Super League

Spieltag

Spielbericht FC Basel - Young Boys Bern

Basel holte sich das Double

Hatte großen Anteil am Erfolg: Valentin StockerHatte großen Anteil am Erfolg: Valentin Stocker

Die größere Substanz setzte sich erwartungsgemäß durch. Der FC Basel holte sich gegen die Young Boys in der alles entscheidenden letzten Runde ohne über sich heraus wachsen zu müssen den Schweizer Meistertitel.

Das letzte Spiel der Saison 07/08 sollte für eines der beiden Teams den 12. Titel bringen. Damit wurde im Sankt Jakob Park neben dem Meistertitel der dritte Rang in der ewigen Liste hinter Rekordmeister Grasshopper Club Zürich (27 Titel) und Servette Genf (17) vergeben.

Zum ersten Mal seit der Erweiterung des Stadions für die Euro 08 konnte vor ausverkauftem Haus eingelaufen werden. 38.000 Zuschauer bedeuteten Schweizer Saisonrekord. Geleitet wurde die Partie durch das Trio Busacca, Cuhat und Arnet, welche drei der vier Schweizer Sprachregionen repräsentierten.

Martin Andermatt ließ den in Basel zur Reizfigur gewordenen Carlo Varela auf der Bank. Bei Basel gab es keine Überraschungen in der Aufstellung. Der Tabellenführer machte gleich zu Beginn mächtig Druck aufs Tor der Gäste. Busacca ließ das Spiel großzügig laufen. Der erste Schuss aufs Tor wurde aber von Schneuwly abgegeben. Der Berner ging in der Anfangsnervosität vergessen (5.). Drei Minuten später hätte derselbe beinahe Costanzo erwischt. Der Keeper musste sich bei Schneuwlys 35 Meter Schuss mächtig lang machen. Es war aber eher die Ausnahme, dass sich die Young Boys mit langen Bällen lösen konnten. Druck machten vor allem die Einheimischen. Und dies mit Erfolg. Stocker wurde nach einem Einwurf angespielt und konnte mit einem Drehschuss Wölfli locker bezwingen (13.). Mit einer Schwalbe versuchte Streller seinem Team zur Zwei-Tore-Führung zu verhelfen. Busacca ließ sich nicht täuschen und verwarnte den Nationalspieler. Trotzdem war es weiterhin der FCB, welcher für die Musik sorgte. Das Spiel wurde aggressiver: Ghezal sah für seine harte Intervention an Huggel ebenfalls Gelb. In der 23. Minute spielte wiederum Stocker herrlich Streller frei, welcher den Ball ohne Mühe über Wölfli heben konnte. Den Young Boys fehlten nun bereits drei Tore zum Titel. Erst nach einer halben Stunde konnte Schneuwly wieder eine Vorlage von Yakin aufs Tor köpfen. Costanzo war auf dem Posten. Kurz darauf musste Gross Marque vom Feld nehmen. Ferati übernahm seinen Platz. Dank der offensichtlichen technischen Überlegenheit der FCB-Spieler gelang es mit wenig Aufwand, den komfortablen Vorsprung in die Pause zu retten.

In der zweiten Hälfte brachte Andermatt Varela für Schneuwly. Die Berner 19 hatte sogleich den Anschlusstreffer auf dem Fuß, verzog aber knapp. Er gab auch die Vorlage zur nächsten Chance. Aber gleich drei Gelbe schlitterten vorbei. Dann zog auf der Gegenseite Carlitos los und lancierte Streller, der aber an Wölfli scheiterte. In der 54. Minute griff der YB-Trainer zu einer ungewöhnlichen aber nachvollziehbaren Maßnahme: er ersetzte seinen Abwehrchef Ghezal durch den Stürmer Frimpong. Die Young Boys spielten nun sehr riskant und mussten das Glück mehrmals arg strapazieren. Bis zur 64. Minute passierte aber nichts. Dann setzte Andermatt alles auf eine Karte und ersetzte Mittelfeldspieler Baykal durch den gelernten Angreifer Regazzoni. Der Druck nach vorne nahm allerdings kaum zu. Wegen der gefährlichen Taktik der Berner bot das Spiel viele spannende Szenen. Substanziell waren die Basler aber deutlich überlegen. Fehlpässe und Ballverluste in den Zweikämpfen gab es vorwiegend auf der Gegenseite. Torchancen suchte man dort vergebens. In der 86. Minute, als das Spiel bereits gelaufen war, gönnte Gross seinem besten Torschützen Streller eine Standing Ovation. Ein letzter Versuch von Yakin, der drei Basler überspurtete und einen 105 km/h Schuss knapp neben das Tor setzte, hätte höchstens noch einen Ehrentreffer gebracht. Zwei Eckbälle für den FCB und der Titel war vergeben. Nach dem Cupsieg gegen Bellinzona, welches sich auf diesem Weg einen UEFA-Cup Platz eroberte, holte sich der FC Basel den Titel verdient, dank der größeren Routine und dem substanziell besseren Kader. Die Young Boys konnten mit Rang Zwei zwar zufrieden sein mit ihrer Saison, müssen aber weiter auf den ersten Titel seit 1987 warten.

Andreas Beck, Bern