Hatte sich wahrscheinlich ein erfolgreicheres Debüt vorgestellt: Timo Hildebrand"Das Ergebnis ist zweitrangig", ließ Bundescoach Rudi Völler vorab vernehmen. Seine Notelf (Nowotny, Ballack, Baumann und Wörns mussten mehr oder weniger kurzfristig absagen) nahm dieses Statement leider nur allzu wörtlich.
Das Debakel von Bukarest deutete sich in den ersten zwanzig Minuten in dieser Größenordnung noch nicht an. Zwar gab es bereits Abspielfehler und Abstimmungsprobleme in der Vorwärtsbewegung, doch immerhin tauchte Kuranyi in der 13. Minute einmal gefährlich vor dem großartig reagierenden Schlussmann der Rumänen Lobert auf. Doch erkennbar war bereits, dass der Ball wesentlich flüssiger durch die Reihen der motivierten, laufstarken Osteuropäer lief. Ein Fehlpass von Ernst leitete die Führung der Gastgeber ein. Plesan ließ die Ersatzleute in der Innenverteidigung, Jeremies und Ramelow, leichtfüßig stehen und knallte die Kugel unhaltbar für Kahn in den linken Torwinkel (21.). Zwei Minuten später brach Verteidiger Rat am linken Flügel durch, hängte Schneider ab und überlupfte den zu früh abtauchenden Kahn. Der Doppelschlag sorgte für reichlich Chaos im Team der Deutschen, die sich zwar durch Kuranyi (25. und 32.) weitere Möglichkeiten erspielten, aber den schnellen Kombinationen der Rumänien ohne sonderliche Gegenwehr gegenüberstanden. Angreifer Danciulescu hämmerte den Ball aus kurzer Entfernung nach einer Petre-Flanke unter die Querlatte (34.) und köpfte auch das 4:0 (43.) unbehindert ins Netz von Kahn. Der höchste Halbzeitrückstand einer DFB-Elf seit 1913 war perfekt.
Im zweiten Durchgang verbesserte sich das Spiel der Deutschen keineswegs. Der Unterschied zur ersten Hälfte lag allein in der Tatsache, dass die Rumänen ihr schwungvolles Angriffsspiel nicht konsequent zu weiteren Treffen nutzten. Im Tor stand verabredungsgemäß seit der Halbzeit Stuttgarts Hildebrand, der mit Glück (Innenpfostenschuss) und mit einer schönen Parade gegen Stoican vorerst um ein Tor herumkam. Gegen den Treffer von Caramin in der 84. Minute hatte der VfB-Torwart allerdings keine Chance. Linksverteidiger Lahm gelang zwar zwei Minuten vor Schluss noch die Ergebniskosmetik als er Freiers Vorarbeit vollendete, doch dieses Tor änderte nichts am katastrophalen Auftritt des DFB-Teams, dem es an Einsatz, Abstimmung und Ballsicherheit fehlte. Aber das Ergebnis war schließlich zweitrangig...
Rumänien
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Mihaita Plesan | 21. | (Linksschuss) |
| 2:0 | Razvan Rat | 23. | (Linksschuss, Dica) |
| 3:0 | Ionel Danciulescu | 34. | (Rechtsschuss, Petre) |
| 4:0 | Ionel Danciulescu | 43. | (Kopfball, Stoican) |
| 5:0 | Gabriel Gheorghi Caramarin | 84. | (Rechtsschuss, Neaga) |
| 5:1 | Philipp Lahm | 88. | (Rechtsschuss, Freier) |
Aufstellung Rumänien![]() |
|---|
| Bogdan Lobont |
| Flavius Stoican |
| Cristian Chivu |
| Adrian Iencsi |
| Razvan Rat |
| Florentin Petre |
| Mirel Radoi |
| Nicolae Marius Dica |
| Mihaita Plesan |
| Ionel Danciulescu |
| Ioan Viorel Ganea |
Aufstellung Deutschland |
|---|
| Oliver Kahn |
| Arne Friedrich |
| Carsten Ramelow |
| Jens Jeremies |
| Philipp Lahm |
| Torsten Frings |
| Dietmar Hamann |
| Fabian Ernst |
| Bernd Schneider |
| Fredi Bobic |
| Kevin Kuranyi |
Wechsel Rumänien![]() |
|
|---|---|
| Sorin Ghionea für Cristian Chivu |
(34.) |
| Adrian Neaga für Ionel Danciulescu |
(69.) |
| Gabriel Gheorghi Caramarin für Nicolae Marius Dica |
(69.) |
| Cosmin Marius Contra für Florentin Petre |
(78.) |
| Ovidiu Petre für Mihaita Plesan |
(78.) |
Wechsel Deutschland |
|
|---|---|
| Paul Freier für Torsten Frings |
(46.) |
| Timo Hildebrand für Oliver Kahn |
(46.) |
| Oliver Neuville für Fredi Bobic |
(61.) |
| Sebastian Kehl für Fabian Ernst |
(78.) |
Trainer Rumänien![]() |
|---|
| Anghel Iordanescu |
Trainer Deutschland |
|---|
| Rudi Völler |