Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1958

Datum Heim Gast Ergebnis
Do 19.06. 19:00 Deutschland - Jugoslawien 1:0 (1:0) Info
Malmö Stadion (Malmö)
20.000 Zuschauer
Schiri: Raymon Wyssling (Schweiz)
Rahn (12.) 1:0

Do 19.06. 19:00 Schweden - UdSSR 2:0 (0:0) Info
Rasundastadion (Solna)
45.000 Zuschauer
Schiri: Reginald Leafe (England)
Hamrin (49.) 1:0
Simonsson (88.) 2:0


Do 19.06. 19:00 Frankreich - Nordirland 4:0 (1:0) Info
Idrottspark Stadion (Norrköping)
12.000 Zuschauer
Schiri: Juan Gardeazabel (Spanien)
Wisniewski (22.) 1:0
Fontaine (55.) 2:0
Fontaine (63.) 3:0
Piantoni (68.) 4:0




Do 19.06. 19:00 Brasilien - Wales 1:0 (0:0) Info
Ullevi Stadion (Göteborg)
25.000 Zuschauer
Schiri: Friedrich Seipelt (Österreich)
Pelé (66.) 1:0

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1958

Datum Heim Gast Ergebnis
Di 24.06. 19:00 Schweden - Deutschland 3:1 (1:1) Info
Ullevi Stadion (Göteborg)
50.000 Zuschauer
Schiri: Istvan Zsolt (Ungarn)
0:1
Skoglund (32.) 1:1
Gren (81.) 2:1
Hamrin (88.) 3:1
Schäfer (24.)



Di 24.06. 19:00 Brasilien - Frankreich 5:2 (2:1) Info
Rasundastadion (Solna)
27.100 Zuschauer
Schiri: Benjamin Griffiths (Wales)
Vava (2.) 1:0
1:1
Didi (39.) 2:1
Pelé (52.) 3:1
Pelé (64.) 4:1
Pelé (75.) 5:1
5:2

Fontaine (9.)




Piantoni (83.)

Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1958

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 28.06. 17:00 Frankreich - Deutschland 6:3 (3:1) Info
Ullevi Stadion (Göteborg)
25.000 Zuschauer
Schiri: Juan Brozzi (Argentinien)
Fontaine (16.) 1:0
1:1
Kopa (27.) 2:1
Fontaine (36.) 3:1
Douis (50.) 4:1
4:2
Fontaine (78.) 5:2
5:3
Fontaine (89.) 6:3

Cieslarczyk (18.)



Rahn (52.)

Schäfer (84.)

Das Finale der Weltmeisterschaft 1958

Pelés Zauber und Fontaines Rekord

Stellte einen WM-Torrekord auf: Frankreichs Just FontaineStellte einen WM-Torrekord auf: Frankreichs Just Fontaine

Nach dem weltweit riesigen Erfolg der 54er-WM hatten sich 52 Nationen für die Qualifikation 1958 in Schweden angemeldet. 15 mehr als vier Jahre zuvor. Doch aus den verschiedensten Gründen, jedoch zumeist politischen, dezimierte sich das Feld der Qualifikanten um einige Nationen. Zypern erhielt von den britischen Behörden keine Ausreiseerlaubnis zum Gruppenspiel nach Ägypten, das, ebenso wie der Sudan und die Türkei (1954 noch in der Schweiz dabei) nicht gegen Israel antreten wollten. Dass National-China nicht gegen die Volksrepublik China antreten wollte, hätte man sich an fünf Fingern abzählen können. Übrig blieb aus dem Bereich Asien nur Israel, das sich später noch mit einem europäischen Gruppenzweiten (Wales) messen musste. Der Spielmodus in der Endrunde wurde wieder erneuert, denn das Schema mit gesetzten Teams, wie 1954, hatte sich nicht bewährt.

Die Qualifikation
In den neun Qualifikationsgruppen Europas gab es die ein oder andere Überraschung. So konnte sich Ex-Weltmeister Italien nicht gegen Nordirland durchsetzen, das im entscheidenden Spiel in Belfast 2:1 siegte. Auch in der Gruppe IX hatte man nicht mit Schottland als Sieger über Spanien und der Schweiz gerechnet. Ansonsten setzten sich in Europa jedoch die Favoriten durch. Wales behauptete sich mit zwei 2:0-Erfolgen gegen den einzigen Asien- und Afrikavertreter Israel. In Südamerika blieb Ex-Weltmeister Uruguay auf der Strecke. Vor allem das 0:5 in Asunción gegen den späteren Qualifikanten Paraguay war eine faustdicke Überraschung.

Die Vorrunde
Deutschland wurden in der Gruppe 1 Argentinien, die Tschechoslowakei und Nordirland zugelost. Im ersten Spiel ging es gleich gegen die hoch eingeschätzten Argentinier. 31.000 Zuschauer in Malmö sahen die Führung der Südamerikaner in der 3. Minute und es dauerte lange, bis die Deutschen Ruhe in ihr vom 38-jährigen Fritz Walter organisiertes Spiel brachten. Außerdem war einer der wichtigsten ‚Helden von Bern’, Helmut Rahn, immer noch einer der gefährlichsten Torjäger der Welt. In der 32. Minute schoss der ‚Boss’ den Ausgleich und kurz vor dem Abpfiff das 3:1. Dazwischen hatte der 21-jährige Hamburger Uwe Seeler für das 2:1 gesorgt. Danach ging es gegen die Tschechoslowaken, die gegen die Nordiren beim 0:1 einen Fehlstart hingelegt hatten. Obwohl der ambitionierte Gegner zur Halbzeit mit 2:0 führte, zeigten die Deutschen in der 2. Hälfte ihre Konterstärke, die auch von Schäfer (60.) und Rahn (70.) in Zählbares umgesetzt wurde. Vor allem das Schäfer-Tor war jedoch noch lange nach dem Spiel äußerst umstritten, da der Kölner den Ball mitsamt dem Keeper Dolesji über die Linie drückte. Doch das Remis war eine gute Ausgangsposition vor dem Spiel gegen die Nordiren. Nachdem man gegen die CSSR in Helsingborg antrat, durfte man gegen Nordirland wieder in Malmö ran. MacParland, gefürchteter Torjäger des Gegners, brachte das 1:0 im Tor von Herkenrath unter (17.), doch Helmut Rahn glich drei Minuten später aus. Die Deutschen hatten sich ein Übergewicht erarbeitet, doch gerade in dieser Phase gelang den Nordiren (wieder MacParland, 60.) die Führung. Das folgende Spiel auf ein Tor sah einen ausgezeichneten Torhüter Harry Gregg, der alle Chancen der Deutschen zunichte machte ­ bis auf einen Gewaltschuss von Uwe Seeler, der das Herberger-Team vor einem Entscheidungsspiel bewahrte. Deutschland war Gruppensieger, während Nordirland gegen die Tschechoslowaken ins Entscheidungsspiel musste (2:1-Sieg nach Verlängerung).

In der Gruppe 2 gab es keinen Favoriten. Die negative Überraschung waren allerdings die Schotten. Gegen Jugoslawien reichte es noch zum einem 1:1, doch gegen Paraguay gab es ein sensationelles 2:3. Da es auch gegen die Franzosen eine 1:2-Niederlage setzte, schied man, auf dem vierten Platz landend, aus. Gruppensieger wurde Frankreich mit seinem WM-Torjäger Just Fontaine, der bei dieser WM den bis heute bestehenden Rekord von 13 Treffern aufstellte. Schon gegen Paraguay war er beim 7:3 (!) drei Mal erfolgreich. Selbst die zwei Treffer der Franzosen bei der 2:3-Niederlage gegen den späteren Gruppenzweiten, Jugoslawien, erzielte Fontaine. Das 3:3 gegen Paraguay reichte den Jugoslawen dann zum Weiterkommen, mit einem Punkt Vorsprung vor den Südamerikanern.

Der Veranstalter Schweden ging als Favorit in die Gruppe 3 und wurde seiner Rolle gerecht. Mexiko (3:0) und Ungarn (2:1), die nur noch drei Spieler aus dem 54er-Wunderteam dabei hatten (der Aufstand von 1956 hatte das Team auf ganz Europa verteilt und nicht alle Spieler wurden freigestellt), wurden besiegt. Zuletzt konnten sich die Schweden noch ein 0:0 gegen Wales leisten. Dieses Ergebnis war für die Waliser wichtig, da sie dadurch ins Entscheidungsspiel gegen Ungarn gelangten und 2:1 siegten. Mexiko wurde erwartungsgemäß Letzter der Gruppe.

Besonders interessant war die Gruppe 4, in der sich Brasilien als Erster gegen die Sowjetunion, England und den WM-Dritten von 1954, Österreich, durchsetzte. Nach dem 3:0 gegen Österreich konnten die Südamerikaner den Engländern nur ein 0:0 abringen. Gegen die Sowjetunion (2:0 durch zwei Tore von Vava) tauchte zum ersten Mal ein 17-jähriger junger Mann in der Startelf auf, der noch für Furore sorgen sollte: Edson Arantes do Nascimento, genannt Pelé. Gruppenzweiter wurden die Russen (mit Torwart-Legende Lew Jaschin), die aufgrund der Punktegleichheit mit dem Favoriten England (hatten den Verlust der beim Flugzeugabsturz verunglückten Spieler von Manchester United zu verkraften) ins Play-off-Spiel mussten und das Fußball-Mutterland mit 1:0 besiegten. Österreich (Mittelläufer: Ernst Happel!) konnte in dieser Gruppe nicht viel ausrichten und wurde mit nur einem Remis (gegen England) Tabellenletzter.

Das Viertelfinale
Wie 1954 mussten sich die Deutschen mit Jugoslawien messen. Wie vier Jahre zuvor wurde es ein Zitterspiel. Zwar war der amtierende Weltmeister nach zwölf Minuten durch den unnachahmlichen Helmut Rahn in Führung gegangen, doch den überwiegenden Teil der Begegnung spielten die Jugoslawen auf das von Herkenrath gehütete Tor der Deutschen, die sich in einer wahren Abwehrschlacht mit dem 1:0 durchsetzten.

Veranstalter Schweden hatte mit den durch das zwei Tage zuvor angesetzte Play-off geschwächten Russen dagegen keine großen Probleme. Das 2:0 brachte sie sicher ins Halbfinale.

Am überzeugendsten zogen die Franzosen unter die letzten Vier ein. Beim 4:0 war wieder Just Fontaine erfolgreich, der gegen Nordirland die Treffer zwei und drei erzielte.

Überraschend eng wurde es für die Brasilianer. Nur dank eines Treffers von Pelé (63.) schafften die Südamerikaner gegen die harten und abwehrstarken Waliser den Einzug ins Halbfinale.

Das Halbfinale
In Göteborg trafen die Deutschen auf Schweden und es wurde aus Sicht der Gäste zu einem Skandalspiel. In Hälfte Eins sorgte Schäfer (23.) für die Führung der gut aufspielenden Deutschen. Trotz des Ausgleichs durch Skoglund (33.) beherrschten Fritz Walter & Co. den Gegner, doch die (ungeahndete) Härte der Schweden setzte dem Herberger-Team arg zu. Nachdem ein klares Foul an Rahn im schwedischen Strafraum nicht gegeben wurde und sich Juskowiak vom in Italien tätigen Hamrin provozieren ließ, sich revanchierte und vom Platz flog, waren die Vorteile bei den Skandinaviern. Da auch Fritz Walter wegen einer Verletzung nur als Statist wirken konnte, kamen die Gastgeber in den letzten Spielminuten noch zu zwei Treffern, die das Endspiel bedeuteten.

Die zweite Halbfinalbegegnung zwischen dem hohen Favoriten Brasilien und Frankreich wurde zur großen Show des Angriffs der Südamerikaner und speziell für Pelé, der mit drei Treffern glänzte. Beobachter von damals meinten, das beste Spiel des Turniers beim 5:2-Erfolg der Brasilianer gesehen zu haben.

Das Finale
3:6 musste sich die ersatzgeschwächte Deutsche Elf (ohne Herkenrath, Fritz Walter, Juskowiak, Seeler und Eckel) gegen Frankreich im Spiel um den dritten Platz geschlagen geben. Fontaine erschoss die Deutschen mit seinen vier Toren fast allein.

50.000 Zuschauer sahen dann das Finale in Stockholm. Die Brasilianer ließen sich von dem frühen Tor durch Liedholm (4.) nicht aus dem Konzept bringen. Garrincha, Vava und Pelé zogen ihr technisch brillantes Spiel in unnachahmlicher Weise auf, kamen noch vor der Pause durch zwei Vava-Tore zum 2:1, ehe Pelé, Zagallo und nochmals Pelé den Schweden (Simonssen zwischendurch zum 2:4) mit 5:2 das Nachsehen gaben.

Weiterer Popularitätsschub
Die WM in Schweden war die Auferstehung des Brasilianischen Wunderteams mit dem technisch spektakulären Angriff aus dem Pelé, Vava, Didi und Garrincha herausragten. Als zweitbestes Team landeten die Franzosen zwar hinter Schweden und vor Deutschland auf Platz drei, aber viele Beobachter bewerteten das Halbfinalspiel zwischen Frankreich und Brasilien als beste Partie. Die Schweden nutzten ihren Heimvorteil vehement und benutzten dafür nicht immer die Mittel des Fair Play. Erstmals konnte eine Vielzahl der Begegnungen weltweit im Fernsehen mitverfolgt werden, was der Popularität des Fußballsports einen weiteren Schub gab.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1958

Datum Heim Gast Ergebnis
So 29.06. 15:00 Schweden - Brasilien 2:5 (1:2) Info
Rasundastadion (Solna)
51.800 Zuschauer
Schiri: Maurice Guigue (Frankreich)
Liedholm (4.) 1:0
1:1
1:2
1:3
1:4
Simonsson (80.) 2:4
2:5

Vava (9.)
Vava (32.)
Pelé (55.)
Zagallo (68.)

Pelé (90.)