Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 1986

Datum Heim Gast Ergebnis
So 15.06. 12:00 Mexiko - Bulgarien 2:0 (1:0) Info
Azteca (Mexico City)
114.600 Zuschauer
Schiri: Arppi Filho (Brasilien)
Negrete (35.) 1:0
Servin (60.) 2:0


So 15.06. 16:00 UdSSR - Belgien 3:4 n.V. Info
Estadio Nou Camp (León/Mex.)
32.300 Zuschauer
Schiri: Frederiksson (Schweden)
Belanow (27.) 1:0
1:1
Belanow (70.) 2:1
2:2
2:3
2:4
Belanow (111.) 3:4

Scifo (54.)

Ceulemans (75.)
Demol (102.)
Claesen (108.)

Mo 16.06. 12:00 Brasilien - Polen 4:0 (1:0) Info
Jalisco (Guadalajara )
45.000 Zuschauer
Schiri: Luigi Agnolin (Italien)
Socrates (30.) 1:0
Josimar (55.) 2:0
Edinho (78.) 3:0
Careca (82.) 4:0




Mo 16.06. 16:00 Argentinien - Uruguay 1:0 (1:0) Info
Cuauhtemoc (Puebla)
26.000 Zuschauer
Schiri: Luigi Agnolin (Italien)
Pasculli (41.) 1:0

Di 17.06. 12:00 Italien - Frankreich 0:2 (0:1) Info
Olimpico (Mexico City)
70.000 Zuschauer
Schiri: Esposito Carlos (Argentinien)
0:1
0:2
Platini (14.)
Stopyra (57.)
Di 17.06. 16:00 Marokko - Deutschland 0:1 (0:0) Info
Universitario (Monterrey )
22.000 Zuschauer
Schiri: Zoran Petrovic (Jugoslawien)
0:1
Matthäus (87.)
Mi 18.06. 12:00 England - Paraguay 3:0 (1:0) Info
Azteca (Mexico City)
98.800 Zuschauer
Schiri: Jamal Al Sharif (Syrien)
Lineker (32.) 1:0
Beardsley (55.) 2:0
Lineker (72.) 3:0



Mi 18.06. 16:00 Dänemark - Spanien 1:5 (1:1) Info
La Corregidora (Queretaro)
38.500 Zuschauer
Schiri: Keizer (Niederlande)
Olsen (33.) 1:0
1:1
1:2
1:3
1:4
1:5

Butragueño (43.)
Butragueño (56.)
Goikoetxea (69.)
Butragueño (80.)
Butragueño (90.)

Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1986

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 21.06. 12:00 Brasilien - Frankreich 4:5 n.E. Info
Jalisco (Guadalajara )
65.800 Zuschauer
Schiri: Ioan Igna (Rumänien)
Careca (18.) 1:0
1:1
Socrates ---
1:2
Alemao 2:2
2:3
Zico 3:3
3:4
Branco 4:4
---
Cesar ---
4:5

Platini (41.)

Stopyra

Amoros

Bellone

Platini

Fernandez
Sa 21.06. 16:00 Mexiko - Deutschland 1:4 n.E. Info
Universitario (Monterrey )
44.000 Zuschauer
Schiri: Diaz (Kolumbien)
0:1
Negrete 1:1
1:2
Quirarte ---
1:3
Servin ---
1:4
Allofs

Brehme

Matthäus

Littbarski
So 22.06. 12:00 Argentinien - England 2:1 (0:0) Info
Azteca (Mexico City)
114.600 Zuschauer
Schiri: Kacem Bennaceur (Tunesien)
Maradona (51.) 1:0
Maradona (55.) 2:0
2:1


Lineker (81.)
So 22.06. 16:00 Spanien - Belgien 5:6 n.E. Info
Cuauhtemoc (Puebla)
45.000 Zuschauer
Schiri: Siegfried Kirschen (DDR)
0:1
Señor (85.) 1:1
Señor 2:1
2:2
Eloy ---
2:3
Chendo 3:3
3:4
Butragueño 4:4
4:5
Munoz 5:5
5:6
Ceulemans (34.)


Claesen

Scifo

Broos

Vervoort

van der Elst

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1986

Datum Heim Gast Ergebnis
Mi 25.06. 12:00 Deutschland - Frankreich 2:0 (1:0) Info
Jalisco (Guadalajara )
45.000 Zuschauer
Schiri: Luigi Agnolin (Italien)
Brehme (9.) 1:0
Völler (90.) 2:0


Mi 25.06. 16:00 Argentinien - Belgien 2:0 (0:0) Info
Azteca (Mexico City)
110.400 Zuschauer
Schiri: Marquez Ramirez (Mexiko)
Maradona (51.) 1:0
Maradona (61.) 2:0


Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1986

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 28.06. 12:00 Frankreich - Belgien 4:2 n.V. Info
Cuauhtemoc (Puebla)
21.000 Zuschauer
Schiri: Mark Courtney (England)
0:1
Ferreri (26.) 1:1
Papin (42.) 2:1
2:2
Genghini (103.) 3:2
Amoros (108.) 4:2
Ceulemans (10.)


Claesen (72.)


Das Finale der Weltmeisterschaft 1986

Maradona: Hauptdarsteller mit Hand und Fuß

Hauptdarsteller der 86er WM: Diego MaradonaHauptdarsteller der 86er WM: Diego Maradona

Schon kurz nach der WM 1982 musste der von der FIFA ausgewählte Veranstalter für 1986, Kolumbien, aus innenpolitischen Gründen die WM zurückgeben. Mexiko setzte sich gegenüber Brasilien und den USA durch, weil sich das Land schon 1970 als geeignet erwies und kurzfristig einspringen konnte. Auch ein verheerendes Erdbeben in der Hauptstadt mit über 10.000 Todesopfern konnte Mexiko nicht dazu bewegen, auf das Turnier zu verzichten. Der Spielmodus wurde erneut geändert. Nach der Vorrunde fielen die Finalgruppen weg und das K.o.-System wurde wieder eingeführt, um die Spannung in dieser Phase des Turniers wieder zu gewährleisten. Nach Spanien durften jedoch weiterhin 24 Mannschaften an der Endrunde teilnehmen.

Die Qualifikation
Wieder konnte sich die Niederlande nicht qualifizieren, da das Team gegen Belgien in den Entscheidungsspielen unterlag. Deutschland setzte sich gegen Portugal, Schweden, die CSSR und Malta in der starken Gruppe 2 recht souverän als Gruppensieger durch. In Südamerika mussten sich Peru und Chile überraschend dem Team von Paraguay beugen. Aus Ozeanien scheiterte Australien im Entscheidungsspiel an Schottland, während sich in Asien erstmals der Irak neben Südkorea qualifizierte.

Die Vorrunde
Über 110.000 Besucher sahen im Eröffnungsspiel des Turniers Weltmeister Italien beim 1:1 gegen Bulgarien. Argentinien gelang in der Gruppe A ein ungefährdetes 3:1 gegen Südkorea. Die Partie der beiden Gruppenfavoriten Italien und Argentinien beherrschten die Defensivkünstler beider Teams und endete 1:1. Beide Nationen konnten sich mit ihren Siegen gegen Bulgarien und Südkorea in den letzten Gruppenspieler für das Achtelfinale qualifizieren, aber spielerisch nicht überzeugen.

Veranstalter Mexiko hatte Glück bei der Gruppenauslosung und setzte sich als Sieger der Gruppe B vor Paraguay und den enttäuschenden Belgiern, sowie dem respektabel auftretenden Team des Irak durch. Auffällig in dieser Gruppe war die von allen Mannschaften ins Spiel gebrachte Härte, die selten niveauvolle Spiele zuließ. Die interessanteste Begegnung fand zwischen Belgien und Paraguay (2:2) statt. Selbst die Belgier konnten sich danach als einer der besten Gruppendritten abschließend fürs Achtelfinale qualifizieren.

Stark spielte das Team der UdSSR in der Gruppe C auf und wurde vor den Franzosen Erster. Einem furiosen Start gegen die enttäuschenden Ungarn (6:0) folgte ein vorsichtig geführtes 1:1 gegen Frankreich und mit einer Reserveelf ein 2:0 gegen den Debütanten Kanada. Ungarn konnte zwar Kanada mit 2:0 bezwingen, hatte gegen Frankreich beim 0:3 jedoch keine Chance und durfte gemeinsam mit Kanada nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Brasilien blieb ohne Gegentreffer zwar Sieger der Gruppe D, doch die Erfolge über Spanien (1:0) und vor allem gegen Algerien (1:0), sowie Nordirland (3:0) waren wenig berauschend. Auch Spanien als Gruppenzweiter riss keine Bäume aus. Mühevoll besiegten die Butragueno & Co. Nordirland (2:1) und eindeutiger die nachlassenden Algerier (3:0). Algerien und Nordirland trennten sich in einem schwachen Spiel 1:1 und schieden aus.

Deutschland hatte es in der Gruppe E mit Dänemark, Schottland und Uruguay zu tun. Ein Fehlpass von Lothar Matthäus ermöglichte im ersten Spiel gegen Uruguay die frühe Führung für den Gegner. Die mit allen erlaubten und unerlaubten Tricks verteidigenden Urus mussten erst sechs Minuten vor dem Abpfiff den Ausgleich der Deutschen durch Klaus Allofs hinnehmen. Gegen die Schotten setzte sich der Kraftfußball der Mannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer mit 2:1 Toren durch. Den Rückstand durch Strachan (17.) glich Rudi Völler (22.) aus und wieder war es Klaus Allofs (50.), der den entscheidenden Treffer beisteuerte. Da die Dänen Schottland (1:0) und Uruguay (6:1) bezwungen hatte, ging es im letzten Spiel gegen die nördlichen Nachbarn nur noch um Platz Eins und Zwei. Dänemark trat motivierter auf, siegte verdient 2:0, doch die Deutschen trafen somit auf dem mutmaßlich einfacheren Gegner, Marokko, im Achtelfinale.

Sensationssieger der Gruppe F wurden die Nordafrikaner aus Marokko. Nach zwei torlosen Remis gegen Polen und England überzeugte der Außenseiter vor allem beim 3:1-Erfolg über Portugal. England wurde Zweiter, erkämpfte sich diesen Platz jedoch erst nach einem 3:0 per Lineker-Hattrick. Zuvor gab es noch eine enttäuschende 0:1-Niederlage gegen Portugal. Polen schaffte als Dritter ebenfalls den Sprung ins Achtelfinale, wofür der einzige Treffer der Osteuropäer, Smolareks 1:0 gegen Portugal, ausreichte.

Das Achtelfinale
Wenig überraschend, aber souverän setzten sich Mexiko gegen Bulgarien (2:0), Brasilien gegen Polen (4:0) und England gegen Paraguay (3:0) durch. Zwei Geheimfavoriten und stark aufspielende Teams der Vorrunde schieden jedoch aus. Dänemark wurde von den Spaniern mit 5:1 (vier Tore von Butragueno) entzaubert, während die UdSSR gegen Außenseiter Belgien in einem der besten Spiele des Turniers nach Verlängerung 3:4 unterlag. Argentinien hielt seinen südamerikanischen Nachbarn Uruguay mit 1:0 nieder, während sich Frankreich dank eines überragenden Platini gegen Titelverteidiger Italien mit 2:0 behauptete. Deutschland hatte gegen Marokko große Schwierigkeiten, musste bis kurz vor Schluss warten, bis Matthäus einen 30-Meter-Freistoß in die Maschen der Nordafrikaner setzte, die mit viel Respekt gegen die einfallslosen Deutschen auftraten. Das beste an diesem Spiel, so die Meinung von Teamchef Beckenbauer nach dem Spiel, war das Ergebnis.

Das Viertelfinale
Unter großer Anteilnahme der Fans zu Hause scheiterte Favorit Brasilien im Elfmeterschießen an Frankreich, das nach dem starken Beginn der Elf von Tele Santana durch Careca 0:1 (18.) in Rückstand geriet. Nach dem Ausgleich durch Platini (41.) konnten sich beide Teams nicht mehr entscheidend vor des Gegners Tor durchsetzen, auch nicht in der Verlängerung. Während bei den Brasilianern Socrates und Julio Cesar ihre Elfmeter verschossen, hatten die Franzosen in Platini nur einen Fehlschützen zu verzeichnen.

Im Spiel der Deutschen gegen Gastgeber Mexiko blieben Torszenen über die gesamte Spielzeit Mangelware. Die von beidseitig defensiver Taktik und vielen Fouls geprägte Partie hangelte sich auch torlos über die Verlängerung. Thomas Berthold hatte bereits nach 65. Minuten wegen einer Tätlichkeit den Platz verlassen müssen, während die Mexikaner auf Aguirre (110.) nach einem Foul an Matthäus verzichten mussten. Im Elfmeterschießen konnten die Deutschen einmal mehr auf ihren reaktionsschnellen Torhüter Harald Schumacher zählen, der die Elfer von Quirarte und Servin parierte, während Allofs, Brehme, Matthäus und Littbarski sicher verwandelten.

Auch Spanien und Belgien ermittelten den Sieger erst im Elfmeterschießen. Ceulemanns (34.) und Senor (85.) hatten die Tore vor der torlosen Verlängerung erzielt. Bis auf den Elfmeter von Eloy (Jean-Marie Pfaff hielt das Leder) verwandelten alle Schützen ihren Strafstoß. Überraschend zogen somit die Belgier ins Halbfinale ein, während die Spanier mit ihrem an diesem Tag enttäuschenden Stürmerstar Butragueno die Heimreise antraten.

Ein überragender Maradona und ‚die Hand Gottes’ besiegten England im Spiel gegen Argentinien. Das 1:0 erzielte Maradona, wie erst die Zeitlupe später genau entlarvte, per Hand (‚Gottes’). Sein 2:0 dagegen war sensationell. Ein Solo ab der Mittellinie, wobei er vier Gegenspieler und Torwart Shilton versetzte, brachte die Vorentscheidung. Linekers 1:2 in der 81. Minute kam zu spät. Zuvor hatte der argentinische Vorstopper Oscar Ruggeri dem englischen Angreifer keine Möglichkeiten zur Entfaltung gegeben.

Das Halbfinale
Deutschland war gegen Frankreich, das zuletzt Italien und Brasilien ausgeschaltet hatte, nur als Außenseiter in die Partie gegangen. Doch idealerweise gelang Andreas Brehme schon in der 9. Minute mit einem für Torhüter Bats eigentlich haltbaren Schuss das 1:0. Die Franzosen meldeten sich mit wütenden Angriffen zurück, doch Deutschland blieb mit seinen Kontern gefährlich. In einem überaus spannenden Spiel zeigten die Spieler von Teamchef Beckenbauer ihre beste Leistung in diesem Turnier, während die Franzosen ihre Überlegenheit dank Abschlusschwäche nicht nutzen konnten, oder an Schumacher scheiterten. Der nach einer knappen Stunde für Rummenigge eingewechselte Rudi Völler markierte in der 90. Minute das 2:0 und Deutschland stand zum vierten Mal bei einer WM im Finale.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der es kaum Torchancen zu verzeichnen gab, entschied die Maradona-Ein-Mann-Show die Partie zwischen Argentinien und Belgien. Zwei großartige Solo-Leistungen des 1,66 Meter kleinen Supertechnikers in der 51. und 61. Minute sorgten für das 2:0-Endergebnis im Aztekenstadion in Mexiko-City. Die Belgier konnten sich während der gesamten Spielzeit nicht gegen die gutgestaffelte Abwehr der Argentinier durchsetzen und hatten noch Glück, dass Valdano die große Chance zum 3:0 in der 82. Minute vergab.

Das Finale
Bei den meisten Weltmeisterschaften war das Spiel um den dritten Platz eher eine Pflichtübung. Nicht so die Begegnung zwischen Frankreich und Belgien. Von Beginn an leisteten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch auf technisch hohem Niveau. Die anfangs stärkeren Belgier gingen durch Ceulemanns in Front, gerieten jedoch gegen die immer stärker werdenden Franzosen durch Ferreri und Papin noch vor der Pause 1:2 in Rückstand. Nach dem Wechsel glichen die Belgier zwar wieder aus, doch in der Verlängerung hatten die Franzosen (ohne Platini) nach den Toren von Genghini und Amoros (per Elfmeter) zuletzt die Nase in dieser hochklassigen Partie vorn.

Auch das Endspiel war über weitere Strecken eine von Spannung und Dramatik geprägte Partie. Argentinien ging nach einem schweren Schumacher-Fehler durch Brown in Führung (21.). Nachdem Valdano in der 55. Minute und einer Maradona-Vorlage das 2:0 gelang, schien die Auseinandersetzung entschieden. Vergeblich versuchten die Deutschen daraufhin, das argentinische Abwehr-Bollwerk zu durchbrechen. Erst in der 73. Minute gelang dem kampfstarken Beckenbauer-Team durch Rummenigge der Anschluss zum 1:2. Angetrieben vom überragenden Andreas Brehme traf Völler sogar noch zum 2:2 (81.). Ein Solo von Buruchaga, der den Ball kurz hinter der Mittellinie aufnahm und sich durch die etwas unaufmerksame deutsche Abwehr tankte und einschoss, brachte drei Minuten später mit dem 3:2 die Entscheidung für die Argentinier. Da half auch der Sturmlauf der Deutschen in den letzten Spielminuten nichts mehr. Ein dramatisches Finale fand einen glücklichen Sieger in Argentinien, doch die Deutschen hatten sich wieder einmal im Laufe des Turniers gewaltig gesteigert und zuletzt den zweiten Platz hoch verdient.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1986

Datum Heim Gast Ergebnis
So 29.06. 12:00 Argentinien - Deutschland 3:2 (1:0) Info
Azteca (Mexico City)
114.600 Zuschauer
Schiri: Arppi Filho (Brasilien)
Brown (21.) 1:0
Valdano (55.) 2:0
2:1
2:2
Burruchaga (84.) 3:2


Rummenigge (73.)
Völler (81.)