Vom Breisgau nach Berlin: Felix BastiansAm 19. Spieltag könnten etliche Debüts gewechselter Spieler anstehen, auf jeden Fall aber ist diese Runde für die Klubs im unteren Drittel wichtig: Die sechs Letztplatzierten bleiben in ihren Spielen unter sich.
„Neun Unentschieden sind kein Ruhmesblatt“, findet Mirko Slomka. Die zahlreichen Punkteteilungen - darunter fünf in den letzten Spielen - bremsten die 96er in ihrem Bestreben aus, erneut um die internationalen Startplätze mitzuspielen. Bei ihren ersten Freitagsspiel dieser Saison, gegen den 1. FC Nürnberg, können die „Roten“ nicht auf Haggui (Tunesien) und Ya Konan (Elfenbeinküste) zurückgreifen, die für den Afrika-Cup abgestellt wurden. Eine gewisse personelle Entlastung zeichnet sich dagegen beim Gegner ab. Der FCN kann mit den genesenen Feulner, Frantz und Nilsson planen. Für den neu verpflichteten, früheren 96er Hanno Balitsch kommt ein Einsatz an alter Wirkungsstätte indes noch zu früh.
Bremen-Leverkusen
Hertha BSC-Hamburger SV
Augsburg-Kaiserslautern
Werder Bremens Ausfallliste ist nicht klein. Besonders in der Abwehr drückt der Schuh, deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass gegen Leverkusen mit Florian Hartherz (18 Jahre) und dem frisch von Young Boys Bern verpflichteten Francois Affolter (20) zwei junge Akteure ihr Bundesligadebüt bei den Grünweißen geben. Mittelfeldakteur Zlatko Junuzovic, jüngst von Austria Wien losgeeist, ist für das Wochenende noch kein Thema. Bayers Personalstand ist gegenüber der Vorwoche unverändert. Das Duell der schlecht in die Rückserie gestarteten Teams von Hertha und HSV fordert Beiden einen Sieg ab, will man nicht Gefahr laufen, ganz tief in den Abstiegskampf eingebunden zu werden. „Wenn man sieben Spiele nicht gewonnen hat, wird es Zeit, damit der Druck nicht zu groß wird“, merkt Hertha-Coach Michael Skibbe an, dem im von Freiburg nach Berlin gewechselten Felix Bastians eine neue Abwehralternative zur Verfügung steht. Der Vorsprung auf Augsburg und Kaiserslautern - den Kontrahenten einer weiteren Kellerpartie dieses Spieltages - ist gering. Zwei Neue könnten im Trikot der Pfälzer ihr Debüt geben: Stürmer Sandro Wagner und Abwehrspieler Anthar Yahia.
Dortmund-Hoffenheim
München-Wolfsburg
Köln-Schalke
„Es muss auch ohne ihn gehen“, nimmt Jürgen Klopp andere BVB-Akteure in die Pflicht, die den unerwartet langen Ausfall Mario Götzes (6 bis 8 Wochen) kompensieren sollen. Sein Hoffenheimer Trainerkollege Holger Stanislawski, der mit den Kraichgauern zum Kräftemessen anreist, hat weitaus größere Probleme zu bewältigen. Deshalb versuchte er, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität im TSG-Anhang aufzudecken: „Diese Mannschaft ist im Umbau. Es ist ein Prozess, der dauert.“ Teil des Umbaus ist es auch, die Wirtschaftlichkeit des Vereins zu verbessern. Unter diesem Gesichtspunkt wurde Vedad Ibisevic verkauft (zum VfB). Die Stichworte Umbau und Wolfsburg leiten zum Gastspiel der „Wölfe“ beim FC Bayern über. Felix Magath nominierte sechs Neuzugänge in den vorläufigen 20er-Kader. Besondere Hoffnungen sind aber mit dem möglichen Comeback Mario Mandzukics verbunden. „Sie werden sich für ihre schwache Leistung zum Auftakt in Gladbach rehabilitieren wollen“, rechnet Magath mit hoch motivierten Münchnern, sieht seine Elf aber durch den Erfolg über Köln gestärkt. Der FC empfängt mit dem FC Schalke eines der vier Topteams, das ohne seinen Kapitän Benedikt Höwedes (Jochbeinbruch) anreist. Huub Stevens, einst selbst Coach der Kölner, spielt die Favoritenrolle jedoch herunter: „Jeder kann jeden schlagen.“
Mainz-Freiburg
Stuttgart-Gladbach
Mainz konnte den SC Freiburg in der Hinrunde auswärts mit 2:1 schlagen, steht derzeit aber lediglich zwei Zähler besser als die Breisgauer da. Ärgerlich für die 05er, dass mit Sami Allagui eine Option für den Angriff ausfällt (Afrika-Cup/für Tunesien). Der SC Freiburg kämpft allerdings mit dem gleichen Problem: Stürmer Garra Dembele (Mali) weilt ebenfalls in höherer Mission auf dem Schwarzen Kontinent. „Ich hoffe, dass wir dem Druck von Mainz und ihrer erwarteten Aggressivität standhalten können“, blickt SCF-Coach Christian Streich dem Kellerduell erwartungsvoll entgegen. Seit elf Spielen ist der VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach unbesiegt. Damit das so bleibt, fordert Bruno Labbadia mehr Konzentration in der Abwehrarbeit: „In den ersten acht, neun Spielen gehörten wir zu den defensiv stärksten Teams, haben bei Standards gut ausgesehen. Hier waren wir jüngst zu nachlässig …“. Nichtsdestotrotz will er gegen Gladbach eine Systemumstellung auf zwei Spitzen vornehmen: „Mit Vedad haben wir den Stürmer erhalten, den wir wollten“, kündigt er den Einsatz des neu verpflichteten Ibisevic an.