Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 1938

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 04.06. 17:00 Schweiz - Deutschland 1:1 n.V. Info
Parc des Princes (Paris)
27.200 Zuschauer
Schiri: Jan Langenus (Belgien)
0:1
Abegglen (43.) 1:1
Gauchel (29.)

Do 09.06. 18:00 Schweiz - Deutschland 4:2 (1:2) Info
Parc des Princes (Paris)
20.000 Zuschauer
Schiri: Ivan Eklind (Schweden)
0:1
Lörtscher (22.) 0:2
Wallaschek (42.) 1:2
Bickel (64.) 2:2
Abegglen (75.) 3:2
Abegglen (78.) 4:2
Hahnemann (8.)





So 05.06.   Schweden - Österreich
So 05.06. 17:00 Italien - Norwegen 2:1 n.V. Info
Stade Velodrome (Marseille)
18.900 Zuschauer
Schiri: Alois Beranek (Österreich)
Ferraris (2.) 1:0
1:1
Piola (94.) 2:1

Brustad (83.)

So 05.06. 17:00 Frankreich - Belgien 3:1 (2:1) Info
Stade de Colombes (Paris)
30.500 Zuschauer
Schiri: Hans Wütherich (Schweiz)
Veinante (1.) 1:0
Nicolas (16.) 2:0
2:1
Nicolas (69.) 3:1


Isemborghs (38.)

So 05.06. 17:00 Ungarn - Niederländisch Indien 6:0 (4:0) Info
Velodrome Municipale (Reims)
9.100 Zuschauer
Schiri: Roger Conrie (Frankreich)
Kohut (13.) 1:0
Toldi (15.) 2:0
Sarosi (28.) 3:0
Zsengeller (35.) 4:0
Zsengeller (76.) 5:0
Sarosi (89.) 6:0






So 05.06. 17:00 Kuba - Rumänien 3:3 n.V. Info
Le Stadium Municipal (Toulouse)
7.500 Zuschauer
Schiri: Guiseppe Scarpi (Italien)
0:1
Socorro (41.) 1:1
Fernandez (61.) 2:1
2:2
2:3
Tunas (101.) 3:3
Bindea (38.)


Baratki (88.)
Bindea (93.)

Do 09.06. 18:00 Kuba - Rumänien 2:1 (0:1) Info
Le Stadium Municipal (Toulouse)
8.000 Zuschauer
Schiri: Alfred Birlem (Berlin)
0:1
Socorro (51.) 1:1
Oliveira (53.) 2:1
Dobai (28.)


So 05.06. 17:30 Brasilien - Polen 6:5 n.V. Info
Stade de la Meinau (Straßburg)
13.500 Zuschauer
Schiri: Ivan Eklind (Schweden)
Leonidas (18.) 1:0
1:1
Romeu (25.) 2:1
Peracio (44.) 3:1
3:2
3:3
Peracio (71.) 4:3
4:4
Leonidas (93.) 5:4
Leonidas (104.) 6:4
6:5

Szerfke (23.)


Willimowski (53.)
Willimowski (59.)

Willimowski (89.)


Willimowski (118.)
So 05.06. 18:30 Tschechoslowakei - Niederlande 3:0 n.V. Info
Stade Cavee Verte (Le Havre)
10.600 Zuschauer
Schiri: Lucien Leclercq (Frankreich)
Kostalek (93.) 1:0
Nejedly (111.) 2:0
Zeman (118.) 3:0



*: Kampflos für Schweden

Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1938

Datum Heim Gast Ergebnis
So 12.06. 17:00 Italien - Frankreich 3:1 (1:1) Info
Stade de Colombes (Paris)
58.500 Zuschauer
Schiri: Luis Beart (Belgien)
Colaussi (9.) 1:0
1:1
Piola (51.) 2:1
Piola (72.) 3:1

Heisserer (10.)


So 12.06. 17:00 Brasilien - Tschechoslowakei 1:1 n.V. Info
Stade du Parc Lescure (Bordeaux)
22.000 Zuschauer
Schiri: Pal von Hertzka (Ungarn)
Leonidas (30.) 1:0
1:1

Nejedly (65.)
So 12.06. 17:00 Ungarn - Schweiz 2:0 (1:0) Info
Stade Victor Boucquey (Lille)
14.800 Zuschauer
Schiri: Rinaldo Barlassina (Italien)
Sarosi (40.) 1:0
Zsengeller (89.) 2:0


So 12.06. 17:00 Schweden - Kuba 8:0 (4:0) Info
Friends Arena (Solna)
6.800 Zuschauer
Schiri: Augustin Krist (Tschechoslowakei)
Keller (9.) 1:0
Wetterström (32.) 2:0
Wetterström (37.) 3:0
Wetterström (44.) 4:0
Keller (80.) 5:0
Keller (81.) 6:0
Nyberg (84.) 7:0
Andersson (90.) 8:0








Di 14.06. 18:00 Brasilien - Tschechoslowakei 2:1 (0:1) Info
Stade du Parc Lescure (Bordeaux)
22.000 Zuschauer
Schiri: Georges Capdeville (Frankreich)
0:1
Leonidas (57.) 1:1
Roberto (63.) 2:1
Kopecky (25.)


Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1938

Datum Heim Gast Ergebnis
Do 16.06. 18:00 Italien - Brasilien 2:1 (0:0) Info
Stade Velodrome (Marseille)
33.000 Zuschauer
Schiri: Hans Wütherich (Schweiz)
Colaussi (51.) 1:0
Meazza (60.) 2:0
2:1


Romeu (87.)
Do 16.06. 18:00 Ungarn - Schweden 5:1 (3:1) Info
Parc des Princes (Paris)
20.200 Zuschauer
Schiri: Lucien Leclercq (Frankreich)
0:1
Zsengeller (19.) 1:1
Sas (37.) 2:1
Zsengeller (39.) 3:1
Sarosi (65.) 4:1
Zsengeller (85.) 5:1
Nyberg (1.)





Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1938

Datum Heim Gast Ergebnis
So 19.06. 17:00 Brasilien - Schweden 4:2 (1:2) Info
Stade du Parc Lescure (Bordeaux)
12.500 Zuschauer
Schiri: Jan Langenus (Belgien)
0:1
0:2
Romeu (44.) 1:2
Leonidas (63.) 2:2
Leonidas (74.) 3:2
Peracio (80.) 4:2
Jonasson (28.)
Nyberg (38.)




Das Finale der Weltmeisterschaft 1938

Streitigkeiten provozierten Boykotts

Italiens Matchwinner im Finale: Silvio PiolaItaliens Matchwinner im Finale: Silvio Piola

Vor der WM 1934 fand der FIFA-Kongress in Rom statt und sollte den Veranstalter für 1938 festlegen. Während Jules Rimet, der FIFA-Vorsitzende aus Frankreich, sein Heimatland vorschlug, allerdings zeitgleich mit der Weltausstellung in Paris 1937, waren die Südamerikaner davon überzeugt, dass ein Wechsel auf ihren Kontinent stattzufinden habe. Argentinien war der Favorit. Die Entscheidung fiel allerdings erst zwei Jahre später während der Olympischen Spiele in Berlin 1936. Frankreich wurde ausgeguckt, allerdings für 1938. Wieder waren finanzielle Gründe für die Europäer ausschlaggebend, die zudem eine komfortable Stimmenmehrheit in der FIFA besaßen und diesen Vorteil in der Abstimmung ausnutzten. Daraufhin boykottierten acht amerikanische Verbände das Weltturnier, inkl. Uruguay und Argentinien. Einzig Brasilien, Kuba und die USA versprachen, sich auf den Weg nach Frankreich zu machen. Zuletzt sprang jedoch noch die USA ab, weil die aus England stammenden Spieler nicht am Sonntag auflaufen wollten. Auch die Engländer sagten wiederholt ab, da sie das Weltmeisterschafts-Turnier immer noch nicht als solches anerkannten. Österreich gehörte nach der Annektion durch die Deutschen der neuen, großdeutschen ‚Reichself’ an. Das war die Zusammenfassung zweier völlig unterschiedlicher Spielsysteme. Die eher kämpferische ‚Breslau-Elf’ aus Deutschland und die technisch versierte ‚Wiener Scheiberlspiel-Elf’. Die Deutschen waren schon 1936 im Olympischen Fußballturnier in Berlin als Favorit gescheitert. Auch vor dem Turnier in Frankreich galt ‚Großdeutschland’ als einer der Titelanwärter. Doch für das erstmals von Sepp Herberger betreute Team sollte alles anders kommen.

Die Qualifikation
In der Gruppe I traf Deutschland also auf Finnland (2:0) und Estland (4:1). Schweden, ebenfalls in der Gruppe, musste gleichfalls nur gegen dieselben Gegner antreten (4:0 und 7:2) und qualifizierte sich ebenso wie die Deutschen.

Eine Überraschung gab es in der Gruppe IV. Der Sieger aus Schweiz gegen Portugal sollte nämlich der erste Gegner Deutschlands in der Endrunde sein. Die favorisierten Portugiesen verloren jedoch in Mailand (beide Teams hatten sich auf ein Spiel auf neutralem Platz geeinigt) mit 1:2 gegen die Eidgenossen.

Desweiteren gab es keine Überraschungen in den Qualifikationsgruppen. Sogar Österreich trat vor der Annektion am 5.10.1937 noch einmal gegen Lettland an (2:1) und war theoretisch als eigene Nation qualifiziert. Weil Japan verzichtete, durften die Exoten aus Niederländisch Indien (dem heutigen Indonesien) am Weltturnier teilnehmen. Ungarn fertigte die Griechen mit 11:1 ab und eine kleine Sensation war das 1:1 von Vizeweltmeister Tschechoslowakei im Hinspiel in Sofia. Im Rückspiel stellten die Tschechen gegen Bulgarien mit dem 6:0 allerdings die alte Rangordnung wieder her.

Das Achtelfinale
Die Schweiz und Deutschland sollten in Straßburg (Fassungsvermögen des Stadions: 30.000) das Eröffnungsspiel bestreiten. Doch wegen des starken Andrangs verlegten die Veranstalter die Begegnung ins Prinzenparkstadion nach Paris. Vor den 40.000 Zuschauern gab es keine schöne, aber eine spannende Auseinandersetzung. Nachdem die Schweizer zu Beginn das Spiel bestimmten, ging das deutsche Team überraschend durch Gauchel (29.) in Führung. Der Ausgleich von Abegglen III (43.) kurz vor der Pause war jedoch hochverdient. Die 2. Hälfte wurde abwechselnd von den Deutschen und den Schweizern bestimmt, blieb genauso wie die Verlängerung jedoch ohne Treffer. Zwar ließen die Schweizer in der Extra-Time konditionell nach, doch nachdem Deutschland Linksaußen Plesser durch Feldverweis verlor ging das Remis in Ordung. Fünf Tage später trafen sich beide Mannschaften zum Entscheidungsspiel am selben Platz. Hälfte Eins gehörte den Deutschen. Hahnemann (8.) erzielte das 1:0 und ein Eigentor von Lörtscher besiegelte die 2:0-Führung der Favoriten. Doch das Anschlusstor durch Walaschek (41.) verunsicherte Deutschland zutiefst. Nach dem Wechsel spielte nur noch die Schweiz, da die ‚Chemie’ innerhalb des Herberger-Teams einfach nicht stimmte. Bickel (64.) und zweimal der nicht zu stoppende Abegglen III (75. und 78.) vollendeten den Schweizer Erfolg.

In den weiteren Achtelfinals gab es einige Verlängerungen. Das 3:3 und das 2:1 von Kuba gegen Rumänien war ebensowenig erwartet worden, wie das knappe 6:5 n.V. von Brasilien gegen Polen. Erst als der vierfache Torschütze Brasiliens, Leonidas, in der Verlängerung seine Schuhe auszog, den Treffer zum 5:4 erzielte und Romeo zum 6:4 bediente, hatten die Brasilianer den Sieg in der Tasche. Das dritte Tor des polnischen Halblinks Willimowski (118.) kam zu spät. Selbst Weltmeister Italien musste sich gegen Norwegen durch die Extrazeit quälen. Lange führte das Team von Trainer Pozzo 1:0 durch Ferrari (2.). Doch sieben Minuten vor dem Abpfiff gelang Brustad der damals sensationelle Ausgleich. Erst als Piola das 2:1 für die Azzuries erzielte (94.), das über die Zeit gerettet werden konnte, waren die abwehrstarken Norweger besiegt. Gastgeber Frankreich besiegte seinen Nachbarn Belgien mit 3:1 und Ungarn zerstörte etwaige Illusionen von Niederländisch Indien mit einem 6:0-Kantersieg. Schweden kam kampflos weiter (wegen Österreich).

Das Viertelfinale
Im Viertelfinale setzten sich fast durchweg die Favoriten durch. Einzig die Tschechen hatte man gegen Brasilien etwas stärker eingeschätzt. Doch der Vizeweltmeister von 1934 musste nach einem 1:1 n.V. im Rückspiel eine 2:1-Niederlage gegen das einzige südamerikanische Team hinnehmen. Brasilien verlor in der ersten Partie zwei Spieler durch Platzverweis und die CSSR ihren Weltklasse-Tormann Planicka durch einen Armbruch, sodass er das Entscheidungsspiel nicht mitmachen konnte. Die Brasilianer liefen hierzu mit neun neuen Spielern auf (!) und die Tschechoslowaken mussten im Spiel einen Nasenbeinbruch des Torschützen Kopecky verkraften. Italien verwies in Paris den Veranstalter Frankreich mit 3:1 in die Grenzen. Die Schweizer mussten sich derweil den Ungarn mit 0:2 beugen, während Schweden auf regennassem Parkett in Antibes die überforderten Sonnenkicker aus Kuba mit 8:0 auseinanderpflückte.

Das Halbfinale
Schweden wollte im Halbfinale gegen die Ungarn da weitermachen, wo es gegen Kuba aufgehört hatte und führte bereits nach einer Minute durch Nyberg mit 1:0. Zsengeller mit einem Dreierpack (18.,38. und 77.), Titkos (26.) und Sarosi (61.) machten jedoch jede schwedische Hoffnung zunichte. Es wird überliefert, dass sich die Magyaren gegen die Skandinavier sogar schon fürs Finale schonten und in der letzten halben Stunde nur noch das Nötigste taten...

Das zweite Semifinalspiel zwischen Italien und Brasilien war wesentlich enger. Brasilien (ohne Leonidas ­ eine Quelle sagt, er wurde geschont; eine andere, er war verletzt) musste kurz hintereinander die beiden entscheidenden Gegentore von Colaussi (55.) und Giuseppe Meazza (60., per Elfmeter) hinnehmen. Das Anschlusstor durch Romeo (87.) kam viel zu spät, als dass es einen Umschwung hätte bedeuten können. Ohne Leonidas war der Angriff gegen die kompakte Abwehr Italiens auch letztlich zu harmlos.

Die Endspiele
Als es jedoch gegen die Schweden um den 3. Platz ging, war der spätere Torschützenkönig des Turniers, Leonidas (8 Tore), wieder dabei und entschied das Spiel zugunsten Brasiliens. Schweden hatte wieder einmal den besseren Start und führte zur Pause 2:1 durch Jonasson (18.) und Nyberg (38.) bei einem Gegentor von Romeo (43.). Doch die Südamerikaner hatten durch die Treffer von Leonidas (63. und 73.), sowie Peracio (80.) letztendlich die Nase vorn.

Im Finale trafen Italien (Stärken: Kampf, Erfolgsbessenheit, Cleverness) und Ungarn (Stärken: Technik, Eleganz, Angriff) aufeinander. Die favorisierten Italiener gingen schon nach sechs Minuten durch ihren Linksaußen Colaussi in Front. Ungarn glich umgehend durch seinen Linksaußen Titkos (8.) aus. Ein toller Spielzug über vier Stationen landete in der 16. Minute vor den Füßen des wohl besten Italieners, Silvio Piola. Seine ‚Bombe’ aus ca. 10 Metern schlug unhaltbar für Keeper Szabo ein. Auch beim vorentscheidenden 3:1 war Piola involviert. Sein Zuckerpass auf Colaussi nutzte dieser kaltblütig aus (35.). Dank seiner stabilen Abwehr überstand die Pozzo-Truppe auch die wütenden Angriffsversuche der Ungarn nach dem Seitenwechsel. Nicht verhindern konnten die Italiener jedoch das Anschlusstor zum 2:3 durch Ungarns Mannschaftskapitän Dr. Sarosi (70.). Wieder war es Piola, dessen kraftvoller Linksschuss zum 4:2 (80.) auch die letzten Hoffnungen der Magyaren zerstörte. 55.000 Zuschauer, die mehrheitlich den vermeintlich Schwächeren, das Team Ungarns, anfeuerten, mussten neidlos anerkennen, dass die bessere Mannschaft ihren Titel verteidigen konnte.

Ein sportlich wie finanziell großer Erfolg für die FIFA
Die dritte Fußball-Weltmeisterschaft war für die FIFA nicht nur ein sportlicher, sondern vor allem auch ein bedeutender finanzieller Erfolg. Nahezu sieben Millionen Franc Gesamteinnahmen besserten die Kassen des Weltverbandes auf. Einen Schatten warfen wieder die Absagen der Nationen Amerikas und Englands auf das Turnier. Der gleichzeitig stattfindende FIFA-Kongress 1938 in Frankreich konnte sich wiederum nicht auf einen Veranstalter für 1942 einigen, da Großdeutschland unbedingt wollte, die Südamerikaner mit ihrem Bewerber Brasilien aber eigentlich dran waren. Der 2. Weltkrieg beendete diese Diskussion und das Thema Fußballweltmeisterschaft für mehrere Jahre.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1938

Datum Heim Gast Ergebnis
So 19.06. 17:00 Italien - Ungarn 4:2 (3:1) Info
Stade de Colombes (Paris)
45.100 Zuschauer
Schiri: Georges Capdeville (Frankreich)
Colaussi (6.) 1:0
1:1
Piola (16.) 2:1
Colaussi (35.) 3:1
3:2
Piola (82.) 4:2

Titkos (8.)


Sarosi (70.)