Super League

Spieltag

Spielbericht Young Boys Bern - FC Aarau

Petkovics erster Dämpfer

In letzter Sekunde vom Punkt erfolgreich: Cristian Florin IanuIn letzter Sekunde vom Punkt erfolgreich: Cristian Florin Ianu

In einem Spiel mit vielen Höhen und Tiefen kam der FC Aarau im Berner Wankdorf beim BSC Young Boys auch dank zwei harten Elfmeterentscheiden zu einem 3:3 Unentschieden. Die Berner verspielten dreimal die Führung.

Nach drei Siegen in Folge, davon zwei unter dem neuen Trainer Petkovic, galt es gegen den unverhofft stark in die Meisterschaft gestarteten FC Aarau, die erste Bewährungsprobe zu bestehen. Die Aargauer mussten auf ihren Stürmer Rogerio verzichten, während bei den Bernern mit Häberli, Doubaï, Frimpong, Schwegler und Ghezal sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive wichtige Spieler verletzt ausfielen. Es lag nun an Regazzoni, Varela und Schneuwly, das neue, offensive 3-4-3-System in Tore umzuwandeln. Eine erste Möglichkeit bot sich bereits in der zweiten Minute. Aber die längere Billardsituation im Aarauer Strafraum endete ohne Tor. Dafür konnte zwei Minuten später Regazzoni links durchbrechen und Schneuwly einsetzen, der die Gelegenheit zum 1:0 nutzte. Aber auch die Aargauer wussten zu zeigen, dass sie nicht umsonst an zweiter Stelle lagen. Wölfli musste sich nach einer Viertelstunde mächtig strecken, um mit dem Fuß noch an einen Ball von Ianu zu kommen. Neun Minuten später klappte es dann aus Aarauer Sicht doch noch. Ein Schuss von Rapisarda nach einer Ecke wurde wohl noch durch einen Berner ins eigene Tor abgelenkt. Doch das Auf und Ab des neuen Konzeptes der Berner setzte sich auf dem Platz ungebremst fort. Regazzoni lancierte links außen Raimondi, dessen Flanke Yapi mit dem Kopf zur erneuten Berner Führung verwertete. Die nächste Möglichkeit gehörte wieder den Platzherren. Varela zog aus 25 Metern ab und verfehlte das Tor nur knapp. Praktisch mit dem Pausenpfiff tauchte noch einmal Regazzoni alleine vor Benito auf, verfehlte aber deutlich.
Für die zweite Hälfte schickte Komornicki Antic für Tarone aufs Feld. Dieser tauchte bereits nach zwei Minuten alleine vor Wölfli auf. Der Berner Keeper war aber wach. Sonst brachten beide Mannschaften während einer Viertelstunde kaum einen Ball vors gegnerische Tor. Ein Gegenstoss rollte über Burki und Mutsch, zwei Nationalspieler, welche sich beim WM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Luxemburg vom 10. September 08 wohl gegenüber stehen werden. Mutsch verzog aber seinen Abschluss leicht. Die 16'204 Zuschauer sahen nun einen eher aktiveren FC Aarau. Erst die Einwechslung des schnellen Doumbia für Regazzoni brachte auch vor das Aarauer Tor etwas mehr Gefahr. Wirklich Zwingendes ereignete sich aber nicht mehr. In der 83. Minute pfiff Busacca einen Rempler von Lüscher an Nushi und zeigte auf den Punkt. Ianu verwertete sicher. Aber auch dieser Ausgleich hielt nicht lange. Schneuwly flankte weit vors Tor, wo Doumbia im Nachschuss erstmals im neuen Dress traf. Aber auch diese Führung wurde aus der Hand gegeben. Antic ließ sich im Strafraum geschickt von Portillo legen. Auch diesen Elfmeter verwertete Ianu locker. Diesmal reichte es nicht mehr zur neuerlichen Führung. Das neue Berner System war noch zu wenig eingespielt, um ein eigentlich schon gewonnenes Spiel sicher über die Zeit zu retten. Der FC Aarau, als Verein mit dem kleinsten Budget, konnte sich weiterhin mit dem richtigen Mass an Cleverness auf dem zweiten Rang behaupten.

Andreas Beck, Bern