17.02.2012 16:25Bundesliga

Hertha vor dem Jubiläum: 1.000 mal Bundesliga

Steht vor seinem insgesamt 400. Spiel für den Club: Raphael SchäferSteht vor seinem insgesamt 400. Spiel für den Club: Raphael Schäfer

Ein Highlight des 22. Spieltages: Das 96. Nordderby zwischen Hamburg und Bremen. Hertha BSC wird bei seinem 1000. Bundesligaspiel vermutlich noch mit einer Interimslösung auf der Trainerbank arbeiten, derweil Raphael Schäfer im Kasten der Nürnberger seinen Einsatz Nr. 400 für den Club absolviert.

Mit einer Flutlichtpartie - gegen den FSV Mainz - gibt Markus Babbel seinen Trainereinstand bei 1899 Hoffenheim in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena. In den letzten fünf Begegnungen hatten die Kraichgauer dort nur Unentschieden zustande gebracht, was u.a. zu Babbels Verpflichtung beitrug. „Zunächst muss die Mannschaft wieder das Gefühl bekommen, wie es ist zu gewinnen“, hofft der neue Coach auf einen Dreier. Die zuletzt gesperrten Babel und Salihovic werden vermutlich wieder in der Startelf stehen. Von Remis’ hat aber auch der Gegner die Nase voll: „Für unser Gefühl haben wir deutlich zu viele Unentschieden“, findet Thomas Tuchel, der Bungert (gesperrt) und Pospech (verletzt) ersetzen muss. Die dem als „Karnevalsklub“ FSV Mainz zugesprochene, ganz spezielle Jahreszeit, bedeutet Tuchel übrigens nicht viel: „Die Chance, dass ich am Rosenmontag verkleidet unterwegs bin, die geht gegen null.“

Freiburg-FC Bayern
Kaiserslautern-Gladbach
Leverkusen-Augsburg

Ziemlich gegen null tendiert angesichts der Statistik auch die Chance des SC Freiburg, die verheerend schwarze Serie gegen den FC Bayern zu beenden. Ein Unentschieden, aber 17 Niederlagen kassierten die Breisgauer aus den letzten 17 Vergleichen. „Wir müssen schauen, dass wir wenig Fehler machen“, sagt Christian Streich. Dass das 0:7-Debakel aus dem Hinspiel noch in den Köpfen hängt, glaubt er nicht. „Es sind ja mittlerweile auch schon wieder so viele Spiele gespielt …“. Gegen Mönchengladbach unterlag der 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg seit September 1995 nicht mehr. Die exzellente Form der „Fohlen“, die die angeschlagenen Marx, Stranzl und Hanke (Grippe) ersetzen müssen, ist den Pfälzern nicht entgangen. „In der Bundesliga ist jede Mannschaft schlagbar. Ich weiß, dass wir die Qualität haben, um wieder eine Serie zu starten“, ist FCK-Kapitän Christian Tiffert jedoch zuversichtlich, dass Lauterns Serie gegen Gladbach hält. Der FC Augsburg ist im Gastspiel bei Bayer Leverkusen absoluter Außenseiter. „Leverkusen ist unser Barcelona.“, verglich FCA-Manager Andreas Rettig beide Teams. „Und wir sind auch absolut gewillt, dieser Rolle gerecht zu werden“, griff Bayer-Coach Robin Dutt den Vergleich auf.

Hamburg-Bremen
Hertha-Dortmund
Nürnberg-Köln

Das große Nordderby zwischen HSV und Werder erlebt seine 96. Bundesligaauflage. Für Hamburgs Coach Thorsten Fink kommt das Prestigeduell zu einem guten Zeitpunkt. „Wir gehen zum ersten Mal mit positivem Druck ins Spiel“, meint er, darauf anspielend, dass die „Rothosen“ auch ergebnistechnisch im Aufwind sind. In Bremen wird die Steigerung des Konkurrenten anerkannt (Thomas Schaaf: „Sie funktionieren wieder als Mannschaft, in der jeder die Aufgaben auf den einzelnen Positionen richtig gut ausfüllt“), ohne die eigenen Ambitionen zu verbergen. Geschäftsführer Klaus Aloffs: „Wir haben oft genug bewiesen, dass wir dort gut aussehen können“. Borussia Dortmund hofft, nachdem mit Kagawa (Außenbandanriss) ein weiterer torgefährlicher Aufbauspieler ausgefallen ist, trotzdem seine dominante Spielweise der Hertha aufdrücken zu können. Bei den Berlinern, die vor ihrem 1000. Bundesligaspiel stehen, verdichteten sich die Hinweise, dass Andries Jonker (FCB Regionalliga) als Nachfolger Markus Babbels favorisiert wird. Nürnbergs Neuverpflichtung Hanno Balitsch wird vermutlich im Spiel gegen den 1. FC Köln sein Debüt bei den Franken geben, zu einem Zeitpunkt, den FCN-Vorstandsmitglied Martin Bader als richtungsweisend einschätzt: „Jetzt beginnen die entscheidenden Wochen …“. Raphael Schäfer steht zum 400. Mal im Club-Tor.

Schalke-Wolfsburg
Hannover-Stuttgart

Während die Meinungen darüber differieren, wie viel „Magath“ noch in Schalke steckt, hat der Wolfsburger Coach vor der Rückkehr nach Gelsenkirchen den VfL wieder halbwegs ins Laufen gebracht. „Es ist einfach mal an der Zeit, dass wir auswärts etwas holen“, meint etwa Ashkan Dejagah und drückt damit das neu gewonnene Selbstvertrauen der „Wölfe“ aus. Schalke muss auf drei gesperrte Spieler verzichten (Jones, Höwedes, Obasi). Zwei Gewinner-Teams treffen im letzten Spiel aufeinander: Hannover 96, der 2:1-Sieger des EL-Hinspiels gegen Brügge, erwartet den VfB Stuttgart, der sich zuletzt gegen Hertha den Rückserienfrust von der Seele schoss (5:0). „Es gibt keinen Grund, etwas zu verändern, die Mannschaft hat gegen Berlin hervorragend gespielt“, wird Bruno Labbadia sein Winning-Team wohl nicht verändern.