30.10.2014 13:11DFB-Pokal

Krimi in Magdeburg

Schoss ein spektakuläres Tor, scheiterte jedoch mit Magdeburg an Leverkusen: Niklas BrandtSchoss ein spektakuläres Tor, scheiterte jedoch mit Magdeburg an Leverkusen: Niklas Brandt

Während am Dienstag noch mehrheitlich die Gastgeber-Teams das bessere Ende für sich beanspruchten, setzten sich am Mittwoch zumeist die angereisten Mannschaften durch. Den dramaturgischen Gipfel lieferte die Partie zwischen Viertligist 1. FC Magdeburg und Bayer Leverkusen.

Ein flatternder Freistoß Calhanoglus überraschte Magdeburgs Keeper Glinker und bescherte Leverkusen eine frühe 1:0-Führung (3.). Papadopoulos' Ballverlust und Lenos schwacher Abwehrversuch ermöglichten dem Underdog dann den relativ raschen, unerwarteten 1:1-Ausgleich (28., Siefkes), der Wasser auf die Mühlen des Regionalligisten war. In der Folge entwickelte sich eine völlig offene Pokalschlacht, in der beide Teams jeweils zweimal am gegnerischen Gebälk scheiterten. Bayer musste nach einem Tritt von Son gegen Bankert ab der 78. Minute (Rote Karte) in Unterzahl spielen, was Magdeburg begünstigte. Ein herrlicher Distanztreffer von Niklas Brandt in der Verlängerung schien die Sachsen-Anhalter sogar in die nächste Runde zu bringen (111.) - aber Leverkusen egalisierte wenig später durch Papadopoulos' Kopfballtreffer zum 2:2 (116.). Das Elfmeterschießen musste entscheiden, und auch hier entwickelte es sich zunächst ausgesprochen gut für Madgeburg: Glinker parierte den Schuss von Spahic und etwas später konnte auch Kießling das Leder nicht versenken (Lattentreffer). Magdeburg war zwei Treffer im Vorteil, aber dann schlug Lenos Stunde. Bayers Keeper wehrte die beiden nächsten Schüsse ab (Hebisch und Brandt) und stellte damit den Ausgleich her. Als er dann auch noch den Versuch des siebten Magdeburger Schützen abwehrte (Fuchs), hatte der Bundesligist sich schließlich doch noch gegen den beherzt aufspielenden Viertligisten behauptet (Endstand: 6:7 n.E.). "Es hätte durchaus auch anders ausgehen können", bestätigte Bayer-Coach Roger Schmidt.

Das traf ebenfalls auf das Duell Kickers Würzburg gegen Eintracht Braunschweig zu, das der Zweitligist mit 1:0 gewann (78., Nielsen). Unruhe entstand noch kurz vor Schluss, als ein vermeintlicher Treffer des Tabellenführers der Regionalliga Süd zurecht wegen Abseitsstellung des Schützen aberkannt wurde (87., Bieber). Die drei anderen Auswärtssiege waren mehr oder minder klare Angelegenheiten. Freiburgs 5:2-Erfolg bei 1860 München fiel allerdings höher aus, als es Spielverlauf hergab. Am Ende jedoch dominierten die Breisgauer, bei denen Dreifach-Torschütze Mehmedi herausragte, deutlich. Mönchengladbach hingegen machte es sich durch seine verbesserungswürdige Chancenverwertung beim Gastspiel in Frankfurt selber schwer. Lucien Favres Kicker hatten die Partie weitestgehend im Griff und führten verdient durch Hazard (17.) und Traore (67.), bevor der 1:2-Anschluss durch Kadlec der Eintracht noch für kurze Zeit Hoffnung auf eine Verlängerung machte, die jedoch nicht erreicht wurde. Beim 3:1-Auswärtserfolg der Bayern in Hamburg siegte das klar überlegene Team verdient, wenngleich der HSV beim frühen 0:1-Rückstand kräftig mithalf (Rückpass Westermann), Drobny bei Alabas 2:0-Treffer nicht gut aussah (44.) und die Gäste Glück bei Riberys abgefälschtem 3:0 hatten (55.). Drobny hielt die Niederlage später mit starken Paraden in Grenzen und Lasogga setzte den aufgrund der kämpferischen Einstellung verdienten Ehrentreffer (85.).

Hart umkämpft war der Zweitliga-Vergleich zwischen RB Leipzig und Erzgebirge Aue. Dass Leipzig schließlich als 3:1-Sieger nach Verlängerung die nächste Runde erreichte, war ein wenig schmeichelhaft. Aue war glücklich zur 1:0-Führung gekommen (20., Eigentor Klostermann), vergab in der regulären Spielzeit jedoch auf teilweise haarsträubende Art Chancen, mit dem zweiten Treffer alles klar zu machen. In der Nachspielzeit glich Poulsen per Kopfball zum 1:1 aus, und in der Verlängerung besiegelten schließlich Treffer von Kaiser (98.) und Boyd (108.) den Favoritensieg. Ungefährdete Heimerfolge verbuchten der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim gegen ihre Zweitliga-Opponenten. Der VfL lag zwar nach einem guten Konter des 1. FC Heidenheim zunächst zurück (12., Schnatterer), behielt jedoch die Spielkontrolle und drehte die Partie in einen 4:1-Sieg. Gustavo traf zweimal. Hoffenheim konnte sich beim 5:1-Erfolg gegen den FSV Frankfurt wieder einmal auf Firmino verlassen. Der groß aufspielende Brasilianer bereitete zwei Tore vor und brachte das Spielgerät zweimal persönlich über die Linie.