Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 1934

Datum Heim Gast Ergebnis
So 27.05. 16:30 Österreich - Frankreich 3:2 n.V. Info
Stadio Benito Mussolini (Turin)
16.000 Zuschauer
Schiri: Dr. van Moorsel (Niederlande)
0:1
Sindelar (45.) 1:1
Schall (93.) 2:1
Bican (97.) 3:1
3:2
Nicolas (18.)



Verriest (114.)
So 27.05. 16:30 Ungarn - Ägypten 4:2 (2:2) Info
Stadio Giorgio Ascarelli (Neapel)
9.000 Zuschauer
Schiri: Rinaldo Barlassina (Italien)
Teleki (11.) 1:0
Toldi (27.) 2:0
2:1
2:2
Vincze (53.) 3:2
Toldi (61.) 4:2


Fawzi (31.)
Fawzi (39.)


So 27.05. 16:30 Spanien - Brasilien 3:1 (3:0) Info
Luigi Ferraris (Genua)
21.000 Zuschauer
Schiri: Alfred Birlem (Berlin)
Iraragorri (18.) 1:0
Langara (25.) 2:0
Langara (29.) 3:0
3:1



Leonidas (55.)
So 27.05. 16:30 Italien - USA 7:1 (3:0) Info
Stadio Nazionale PNF (Rom)
25.000 Zuschauer
Schiri: Rene Mercet (Schweiz)
Schiavio (18.) 1:0
Orsi (20.) 2:0
Schiavio (29.) 3:0
3:1
Ferrari (63.) 4:1
Schiavio (64.) 5:1
Orsi (69.) 6:1
Meazza (90.) 7:1



Donelli (57.)




So 27.05. 16:30 Deutschland - Belgien 5:2 (1:2) Info
Stadio Giovanni Berta (Florenz)
8.000 Zuschauer
Schiri: Francesco Mattea (Italien)
Kobierski (26.) 1:0
1:1
1:2
Siffling (49.) 2:2
Conen (67.) 3:2
Conen (70.) 4:2
Conen (87.) 5:2

Voorhoof (31.)
Voorhoof (43.)




So 27.05. 16:30 Schweden - Argentinien 3:2 (1:1) Info
Stadio Littoriale (Bologna)
14.000 Zuschauer
Schiri: Erwin Braun (Österreich)
0:1
Jonasson (9.) 1:1
1:2
Jonasson (67.) 2:2
Kroon (79.) 3:2
Belis (4.)

Galateo (48.)


So 27.05. 16:30 Schweiz - Niederlande 3:2 (2:1) Info
Stadio San Siro (Mailand)
33.000 Zuschauer
Schiri: Ivan Eklind (Schweden)
Kielholz (7.) 1:0
1:1
Kielholz (43.) 2:1
Abegglen (69.) 3:1
3:2

Smit (19.)


Vente (84.)
So 27.05. 16:30 Tschechoslowakei - Rumänien 2:1 (0:1) Info
Stadio Littorio (Triest)
9.000 Zuschauer
Schiri: Jan Langenus (Belgien)
0:1
Puc (50.) 1:1
Nejedly (67.) 2:1
Dobai (11.)


Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1934

Datum Heim Gast Ergebnis
Do 31.05. 16:30 Österreich - Ungarn 2:1 (1:0) Info
Stadio Littoriale (Bologna)
23.000 Zuschauer
Schiri: Francesco Mattea (Italien)
Horvath (5.) 1:0
Zischek (51.) 2:0
2:1


Sarosi (60.)
Do 31.05. 16:30 Italien - Spanien 1:1 n.V. Info
Stadio Giovanni Berta (Florenz)
35.000 Zuschauer
Schiri: Luis Beart (Belgien)
0:1
Ferrari (44.) 1:1
Regueiro (30.)

Fr 01.06. 16:30 Italien - Spanien 1:0 (1:0) Info
Stadio Giovanni Berta (Florenz)
43.000 Zuschauer
Schiri: Rene Mercet (Schweiz)
Meazza (11.) 1:0

Do 31.05. 16:30 Deutschland - Schweden 2:1 (0:0) Info
Stadio San Siro (Mailand)
3.000 Zuschauer
Schiri: Rinaldo Barlassina (Italien)
Hohmann (60.) 1:0
Hohmann (63.) 2:0
2:1


Dunker (82.)
Do 31.05. 16:30 Tschechoslowakei - Schweiz 3:2 (1:1) Info
Stadio Benito Mussolini (Turin)
12.000 Zuschauer
Schiri: Alois Beranek (Österreich)
0:1
Svoboda (24.) 1:1
Sobotka (48.) 2:1
2:2
Nejedly (82.) 3:2
Kielholz (18.)


Jaeggi (78.)

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1934

Datum Heim Gast Ergebnis
So 03.06. 16:30 Italien - Österreich 1:0 (1:0) Info
Stadio San Siro (Mailand)
45.000 Zuschauer
Schiri: Ivan Eklind (Schweden)
Guaita (19.) 1:0

So 03.06. 16:30 Tschechoslowakei - Deutschland 3:1 (1:0) Info
Stadio Nazionale PNF (Rom)
15.000 Zuschauer
Schiri: Rinaldo Barlassina (Italien)
Nejedly (21.) 1:0
1:1
Nejedly (69.) 2:1
Nejedly (80.) 3:1

Noack (62.)


Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1934

Datum Heim Gast Ergebnis
Do 07.06. 18:00 Deutschland - Österreich 3:2 (3:1) Info
Stadio Giorgio Ascarelli (Neapel)
7.000 Zuschauer
Schiri: Albino Carraro (Italien)
Lehner (1.) 1:0
Conen (27.) 2:0
2:1
Lehner (42.) 3:1
3:2


Horvath (28.)

Sesta (54.)

Das Finale der Weltmeisterschaft 1934

Der Titelverteidiger wollte nicht

Ging gelegentlich auch rustikal zu Werke: Giuseppe MeazzaGing gelegentlich auch rustikal zu Werke: Giuseppe Meazza

1929 war Italien bei der FIFA-Wahl des WM-Veranstalters für 1930 Uruguay unterlegen. Die Südeuropäer waren sozusagen ‚dran’. Das Land wurde damals von den Faschisten unter Benito Mussolini, dem ‚Duce’ regiert und sah die Fußball-WM als beste Propaganda für das eigene Regime. So wurde viel Geld in neue Stadien (Florenz, Turin und Neapel), sowie in die Renovierung bereits vorhandener Spielstätten (Rom, Mailand, Triest, Genua und Bologna) investiert. Doch mit Titelverteidiger Uruguay (als Revanche dafür, weil Italien 1930 nicht dabei war) und den immer noch arroganten Engländern (belächelten die WM herablassend) fehlten zwei wichtige Teams. Vize-Weltmeister Argentinien hatte nur eine drittklassige Mannschaft nach Italien geschickt, da die neu eingerichtete Profiliga nicht auf seine Stars verzichten wollte.

Die Qualifikation
Im Gegensatz zu den nur 13 Mannschaften, die sich 1930 zur WM meldeten, bewarben sich 1934 immerhin 32 Teams. In zwölf Qualifikationsgruppen wurden die Teilnehmer der Endrunde ausgespielt. Große Überraschungen gab es nicht. Dass sich Haiti, Kuba, Palästina, Estland, Litauen, Portugal, Griechenland, Bulgarien, Polen, Irland, Luxemburg und Mexiko nicht qualifizierten, war keine Überraschung. Jugoslawiens Ausscheiden dagegen, 1930 immerhin WM-Halbfinalist, war nicht eingeplant. Peru und Chile verzichteten vor ihren schon angesetzten Spielen gegen Brasilien und Argentinien aus Solidarität mit Uruguay. Bolivien und Paraguay (ebenfalls Endrunden-Teilnehmer von 1930) hatten erst gar nicht gemeldet. Deutschland qualifizierte sich mit einem 9:1-Kantersieg gegen Luxemburg.

Das Achtelfinale
Im K.o.-System der Endrunde in Italien traf Deutschland dank Losglück (Favoriten waren gesetzt) auf Belgien. Zur Halbzeit sah es noch nicht so gut für Szepan & Co. aus. Die Belgier hatten die Führung von Kobierski (26. Minute) durch zwei Tore von Voorhoof (31. und 43.) zum eigenen Vorteil umgedreht. Die bis dahin schwachen Deutschen drehten nach dem Seitenwechsel auf und kamen schnell durch Siffling (47.) zum Ausgleich. Noch einmal versuchten die Belgier alles, mussten jedoch ihrem kraftraubenden Spiel Tribut zollen. Mittelstürmer Edmund Conen (67., 70. und 80.) mit einem lupenreinen Hattrick avancierte zum Matchwinner und schlug die Belgier fast im Alleingang.

Die Mannschaft aus Österreich galt damals als "Wunderteam". Doch der WM-Einstieg gegen Frankreich wurde erst in der Verlängerung mit 3:2 für die Alpen-Kicker entschieden.

Gastgeber Italien trumpfte gegen die USA (1930 Halbfinalist) mit einem 7:1-Sieg auf. 30.000 Zuschauer sahen die Tore des Favoriten von Schiavio (18., 29. und 64.), Orsi (20. und 69.), Ferrari (63.) und Meazza (90.). Das Ehrentor erzielt Donelli zum 1:4 in der 57. Minute.

Auch in den weiteren Begegnungen setzten sich die Favoriten durch: Tschechoslowakei (2:1 gegen Rumänien), Spanien (3:1 gegen Brasilien), Schweiz (3:2 gegen Holland), Schweden (3:2 gegen Argentinien) und Ungarn (4:2 gegen Ägypten) qualifizierten sich mehr oder weniger sicher für das Viertelfinale.

Das Viertelfinale
Im Viertelfinale traf Deutschland auf Schweden, das den geschwächten Vize-Weltmeister Argentinien ausgeschaltet hatte. In der spannenden Begegnung waren die Schweden in der 1. Hälfte weitestgehend im Vorteil, konnten jedoch kein Tor gegen die gutgestaffelte Defensivabteilung der Deutschen erzielen. Wie gegen Belgien trumpften die Deutschen nach der Pause auf. Ein Doppelschlag von Hohmann (60. und 63.) sorgte für die komfortable Führung. Die in der Schlussphase stark aufspielenden Schweden kamen nur noch zum Anschlusstreffer von Dunker (83.) gegen die mit Mann und Maus verteidigenden Deutschen.

In Bologna standen sich die Nachbarn Österreich und Ungarn gegenüber. Horvath (5.) und Zischek (53.) sorgten für die Führung der Alpenrepublik. Per Elfmeter gelang Sarosi (67.) nur noch das 1:2. Ungarn verlor Rechtsaußen Markos durch Feldverweis und konnte gegen die enttäuschenden Österreicher nicht mehr ausgleichen.

Das Spiel Italien gegen Spanien galt für viele Beobachter als vorweggenommenes Endspiel. In der ersten Begegnung kamen die Italiener auch nach der Verlängerung nicht über ein 1:1 hinaus. Spaniens Torhüter Zamora (damals bereits 38 Jahre alt!) brachte die italienischen Stürmer zum Verzweifeln. Das überharte Treffen forderte seine Opfer: Spaniens Leistungsträger Zamora, Langara und Irrargori konnten im Wiederholungsspiel, einen Tag später, nicht eingesetzt werden. Das Skandalspiel, von Italien mit 1:0 gewonnen, sah ein klar bevorteiltes Heimteam. Schiedsrichter Mercet (ein Tessiner!) gab den irregulären Siegtreffer von Meazza und verweigerte ein reguläres Tor der Spanier. Der Schiri wurde zwar im Nachhinein vom eigenen Verband auf Lebenszeit gesperrt, doch das half den Unterlegenen wenig, die zu allem Übel noch sieben (!) verletzte Spieler zu beklagen hatte.

Auch die Tschechoslowakei, klarer Favorit gegen die Schweiz, tat sich unerwartet schwer. Nach einem mühsamen 1:1 zur Pause schoss Sobotka (48.) gleich nach dem Wechsel die Führung für die Tschechen. Der Schweizer Abegglen III glich jedoch noch einmal aus (71.). Doch auf ihren Torjäger Oldrich Nejedly konnten sich die Favoriten verlassen. Sein Tor in der 83. Minute war der Siegtreffer.

Das Halbfinale
Deutschland wurde im Halbfinale die Tschechoslowakei zugelost. Ohne Janes (verletzt), Gramlich (aus beruflichen Gründen!) und Hohmann (verletzt) standen die Deutschen, deren Torhüter Kress die Tschechen bei allen drei Toren begünstigte, auf verlorenem Posten. Mittelstürmer Nejedly war nicht in Griff zu kriegen und erzielte alle drei Treffer. Noack hatte zwar noch den 1:1-Ausgleich erzielt, doch die beiden haltbaren Tore zum 2:1 und 3:1 brachen den Deutschen das Genick.

Wieder musste Italien mit Hilfe des Schiedsrichters gewinnen. Das zweite Halbfinalspiel gegen Österreich wurde durch ein ‚Tor’ von Schiavio entschieden (18.), dessen Schuss von Platzer zwar gehalten wurde, doch Meazza rempelte den Keeper mitsamt Ball über die Torlinie. Durch dieses irreguläre Tor zog Italien ins Finale gegen die Tschechen ein.

Die Endspiele
Im Spiel um Platz drei setzte sich Deutschland mit 3:2 gegen Österreich durch. Lehner (1. und 42.) und Conen (29.) sorgten bei einem Gegentreffer von Horvath (30.) zur Pause für eine 3:1-Führung. Das 2:3 durch Sesta (55.) änderte nichts mehr am Sieg der jungen deutschen Mannschaft.

Das Finale wurde erst in der Verlängerung entschieden. Italien gewann gegen die Tschechoslowakei mit 2:1 durch Tore von Orsi und Schiavio. Puc hatte die Tschechen in Führung gebracht. Der Titel war für die Italiener mehr als schmeichelhaft. Nicht das beste Team hatte den Sieg errungen, sondern das glücklichste und von den Schiedsrichtern am meisten bevorteilte. Mit Monti, Orsi und Guaita standen zudem drei wichtige Spieler in der ‚Squadra azurra’, die noch vier Jahre zuvor in Uruguay dem argentinischen Team (Vizeweltmeister) angehörten, aber auf wundersame Weise in der Zwischenzeit italienische Vorfahren entdeckt hatten...

Großer Erfolg mit fadem Beigeschmack
Die zweite WM war ein voller Erfolg. Statt 13 Mannschaften, hatten sich 32 gemeldet und auch finanziell, sowie vom Zuschauerzuspruch her war das Turnier eine Steigerung zum Debut vier Jahre zuvor. Damit war die Institution ‚Fußball-Weltmeisterschaft’ endgültig etabliert. Als fader Beigeschmack blieben jedoch die Schiedsrichterleistungen und die Propaganda der Faschisten in Erinnerung.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1934

Datum Heim Gast Ergebnis
So 10.06. 17:30 Italien - Tschechoslowakei 2:1 n.V. Info
Stadio Nazionale PNF (Rom)
55.000 Zuschauer
Schiri: Ivan Eklind (Schweden)
0:1
Orsi (81.) 1:1
Schiavio (96.) 2:1
Puc (76.)