Super League

Spieltag

Spielbericht Young Boys Bern - FC Zürich

Doumbia hält die Young Boys im Rennen

Brachte nach seiner Einwechselung frischen Wind: Seydou DoumbiaBrachte nach seiner Einwechselung frischen Wind: Seydou Doumbia

Dank einer starken Phase nach der Einwechslung von Doumbia eine halbe Stunde vor Spielende gewannen die Young Boys das Spitzenspiel gegen den FC Zürich verdient.

Unter den besten zehn Torschützen der Liga befinden sich drei Zürcher und drei Berner. Hassli, der zweitbeste unter ihnen, fehlte im Spitzenspiel gegen die Berner Young Boys wegen einer Verletzung. Nicht nur das Aus gegen den FC Basel im Viertelfinale des Schweizer Cups, wegen einem Elfmetertor Strellers nach einem Fehlentscheid des Schiedsrichters, sondern auch die Abwesenheit des zuletzt zur Topform aufgelaufenen Franzosen schmerzten Challandes und seine Truppe. Die Young Boys ihrerseits hatten die Schmach im Ländle auszumerzen. Gegen eben diesen FC Vaduz hatte der FC Basel locker 5:0 vorgelegt und wenigstens zwischenzeitlich die Tabellenführung übernommen. Wegen der Niederlage der Young Boys gegen Vaduz hatte das Spiel bereits den Charakter einer Vorentscheidung. Neun Punkte Rückstand auf die Spitze wären wohl kaum mehr aufzuholen.

Dass die Gelbschwarzen keine Lust hatten, den Abstand allzu sehr anwachsen zu lassen, machten sie gleich zu Beginn klar. Keine zwei Minuten nach dem Anspiel reagierte Regazzoni am schnellsten und schob den Ball ins Netz. Dem Tor vorausgegangen war eine schöne Aktion von Schneuwly und eine Billardsequenz vor Leoni. Die Reaktion der Zürcher kam nur zögerlich. Erst nach einer Viertelstunde tauchte Alphonse gefährlich vor Wölfli auf. Sein Schuss wurde aber zur Ecke abgelenkt. Auf der anderen Seite konnte man sich ruhigem Spielaufbau zuwenden. Ganz vorne wirbelte Regazzoni durch die Gästeabwehr. Dem kleinen Tessiner hatte sein Tor offensichtlich Auftrieb gegeben. Wirklich gute Chancen ergaben sich daraus aber nicht. Nach einer halben Stunde musste Challandes bereits Barmettler durch Lampi ersetzen. Langsam erarbeiteten sich die Zürcher mehr Spielanteile. Die gemächliche Gangart der Berner gab den Gästen wieder etwas Mut. So überraschte es wenig als Nikci, von Schönbächler rechts frei gespielt, den Ausgleich erzielte. Mit dem bis dahin gerechten Zwischenresultat gingen die beiden Teams in die Kabinen.

Auch nach der Pause gab es für die 27'111 Zuschauer eher gepflegten Spielaufbau statt Tempofußball zu sehen. Nach elf Minuten foulte Yapi Alphonse im Strafraum und sah dafür Gelb. Den fälligen Elfmeter verwertete Abdi, der Führende in der Torschützenliste, ohne Probleme. Doch die Berner wollten sich vom Traum des ersten Titels seit 1987 noch nicht frühzeitig verabschieden. Petkovic schickte Joker und Torgarant Doumbia aufs Feld und nahm dafür Varela heraus. Ein paar Minuten später wechselte er auch Häberli für Schneuwly ein. Das zeigte Wirkung. Bei einem Berner Konter flankte Schwegler auf Doumbia, der mit dem Kopf den Ausgleich erzielte (68.). Kurz darauf schickte der Ivorer Regazzoni aufs Tor. Dieser konnte durch Lampi erst im Strafraum gebremst werden, was Laperrière mit einem strengen Strafstoßpfiff quittierte. Raimondi traf zur erneuten Berner Führung (76.). Lampi musste danach verletzt für Djuric das Feld räumen. Auch am nächsten Elfmeter war Doumbia beteiligt. Seinen Pass auf Yapi leitete dieser weiter an die Hand von Abdi. Der Strafstoss war dieses Mal weniger umstritten. Raimondi verwertete auch diesen Elfer, allerdings mit etwas Glück (83.). Doumbia zauberte weiter. Der krönende Abschluss eines Doppelpassspiels mit Häberli blieb ihm diesmal aber verwehrt. Auch bei der nächsten Kombination zwischen Häberli und Bastians fehlte nur das Tor am Schluss. Aber die Partie war ohnehin entschieden. Die Berner Young Boys waren aber erst nach der Einwechslung von Doumbia stärker als der FC Zürich. Die Meisterschaft blieb dank der Nummer Sieben weiter offen.

Andreas Beck, Bern