Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 1990

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 23.06. 17:00 Kamerun - Kolumbien 2:1 n.V. Info
San Paolo (Neapel)
50.000 Zuschauer
Schiri: Lanese Tullio (Italien)
Milla (106.) 1:0
Milla (109.) 2:0
2:1


Redin (116.)
Sa 23.06. 21:00 Tschechoslowakei - Costa Rica 4:1 (1:0) Info
San Nicola (Bari)
47.700 Zuschauer
Schiri: Siegfried Kirschen (DDR)
Skuhravy (11.) 1:0
1:1
Skuhravy (62.) 2:1
Kubik (78.) 3:1
Skuhravy (82.) 4:1

Gonzalez (55.)



So 24.06. 17:00 Brasilien - Argentinien 0:1 (0:0) Info
Delle Alpi (Turin)
61.400 Zuschauer
Schiri: Joel Quiniou (Frankreich)
0:1
Caniggia (81.)
So 24.06. 21:00 Deutschland - Niederlande 2:1 (0:0) Info
Giuseppe Meazza (Mailand)
74.600 Zuschauer
Schiri: Patricio Loustau (Argentinien)
Klinsmann (50.) 1:0
Brehme (84.) 2:0
2:1


Koeman (88.)
Mo 25.06. 17:00 Irland - Rumänien 5:4 n.E. Info
Luigi Ferraris (Genua)
31.800 Zuschauer
Schiri: Wright (Brasilien)
0:1
Sheedy 1:1
1:2
Houghton 2:2
2:3
Townsend 3:3
3:4
Cascarino 4:4
---
O´Leary 5:4
Hagi

Lupu

Rotariu

Lupescu

Timofte

Mo 25.06. 21:00 Italien - Uruguay 2:0 (0:0) Info
Olympiastadion (Rom)
73.300 Zuschauer
Schiri: Mark Courtney (England)
Schillaci (65.) 1:0
Serena (83.) 2:0


Di 26.06. 17:00 Spanien - Jugoslawien 1:2 n.V. Info
Marc Antonio Bentegodi (Verona)
35.500 Zuschauer
Schiri: Aron Schmidhuber (Ottobrunn)
0:1
Salinas (83.) 1:1
1:2
Stojkovic (77.)

Stojkovic (92.)
Di 26.06. 21:00 England - Belgien 1:0 n.V. Info
Renato Dall'Ara (Bologna)
34.500 Zuschauer
Schiri: Peter Mikkelsen (Dänemark)
Platt (119.) 1:0

Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1990

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 30.06. 17:00 Argentinien - Jugoslawien 3:2 n.E. Info
Artemio Franchi (Florenz)
39.000 Zuschauer
Schiri: Kurt Röthlisberger (Schweiz)
Serrizuela 1:0
---
Burruchaga 2:0
2:1
Maradona ---
2:2
Troglio ---
---
Dezotti 3:2
---

Stojkovic

Prosinecki

Savicevic

Brnovic

Hadzibegic
Sa 30.06. 21:00 Irland - Italien 0:1 (0:1) Info
Olympiastadion (Rom)
73.300 Zuschauer
Schiri: Silva Valente (Portugal)
0:1
Schillaci (37.)
So 01.07. 17:00 Deutschland - Tschechoslowakei 1:0 (1:0) Info
Giuseppe Meazza (Mailand)
73.300 Zuschauer
Schiri: Kohl (Österreich)
Matthäus (24.) 1:0

So 01.07. 21:00 Kamerun - England 2:3 n.V. Info
San Paolo (Neapel)
55.200 Zuschauer
Schiri: Codesal Mendez (Mexiko)
0:1
Kunde (62.) 1:1
Ekeke (65.) 2:1
2:2
2:3
Platt (25.)


Lineker (82.)
Lineker (105.)

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1990

Datum Heim Gast Ergebnis
Di 03.07. 20:00 Argentinien - Italien 5:4 n.E. Info
San Paolo (Neapel)
60.000 Zuschauer
Schiri: Vautrot (Frankreich)
0:1
Caniggia (67.) 1:1
1:2
Serrizuela 2:2
2:3
Burruchaga 3:3
3:4
Olarticoechea 4:4
---
Maradona 5:4
---
Schillaci (17.)

Baresi

Baggio

de Agostini

Donadoni

Serena
Mi 04.07. 20:00 Deutschland - England 5:4 n.E. Info
Delle Alpi (Turin)
62.600 Zuschauer
Schiri: Wright (Brasilien)
Brehme (59.) 1:0
1:1
1:2
Brehme 2:2
2:3
Matthäus 3:3
3:4
Riedle 4:4
---
Thon 5:4
---

Lineker (80.)
Lineker

Beardsley

Platt

Pearce

Waddle

Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1990

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 07.07. 20:00 Italien - England 2:1 (0:0) Info
San Nicola (Bari)
51.400 Zuschauer
Schiri: Joel Quiniou (Frankreich)
Baggio (70.) 1:0
1:1
Schillaci (85.) 2:1

Platt (80.)

Das Finale der Weltmeisterschaft 1990

Deutschland erfolgreich bei Neuauflage des vorigen Finales

Erzielte bei der WM das wichtigste Tor seiner Karriere: Andreas BrehmeErzielte bei der WM das wichtigste Tor seiner Karriere: Andreas Brehme

Dass die Kosten für das WM-Turnier auf die astronomische Summe von sieben Milliarden DM angestiegen war, 24 Arbeiter während der Bauarbeiten ums Leben kamen, nicht alle Straßen und Parkplätze zu den Spielstätten rechtzeitig fertiggestellt werden konnten und die Vergabe der Bauaufträge nicht ohne die üblichen ‚Zuwendungen’ abgingen, nahm die italienische Öffentlichkeit vergleichsweise gelassen hin ­ Hauptsache die Spiele würden stattfinden. Letztlich gelang es den ‚fussballverrückten’ Italienern auch, ein nahezu reibungsloses Turnier durchzuführen.

Die Qualifikation
Überraschend konnten sich die in Mexiko so stark aufspielenden Teams Dänemarks, Polens und Frankreichs nicht qualifizieren. Auch Chile, Mexiko und Marokko enttäuschten in den Ausscheidungsspielen und mussten anderen Nationen den Vortritt lassen. Ansonsten waren alle Nationalmannschaften mit Rang und Namen dabei. Deutschland belegte zwar hinter den Niederlanden nur den zweiten Platz vor Finnland und Wales, qualifizierte sich als besserer Zweiter jedoch knapp vor den Dänen. Dabei war das 2:1-Siegtor von Thomas Häßler im letzten Gruppenspiel gegen Wales entscheidend, ohne das die deutschen Spieler die WM nur vom Fernseher aus hätten betrachten können.

Die Vorrunde
Gastgeber Italien tat sich in der Gruppe A gegen die Außenseiter Österreich und USA bei den 1:0-Erfolgen noch recht schwer, doch gegen den vermeintlich stärksten Gegner, der CSFR, glückte ein 2:0-Sieg, bei dem der schon als Matchwinner gegen Österreich hervorgetretene und eigentlich nur als Ergänzungsspieler in Kader aufgenommene Salvatore ‚Toto’ Schillaci erneut ins Tor traf. Die Tschechoslowaken trumpften dafür beim 5:1 gegen die USA auf, hielten auch Österreich mit 1:0 auf Distanz und wurden Zweiter der Gruppe.

Weltmeister Argentinien traf im Eröffnungsspiel des Turniers in der Gruppe B auf Kamerun und musste eine sensationelle 0:1-Niederlage einstecken. Der Sieg der Schwarzafrikaner blieb nicht deren einziger Streich in dieser Gruppe, denn auch die Rumänen mussten sich diesem Gegner mit 1:2 beugen. Kamerun konnte es sich sogar leisten, das letzte Spiel gegen die Russen mit 0:4 abzugeben, ohne die Führungsposition der Gruppe einzubüßen. Den Russen nützte dieser Sieg nichts mehr, da die beiden 0:2-Niederlagen gegen den Gruppenzweiten Rumänien und gegen Argentinien schon das frühzeitige Aus bedeuteten. Argentinien kam als Dritter gerade noch ins Achtelfinale.

Brasilien hatte sich unter Trainer Lazaroni eine äußerst defensiv angelegte Taktik angewöhnt. Das Resultat in der Gruppe C waren drei knappe Siege des Ex-Weltmeisters, die den Gruppensieg bedeuteten, aber die Zuschauer aufgrund der dürftigen Vorstellungen enttäuscht zurückließen. Sensationell war der Auftritt Costa Ricas, das die Schotten und die Schweden 1:0 und 2:1 ausknockte und hinter sich ließ. Die Schotten konnten wenigstens noch einen 2:1-Erfolg gegen die Skandinavier verbuchen, mussten aber auch die Heimreise antreten.

Geradezu grandios startete die Deutsche Elf in der Gruppe D beim 4:1 gegen die hoch eingeschätzten Jugoslawen. Zweifacher Torschütze und überragender Akteur auf dem Platz war Lothar Matthäus. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden im zweiten Spiel mit 5:1 ‚weggefegt’, wobei die Deutschen einen weitaus höheren Sieg verpassten. Gegen die Kolumbianer tat man sich dagegen etwas schwerer, doch das 1:1 sicherte den Gruppensieg. Jugoslawien hatte sich zuvor gegen denselben Gegner mit 1:0 durchgesetzt und die Emirate mit 4:1 bezwungen, was Platz Zwei bedeutete. Kolumbien kam als Dritter ebenso ins Achtelfinale.

Spanien und der WM-Vierte von 1986, Belgien, dominierten die Gruppe E vor Uruguay und Südkorea. Spanien quälte sich im ersten Spiel gegen die Urus noch mit einem torlosen Remis, konnte dann aber Südkorea (3:1) und in einem fesselnden Spiel die Belgier mit 2:1 überwinden, was zum Gruppensieg führte. Die Belgier distanzierten mit ihrem herausragenden Regisseur Enzo Scifo Südkorea (2:0) und Uruguay (3:1) eindeutig, zeigten aber trotz großer Spielkunst Schwächen im Abschluss. Für die Südamerikaner aus Montevideo blieb nur der dürftige 1:0-Erfolg gegen die Asiaten als Wiedergutmachung, der knapp für den Achtelfinaleinzug des Ex-Weltmeisters ausreichte.

Erst im letzten Spiel der Gruppe F sicherte sich England mit einem dünnen 1:0 gegen das unbequeme Team aus Ägypten den Gruppensieg. Alle fünf Begegnungen zuvor endeten Unentschieden und zeigten wenig ansprechenden, ja teilweise gar ärgerlich schlechten Fußball. Die Offiziellen entgingen somit knapp einem Novum, denn erstmals hätte das Los über den Einzug ins Achtelfinale entscheiden müssen, wenn auch England und Ägypten ein Remis abgeliefert hätten. Doch Irland und die Niederlande rutschten trotz mäßiger Leistungen ins Achtelfinale.

Das Achtelfinale
Roger Milla war der Matchwinner im ersten Achtelfinal-Match für Kamerun gegen Kolumbien. 90 Minuten konnten die Teams die Abwehrreihen des Gegners nicht entscheidend durchbrechen, doch dann schlug der 38-jährige Lambada-Tänzer zu. Seine beiden Tore zum 1:0 und 2:0 (106. und 109.), wobei sich Kolumbiens Torhüter Higuita bei einem seiner Ausflüge außerhalb des Strafraums einen fatalen Ballverlust leistete, der den Todesstoß für die Südamerikaner bedeutete, deren Gegentor zu spät fiel. Erstmals erreichte ein afrikanisches Team somit das Viertelfinale einer WM.

Tomas Skuhravy, Torjäger der CSFR, schoss mit seinen drei Treffern Costa Rica fast im Alleingang ab. Eine Stunde lang hatten die Mittelamerikaner die Begegnung noch ausgeglichen gestalten können, dann setzte sich die Spielstärke der Osteuropäer durch. Mit 4:1 fiel der Sieg letztlich eindeutig aus.

Ein vorweggenommenes Endspiel sahen viele in der Partie zwischen Brasilien und Argentinien. Die Kicker vom Zuckerhut beherrschten den Rivalen aus Südamerika zwar über weite Strecken der Spielzeit, doch außer einigen Alu-Treffern sprang nichts aus den Angriffsbemühungen heraus. So entschied ein unnachahmliches Solo von Diego Maradona zehn Minuten vor dem Abpfiff die Auseinandersetzung. Seine Vorlage im Anschluss des Slalomlaufes erhielt Caniggia, der sich die Chance zum 1:0-Sieg nicht nehmen ließ.

Deutschland musste sich nicht zum ersten Mal mit den Niederlanden messen, die zwei Jahre zuvor bei der EM noch 2:1 siegten. Diesmal zogen Gullit & Co. den Kürzeren, denn die Holländer bekamen den schnellen Klinsmann in vielen Situationen nicht in den Griff. Der Mailänder Angreifer schoss das 1:0 und sein Vereinskollege Andy Brehme sorgte mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. Koemann durfte noch einen umstrittenen Elfer verwandeln, doch der kam zu spät.

Irland und Rumänien verließen sich auf das Motto "Savety first" und brachten in 120 Minuten keinen Ball über die Torlinie. Erst im Elfmeterschießen trafen die Akteure, bis auf den Rumänen Timofte, der an Torwart-Oldie Bonner scheiterte und Irland somit ins Viertelfinale hievte.

Gastgeber Italien blieb auch im Achtelfinale ohne Gegentor. Gegen die im Angriff harmlosen Uruguayer reichten die Tore des neuen Stars Schillaci und des eingewechselten Serena. Ganz Italien feierte den Süditaliener Schillaci, der vor der WM nicht einmal bei seinem Verein Juventus Turin einen Stammplatz sicher hatte.

Nach den Leistungen in der Vorrunde gingen die Spanier favorisiert ins Spiel gegen Jugoslawien. Doch die Männer vom Balkan wussten sich zu steigern und hatten in Stojkovic, der zwei Treffer zum 2:1-Sieg erzielte, ihren Matchwinner. Salinas hatte zwischenzeitig für Spanien, das in der Verlängerung nicht mehr zulegen konnte, den Ausgleich erzielt.

Kurz bevor der Schlusspfiff der Verlängerung ertönte, traf der eingewechselte Mittelfeldakteur David Platt ins Tor des bis dahin unüberwindlichen Torhüter Michel Preud’homme. So konnte England gegen Belgien ein Elfmeterschießen vermeiden, bei dem das Team traditionell so seine Schwierigkeiten hatte - und wieder haben würde.

Das Viertelfinale
Vergeblich rannten die überlegen Jugoslawien gegen das Abwehr-Bollwerk der Argentinier an, die selbst kaum für Gefahr vor dem Tor von Schlussmann Ivkovic sorgen konnten. So musste das Elfmeterschießen entscheiden, wobei sich Goycochea im Tor der Gauchos mit zwei gehaltenen Strafstößen besonders auszeichnen konnte. Stojkovic, Brnovic und Hadzibegic scheiterten bei Jugoslawien, während Maradona und Troglio ihre Elfer nicht verwandeln konnten.

Keinem anderen als ‚Toto’ Schillaci blieb es vorbehalten, den Siegtreffer für Italien gegen Irland zu markieren. Der schon in der 38. Minute gefallene Treffer ließ die Italiener wieder auf totale Defensive umschalten, was für die Iren eine unüberwindliche Strategie bedeutete, wobei es auch nicht half, dass im zweiten Durchgang der gesamte Angriff ausgewechselte wurde. Italien blieb weiterhin ohne Gegentreffer.

Bis zur 82. Minute führte Kamerun gegen England mit 2:1 und die Sensation war greifbar nahe. Doch zwei Foulelfmeter von Mittelstürmer Gary Lineker (83. und 105.) zerstörten die Halbfinalträume der Schwarzafrikaner. Die Pionierleistung der Kameruner hatte jedoch Auswirkungen. Den Afrikanern wurden für die WM 1994 erstmalig drei Endrundenplätze zugesagt.

Deutschland musste sich mit der gegen Costa Rica so furios aufspielenden CSFR messen. Lothar Matthäus brachte den Favoriten per Foulelfmeter in der 24. Minute in Führung und die Deutschen beherrschten den Gegner über weite Strecken der Begegnung, doch im Abschluss konnten Völler und Klinsmann an diesem Tag nicht überzeugen. Im Gegenteil. Die Tschechoslowaken bekamen trotz des Platzverweises von Moravcik (70. wegen ‚ungebührlichen Schuhschleuderns’) in der Schlussphase noch einmal Oberwasser und erspielten sich zu zehnt noch einige Torchancen. Mit Mühe erreichten die Deutschen das Halbfinale.

Das Halbfinale
In Neapel, der damaligen Heimat des argentinischen Superstars Maradona, trafen Italien und Argentinien aufeinander. In diesem brisanten Umfeld gingen die Italiener wieder durch Schillaci, der seinen fünften Treffer unterbrachte, in Führung (17.). Wieder zogen sich die abwehrstarken Italiener zurück und überließen den Gauchos das Übergewicht. Doch in diesem Spiel hatten sie die falsche Taktik gewählt, denn unter der Regie von Maradona kamen die Südamerikaner immer wieder gefährlich vor das Tor des bis dahin in diesem Turnier unbezwungenen Schlussmanns Walter Zenga. Und in der 67. Minute war es geschehen. Caniggia verlängerte gegen den in dieser Situation indisponierten Zenga per Hinterkopf eine Olarticoechea-Flanke ins italienische Tor. Trotz eines zweifelhaften Platzverweises an Giusti hielten die geschwächten Argentinier das 1:1 bis zum unvermeidlichen Elfmeterschießen. Wieder war Goycochea der Held der Südamerikaner. Donadoni und Serena scheiterten an dem Torhüter und an ihren Nerven. Der amtierende Weltmeister hatte es wieder ins Finale geschafft.

Wieder einmal traf Deutschland im Semifinale auf den alten Rivalen England. Die frühe 1:0-Führung durch einen Freistoß von Andy Brehme täuschte etwas darüber hinweg, dass die Engländer zumindest gleichwertig spielten und nicht nur das alte ‚Kick & Rush’-System beherrschten. Auch die Abwehr um den robusten Vorstopper-Hünen Butcher beherrschte den deutschen Angriff souverän. Somit war der Ausgleichstreffer von Gary Lineker zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hochverdient. Zwei Pfostenschüsse von Buchwald und Waddle in der Verlängerung blieben die einzige Ausbeute vor dem unvermeidlichen Elfmeterschießen. Die Deutschen zeigten hierbei starke Nerven und Brehme, Matthäus, Riedle und Thon verwandelten ihre Elfer, während Pearce (Illgner hielt) und Waddle (jagte das Leder übers Tor) versagten. Deutschland stand zum fünften Mal im WM-Finale.

Das Finale
In einem unspektakulären Spiel um den dritten Platz siegte Italien gegen die Engländer dank eines Elfmeter von Schillaci in der 85. Minute mit 2:1. Zuvor hatten Roberto Baggio (70.) und David Platt (80.) für das 1:1 gesorgt.

Das Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien war nicht das Highlight des Turniers. In der einseitigen Partie ­ die Argentinier spielten mit einer äußerst destruktiven Mauertaktik - mühten sich die Deutschen lange Zeit um eine Lücke in der südamerikanischen Abwehr. Die knisternde Spannung einer niveauarmen Partie fand ihren Höhepunkt in der 85. Minute, als Rudi Völler im Strafraum der Argentinier zu Fall kam. Schiedsrichter Mendez (Mexiko) zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Bevor Andreas Brehme zum Strafstoß antreten musste, hatte der Unparteiische wütende Proteste der Gauchos abzuwehren. Doch Brehme ließ sich nicht beirren und schoss das Leder flach ins linke äußere Toreck. Deutschland war nach 1954 und 1974 zum dritten Mal Fußball-Weltmeister. Und die Beobachter waren sich im Nachhinein einig, dass die Mannschaft, die in allen sieben Spielen zusammengenommen das höchste Niveau erreichte, verdient den Titel gewann.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1990

Datum Heim Gast Ergebnis
So 08.07. 20:00 Deutschland - Argentinien 1:0 (0:0) Info
Olympiastadion (Rom)
73.600 Zuschauer
Schiri: Codesal Mendez (Mexiko)
Brehme (85.) 1:0