Sein Treffer brachte drei Zähler für Luzern: Faycal Mustaph El IdrissiIn einer der spannendsten, aber auch härtesten Partien, die das neue Wankdorfstadion je gesehen hatte, holte sich der FC Luzern gegen einen unglücklich agierenden BSC Young Boys einen Dreier.
Weil im Berner Wankdorfstadion während der 29. Runde für die Euro 08 der Kunstrasen durch einen Naturbelag ersetzt wurde, fand das Spiel gegen Luzern als Nachtragsspiel statt. Dies bedeutete für beide Mannschaften ein dichtes Programm. Für Luzern ging es um nicht viel. Einerseits war man zu weit weg von einem UEFA-Cup-Platz, andererseits war der Abstand zu den Abstiegsplätzen beruhigend groß. Für die Young Boys hingegen bot sich die Möglichkeit sich bei gleicher Anzahl Spiele einen Punkt vor den FC Basel zu schieben und so den Konkurrenten unter Druck zu setzen.
Ciriaco Sforza hatte im Sturm Verletzungspech. Zum langzeitverletzten Angreifer Tchouga gesellte sich der treffsicherste Luzerner, Lustrinelli, wegen einer Verletzung, die er sich im Training zugezogen hatte. Martin Andermatt auf der anderen Seite musste auf den zuletzt wenig überzeugenden Yapi verzichten, hatte aber nicht weniger als fünf Spieler, die bei einer neuerlichen Verwarnung auswärts gegen Sitten gesperrt wären.
Das Spiel begann kampfbetont. Das Heimteam bekundete auf dem rutschigen Boden erstaunlich grosse Mühe. Die Gäste hatten vorne wenig Durchschlagskraft, zeigten aber mit einer soliden Defensivleistung, weshalb sie über 400 Minuten ohne Gegentor blieben. So mussten sich die 18'100 Zuschauer für den ersten Schuss aufs Tor über 20 Minuten gedulden. Chiumiento, der Auffälligste unter den Blauen, versuchte es, allerdings harmlos. Die erste Chance seines früheren Clubs vergab acht Minuten später Häberli wegen einem Missverständnis. Kurz darauf musste Sforza bereits den verletzten Veskovac durch Bader ersetzen. Das vermeintliche Führungstor durch Yakin nach 35 Minuten wurde durch Schiedsrichterin Petignat wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Die Spielleiterin hatte die gehässige Partie im Griff, musste ihrer Gelben Karte aber öfters mal frische Luft gönnen.
Nach der Pause gerieten sich gleich Seoane und Varela in die Haare. Die Verwarnung Seoanes war aber schnell vergessen, als El Idrissi in der 49. Minute Wölfli in der rechten hohen Ecke erwischte und die Gäste in Führung brachte. Kurz darauf holte der bereits verwarnte Diarra Hochstrasser von den Beinen und musste unter die Dusche. Die Berner gaben nun den Ball nicht mehr her. Luzern musste sich in die eigene Hälfte zurückziehen und auf gelegentliche Konter hoffen. Andermatt verstärkte seine Offensive zusätzlich, indem er Schneuwly für Zayatte brachte. Als dies nach 71 Minuten noch nicht den gewünschten Erfolg brachte, schickte der YB-Trainer mit Frimpong den vierten gelernten Stürmer auf den Platz. Dieser setzte gleich zwei Meter vor dem leeren Tor einen Ball über die Latte. Nun kamen die ersten verzweifelten Distanzschüsse. Auch die Härte näherte sich langsam ihrem Höhepunkt, aber die Gäste aus Luzern führten in Unterzahl auch zehn Minuten vor Schluss gegen den vermeintlichen Titelanwärter. Das Stadion kochte fast über, als auch noch Schneuwly das leere Tor verfehlte. Die Young Boys rollten Welle um Welle auf das Luzerner Tor, brachten aber den Ball nicht über die Linie. Jeder Pfiff der Schiedsrichterin wurde nun zum Auslöser einer Tumultszene. Die Unterbrüche führten zu einer Nachspielzeit von sieben Minuten. Aber der Nervenkampf war kaum noch steigerungsfähig. Luzern verteidigte mit Mann und Maus, und die Gelben verzweifelten. Der Platzverweis von Lustenberger ging in der Hektik völlig unter. Der Schlusspfiff beendete einen Thriller erster Güte, bei welchem Sforzas Truppe mit einer starken Defensivleistung und Glück sich die drei Punkte verdient erkämpft hatte. Für die Young Boys hatte sich die Ausgangslage im Titelrennen wesentlich verschlechtert.
Andreas Beck, Bern
Young Boys Bern
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Faysal el Idrissi | 49. | |
Aufstellung Bern![]() |
|---|
| Marco Wölfli |
| Saif Ghezal |
| Miguel Portillo |
| Kamil Zayatte |
| Christian Schwegler |
| Hakan Yakin |
| Thierry Doubai |
| Mario Raimondi |
| Carlos Varela |
| Xavier Hochstrasser |
| Thomas Häberli |
Aufstellung Luzern |
|---|
| David Zibung |
| Roland Schwegler |
| Christophe Lambert |
| Boubacar Diarra |
| Claudio Lustenberger |
| Dusan Veskovac |
| Gerado Seoane |
| Davide Chiumiento |
| Faysal el Idrissi |
| Burim Kukeli |
| Alain Wiss |
Wechsel Bern![]() |
|
|---|---|
| Marco Schneuwly für Kamil Zayatte |
(64.) |
| Joe Tex Frimpong für Xavier Hochstrasser |
(72.) |
| Tiago für Christian Schwegler |
(90.) |
Wechsel Luzern |
|
|---|---|
| Pascal Bader für Dusan Veskovac |
(30.) |
| Michael Diethelm für Faysal el Idrissi |
(54.) |
| Hervé Makuka für Christophe Lambert |
(66.) |
Karten Bern![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Christian Schwegler |
| Gelb für | Kamil Zayatte |
Karten Luzern |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Roland Schwegler | |
| Gelb für | Gerado Seoane | |
| Gelb-Rot für | Boubacar Diarra | (51.) |
| Gelb-Rot für | Claudio Lustenberger | (90.) |
Trainer Bern![]() |
|---|
| Martin Andermatt |
Trainer Luzern |
|---|
| Ciriaco Sforza |