24.02.2012 10:41Europa League

Unnötig spannend gemacht

Sorgte gleich für alle drei Schalker Tore: Klaas Jan HuntelaarSorgte gleich für alle drei Schalker Tore: Klaas Jan Huntelaar

Der FC Schalke 04 löste gegen Viktoria Pilsen das Ticket für das Europa-League-Achtelfinale erst in der Verlängerung. Dabei hätten die Schalker die Partie eigentlich nicht so spannend machen müssen, wenn sie nicht nach der frühen Führung ihren Offensivdrang eingestellt hätten.

In der Europa League hatten die Schalker in dieser Saison schon ein paar Schützenfeste abgeliefert. Nach den Kantersiegen gegen Helsinki (6:1) und in Larnaka (5:0) durften sie auch gegen Viktoria Pilsen von einem deutlichen Erfolg träumen - allerdings nur in der Anfangsphase. Die Königsblauen gingen früh in Führung. Nachdem Viktoria-Schlussmann Cech Draxlers Distanzversuch nur nach vorne abgewehrt hatte, staubte Huntelaar zum 1:0 ab (8.). Danach blieben die Knappen am Drücker, bevor sie sich nach zwanzig Minuten zurückzogen und lediglich die knappe Führung über die Zeit bringen wollten. Der Gastgeber aus Gelsenkirchen war nun in der Vorwärtsbewegung vor allem auf Spielkontrolle und Ballsicherung bedacht, der Zug zum Tor fehlte. Immerhin hatten die Hausherren das Geschehen weitgehend im Griff. Schalke-Keeper Hildebrand, der den verletzten Unnerstall vertrat, wurde jedenfalls kaum geprüft. Und bei den wenigen Möglichkeiten für Pilsen hatte er das Glück auf seiner Seite. Cisovskys Treffer wurde wegen Abseits zu Recht nicht gegeben (24.). Kolars Kopfball landete lediglich am rechten Pfosten (28.).

Nach genau einer Stunde erwies zudem Stoßstürmer Bakos seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er nach einer Tätlichkeit am Schalker Geburtstagskind Papadopoulos die Rote Karte sah. Die Dinge liefen nun für Schalke. Doch die Gastgeber versäumten es, für eine beruhigende Führung zu sorgen. Raul kam an Farfans Freistoßflanke noch mit seinem Hinterkopf heran, aber sein Kopfball flog am rechten Pfosten vorbei (70.). Der eingewechselte Obasi tanzte eine Viertelstunde später einen Gegenspieler aus und passte zu Huntelaar, allerdings drosch der Niederländer die Kugel übers Tor. Die Tschechen zeigten sich vom Platzverweis zwar unbeeindruckt, jedoch spielten sie sich kaum Torchancen heraus. Der überraschende Ausgleichstreffer kurz vor dem Abpfiff war auch eher ein Zufallsprodukt. Prochazka flankte den Ball in den Strafraum, Höwedes‘ Abwehrversuch landete beim unbewachten Rajtoral, und der aufgerückte Rechtsverteidiger knallte die Kugel ins Netz (88.). Die Entscheidung musste nun in der Verlängerung fallen.

Immerhin konnten die Königsblauen in der halbstündigen Zugabe den Schalter wieder umlegen und schnürten die Gäste in deren eigener Hälfte ein. Zumal die Pilsener zwischenzeitlich lediglich zu neunt waren. Denn Prochazka verletzte sich bei einem Zweikampf mit Baumjohann und konnte selbst nach einer fünfminütigen Behandlungspause nur humpelnd weitermachen. In der ersten Hälfte der Verlängerung nutzten die Schalker ihre Möglichkeiten noch nicht. Viktoria-Schlussmann Cech bekam bei einem tückisch abgefälschten Huntelaar-Schuss seinen Fuß dazwischen (95.). Rauls Kopfball strich am rechten und Obasis Distanzversuch am linken Pfosten vorbei (105.). Aber nach nur einer Minute im zweiten Durchgang der Verlängerung sorgte Huntelaar für die längst überfällige Führung der Platzelf. Der Niederländer nickte eine Flanke von Obasi ins Tor. Wenig später hätte Baumjohann eigentlich schon für die endgültige Entscheidung sorgen müssen, jedoch köpfte er am leeren Tor vorbei (108.). Danach waren die Tschechen zwar bemüht, den erneuten Ausgleichstreffer zu erzielen, der sie ins Achtelfinale gebracht hätte, aber sie kamen nicht mehr gefährlich vor das gegnerische Gehäuse. In der Nachspielzeit beseitigten die Königsblauen selbst die letzten Restzweifel am Weiterkommen. Marica scheiterte an Cech, allerdings kam er an den Abpraller und passte zu Huntelaar. Der Niederländer guckte sich den gegnerischen Schlussmann aus und schob sicher zum 3:1-Endstand ein.

Senthuran Sivananda