Freundschaftsspiele

Spielbericht Deutschland - Georgien

Zurück aus dem Märchenland

Kein eiskalter Knipser:
Mike HankeKein eiskalter Knipser:
Mike Hanke

In aller Freundschaft hatte sich der DFB Georgien ins Haus geladen. Das Kräftemessen wurde allerdings weder ein Lustspiel noch ein Schützenfest. Das Team von Klaus Toppmöller bot Deutschlands Ergänzungself einen harten Schlagabtausch inklusive Platzverweisen, Rudelbildung und zweier Abseitstore. Am Ende siegte die deutsche Mannschaft verdient, aber mühevoll mit 2:0. Aufschlüsse für die EM-Quali gab es nur wenige.

Joachim Löw warf mit Fritz und Trochowski direkt zwei Debütanten ins Wasser, zudem wurden mit Hildebrand und Mike Hanke zwei Spieler für ihre braven Statistenrollen beim Sommermärchen belohnt. Die vielen Umstellungen nahmen unweigerlich jenen Schwung aus dem Team, den man in letzten Partien noch gesehen hatte, ohne dass man daraus allerdings konkrete Vorwürfe erheben konnte. Georgien war eingespielt, kompakt und konterstark, was insgesamt ein nahezu ausgeglichenes Bild ergab. Chancen von Trochowski (7.) und Ballack (8.) beantworteten die Gäste mit einem Schuss ans Lattenkreuz (13.), der Deutschlands Hintermannschaft leicht düpierte. Als Hildebrand und Fritz gemeinsam gegen Martsvaladze klären mussten (17.), drohte Deutschland kurzzeitig den Faden zu verlieren. Mehr Substanz in der Vorwärtsbewegung aber hatten immer noch die Gastgeber. Nach einer Flanke Trochowskis legte Ballack quer auf Schweinsteiger, der aus 25 Metern abzog und mit perfekter Schusstechnik halbhoch ins Netz traf (24.). Das Spiel verflachte nun, weil das Löw-Team den inneren Frieden finden wollte und auch verstanden hatte, dass Georgien patent zu kontern imstande war. Fast wäre aber der Ausgleich aus dem Himmel gefallen, als Hildebrand Arne Friedrich mit einem uncharmanten Zuspiel in Bedrängnis brachte. Kobiashvili jagte dazwischen und legte quer, Martvaladze aber schoss am leeren Tor vorbei (35.). Fast mit dem Halbzeitpfiff traf der Stürmer von Dynamo Kiew dann doch noch ins Gehäuse, stand dabei aber knapp im Abseits.

Der zweite Durchgang begann mit der großen Chance auf das 2:0, doch Mike Hanke, der schon vorher eine gute Möglichkeit versiebt hatte (39.), scheiterte mit einem Kopfballaufsetzer aus sechs Metern am georgischen Keeper (47.). Völlig ohne Not wurde es dann hektisch. Podolski wurde von Khizanisvili gefoult und ließ sich gebückt am Boden liegend zu einer Revanche verleiten. Mit dem rechten Bein trat er nach und bekam ohne Umschweife von Schiri Lehner, der zumal einen halben Meter daneben stand, den Roten Karton gezeigt. Nach kurzer Rudelbildung ging es weiter mit Fußball, wobei sich das deutsche Team in gar keine Unterzahlrolle hineindrängen ließ. Schweinsteiger (55.) und Ballack (60.) kamen zu guten Gelegenheiten, und wenig später war Georgiens Vorteil sowieso wieder dahin, weil nach einem Foul gegen Hanke auch besagter Khizanisvili vorzeitig duschen musste. Georgien traf das Urteil härter als zuvor das deutsche Team, zumal die Gäste ohnehin dem hohen Tempo des ersten Durchgangs nicht mehr gerecht werden konnten. Als sich dann Ballack von Schweinsteiger bedienen ließ und von der Strafraumkante trocken das 2:0 besorgte, waren endgültig sowohl Spannung als auch Unruhe aus der Partie (66.). Demetradze traf zwar mit einem Schrägschuss noch mal ins Netz, stand dabei aber noch deutlicher im Abseits als sein Kollege im ersten Durchgang. Durch ein beiderseitiges Wechselbad um den Spielfluss beraubt siechte die Partie dann ihrem Ende entgegen. Unter dem Strich stand ein deutscher Arbeitssieg über einen unbequemen Gegner, der sich ordentlich verkaufte, aber nie echter ein Prüfstein war. Das wiederum lag zuvorderst an der deutschen Aufstellung.

Maik Großmann

Die Spielstatistik Deutschland - Georgien

Deutschland

-

Georgien

2:0 (1:0)

Freundschaftsspiele 2006,  
07.10.2006, 20:00 Uhr
Ostseestadion (Rostock), 28.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Gerald Lehner (Österreich)
Tore
1:0 Bastian Schweinsteiger 24. (Rechtsschuss, Ballack)
2:0 Michael Ballack 67. (Linksschuss, Schweinsteiger)
Karten Deutschland
Rot für Lukas Podolski (48.)
Karten Georgien
Gelb-Rot für Zurab Khizanishvili (62.)
Gelb für Levan Tskitishvili
Gelb für Zurab Menteshashvili