09.02.2012 13:16DFB-Pokal

Ernüchterte Gastgeber

Schoss Zweitligist Greuther Fürth ins Halbfinale: Olivier OcceanSchoss Zweitligist Greuther Fürth ins Halbfinale: Olivier Occean

Alle vier Partien gingen an die Gäste. Dortmund und der FC Bayern wurden ihrer Favoritenrolle mehr oder minder problemlos gerecht, während Gladbach von einer Fehlentscheidung profitierte. Hoffenheims Niederlage gegen Greuther Fürth mündete tags darauf in die Trennung von Trainer Holger Stanislawski.

Holstein Kiels bis dahin großartige Pokalsaison endete, als der Regionalligist an seine Grenzen stieß: Borussia Dortmund war - auch auf dem von den Schwarzgelben monierten, betonhart gefrorenen Untergrund - in jeder Hinsicht überlegen. Der zeitige, in der Entstehung glückliche Führungstreffer durch Lewandowski (11.) sowie Kagawas wenig später folgende Ergebnisaufstockung (18.) unterbanden bereits im Ansatz die Chance, dass der Underdog sich in einen Spielrausch versetzen und ein weiteres Wunder hätte erreichen können. Barrios (80.) und Perisic (87.) stellten in der Schlussphase mit für sie erfreulichen Erfolgserlebnissen den 4:0-Endstand eines nie gefährdeten Sieges her. Auch Bayern Münchens Erfolg beim VfB Stuttgart stand aufgrund des Spielverlaufs nicht zur Disposition. Allein Schweinsteigers Verletzung (17., Außenbandriss, Alaba wurde eingewechselt) trübte den Auftritt der Gäste. „Das, was wir heute abgeliefert haben, war eine absolute Frechheit, da war null Leidenschaft da“, zürnte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic, der lediglich Sven Ulreich lobte, dessen Paraden die Niederlage in Grenzen hielten. An den Treffern der freistehenden Ribery (30.) und Gomez (46.) konnte der Keeper nichts machen.

Verständlicher Ärger bei der Hertha: Ein unberechtigter Elfermeter und Platzverweis gegen Hubnik leiteten die Heimniederlage gegen Mönchengladbach ein. In der Verlängerung, Berlin hatte bis dahin mehr vom Spiel und bei Niemeyers Pfostentreffer viel Pech entwickelt (61.), täuschte de Camargo vor - im Anschluss an einen Zweikampf mit Hubnik - vom Tschechen per Kopfstoß getroffen zu sein. Daems verwandelte den Strafstoß zum 1:0 (101.). In den letzten Minuten ließen noch Ramos (119.) und Hanke (120.) freistehend gute Möglichkeiten aus, der eingewechselte Wendt war jedoch in der Nachspielzeit zur Stelle, um zum 2:0 abzustauben, nachdem de Camargos Vorstoß gestoppt wurde. Zweitligist Greuther Fürth erreichte mittels seines 1:0-Erfolges bei der TSG Hoffenheim das Halbfinale und brachte das zuvor schon angerissene Band zwischen den Kraichgauern und Coach Holger Stanislawski zum Reißen. Bis zum Platzverweis für Compper (36., Rote Karte) machten die auf mehreren Positionen umgestellten Gastgeber keinen schlechten Eindruck, doch danach setzten sich die Fürther zunehmend besser in Szene. Speziell beim 1:0-Treffer durch Occean, der zwei Abwehrspieler düpierte und kurz vor der Pause die wichtige Führung markierte. Auch nach dem Seitenwechsel waren vereinzelte Vorstöße des Zweitligisten gefährlich, derweil Hoffenheim in Unterzahl keinen Druck erzeugen konnte. In der letzten Minute hätte Fürstner fast noch das 2:0 markiert, sein Schuss prallte jedoch nur gegen die Querlatte des TSG-Gehäuses.

André Schulin