22 4 2 16 23:79 -56 14
12. (12.) TSV Crailsheim 22 1 2 19 14:79 -65 5
Die beiden letzten Mannschaften steigen ab.