Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 1998

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 27.06. 16:30 Italien - Norwegen 1:0 (1:0) Info
Stade Velodrome (Marseille)
57.200 Zuschauer
Schiri: Bernd Heynemann (Magdeburg)
Vieri (18.) 1:0

Sa 27.06. 21:00 Brasilien - Chile 4:1 (3:0) Info
Parc des Princes (Paris)
47.700 Zuschauer
Schiri: Marc Batta (Frankreich)
Cesar Sampaio (11.) 1:0
Cesar Sampaio (27.) 2:0
Ronaldo (45.) 3:0
3:1
Ronaldo (70.) 4:1



Salas (68.)

So 28.06. 16:30 Frankreich - Paraguay 1:0 n.V. Info
Stade Félix-Bollaert (Lens)
35.200 Zuschauer
Schiri: Ali Bujsaim (VA Emirate)
Blanc (113.) 1:0

So 28.06. 21:00 Nigeria - Dänemark 1:4 (0:2) Info
Stade de France (Saint-Denis)
79.700 Zuschauer
Schiri: Urs Meier (Schweiz)
0:1
0:2
0:3
0:4
Babangida (77.) 1:4
Möller (3.)
Laudrup (12.)
Sand (59.)
Helveg (76.)

Mo 29.06. 16:30 Deutschland - Mexiko 2:1 (0:0) Info
La Mosson (Montpellier)
35.500 Zuschauer
Schiri: Victor Melo Pereira (Portugal)
0:1
Klinsmann (75.) 1:1
Bierhoff (86.) 2:1
Hernandez (47.)


Mo 29.06. 21:00 Niederlande - Jugoslawien 2:1 (1:0) Info
Le Stadium Municipal (Toulouse)
35.000 Zuschauer
Schiri: Jose Maria Garcia-Aranda (Spanien)
Bergkamp (38.) 1:0
1:1
Davids (91.) 2:1

Komljenovic (49.)

Di 30.06. 16:30 Rumänien - Kroatien 0:1 (0:1) Info
Stade du Parc Lescure (Bordeaux)
36.500 Zuschauer
Schiri: Javier Alberto Castrilli (Argentinien)
0:1
Suker (45.)
Di 30.06. 21:00 Argentinien - England 6:5 n.E. Info
Stade Geoffroy Guichard (St. Etienne)
36.000 Zuschauer
Schiri: Kim Milton Nielsen (Dänemark)
Batistuta (6.) 1:0
1:1
1:2
Zanetti (45.) 2:2
Berti 3:2
3:3
Crespo ---
---
Veron 4:3
4:4
Gallardo 5:4
5:5
Ayala 6:5
---

Shearer (10.)
Owen (16.)


Shearer

Ince

Merson

Owen

Batty

Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 1998

Datum Heim Gast Ergebnis
Fr 03.07. 16:30 Italien - Frankreich 3:4 n.E. Info
Stade de France (Saint-Denis)
77.000 Zuschauer
Schiri: Hugh Dallas (Schottland)
0:1
Baggio 1:1
---
Albertini ---
1:2
Costacurta 2:2
2:3
Vieri 3:3
3:4
di Biagio ---
Zidane

Lizarazu

Trezéguet

Henry

Blanc

Fr 03.07. 21:00 Brasilien - Dänemark 3:2 (2:1) Info
La Beaujoire (Nantes)
35.500 Zuschauer
Schiri: Gamal Ghandour (Ägypten)
0:1
Bebeto (11.) 1:1
Rivaldo (27.) 2:1
2:2
Rivaldo (60.) 3:2
Jörgensen (2.)


Laudrup (50.)

Sa 04.07. 16:30 Niederlande - Argentinien 2:1 (1:1) Info
Stade Velodrome (Marseille)
55.000 Zuschauer
Schiri: Arturo Brizio Carter (Mexiko)
Kluivert (12.) 1:0
1:1
Bergkamp (89.) 2:1

Lopez (17.)

Sa 04.07. 21:00 Deutschland - Kroatien 0:3 (0:1) Info
Stade Gerland (Lyon)
39.000 Zuschauer
Schiri: Rune Pedersen (Norwegen)
0:1
0:2
0:3
Jarni (45.)
Vlaovic (80.)
Suker (85.)

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 1998

Datum Heim Gast Ergebnis
Di 07.07. 21:00 Brasilien - Niederlande 5:3 n.E. Info
Stade Velodrome (Marseille)
54.000 Zuschauer
Schiri: Ali Bujsaim (VA Emirate)
Ronaldo (46.) 1:0
1:1
Ronaldo 2:1
2:2
Rivaldo 3:2
3:3
Emerson 4:3
----
Dunga 5:3
----

Kluivert (87.)

de Boer

Bergkamp

Cocu

de Boer
Mi 08.07. 21:00 Frankreich - Kroatien 2:1 (0:0) Info
Stade de France (Saint-Denis)
76.000 Zuschauer
Schiri: Jose Maria Garcia-Aranda (Spanien)
0:1
Thuram (47.) 1:1
Thuram (69.) 2:1
Suker (46.)


Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 1998

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 11.07. 21:00 Niederlande - Kroatien 1:2 (1:2) Info
Parc des Princes (Paris)
45.500 Zuschauer
Schiri: Epifanio Gonzalez Chavez (Paraguay)
0:1
Zenden (21.) 1:1
1:2
Prosinecki (13.)

Suker (35.)

Das Finale der Weltmeisterschaft 1998

Gastgeber stachen Favoriten aus

Der absolute Star dieser WM: Zinedine ZidaneDer absolute Star dieser WM: Zinedine Zidane

In Frankreich sollte eines der besten, mitreißensten WM-Turniere der Fußballgeschichte stattfinden. Erstmals durften sich 32 Teams um den WM-Titel in der Endrunde streiten. Doch im Vorfeld und bei den Spielen gab es großen Ärger im Zusammenhang mit dem Kartenvorverkauf. Viele Fans (Schätzungen gehen von über 100.000 aus) kamen zu den Spielen, mit längst im Vorhinein bezahlten Reservierungen und mussten vor Ort feststellen, dass ihre eigentlich bereitliegenden Tickets längst in dunkle Kanäle gewandert waren. Vor den Stadien blühte somit unverhohlen ein reger Schwarzmarkt um die Eintrittskarten. Ein weiterer Zwischenfall in Lens erregte die Öffentlichkeit ebenfalls. Vor dem Spiel Deutschland gegen Jugoslawien randalierten in Lens deutsche Hooligans und schlugen den französischen Polizisten Daniel Nivel halbtot. Die nach diesem Vorfall aufkommende Debatte über Fußball und Gewalt hielt während des gesamten Turniers an und erregte auch lange Zeit danach noch die Gemüter.

Das Achtelfinale
Minimalfußball lieferte wieder einmal Italien im Achtelfinale gegen den Brasilien-Bezwinger Norwegen ab. Ein Tor von Christian Vieri (18.) reichte den Azzuri zum Einzug ins Viertelfinale. Norwegens Angriff konnte sich nicht gegen den routinierten Abwehrblock der Südeuropäer durchsetzen.

Cesar Sampaio und Ronaldo mit jeweils zwei Treffern sorgten beim Favoriten Brasilien für die Tore zum überlegenen 4:1-Erfolg gegen Chile. Einzig Salas konnte die Deckung der Zuckerhut-Kicker beim Stand von 0:3 überwinden.

Paraguay war für den favorisierten Gastgeber Frankreich ein wahrlich harter Brocken. Die Südamerikaner mit ihrer torgefährlichen Keeper-Legende Chilavert hielten bis in die Verlängerung ein 0:0, ehe Abwehrchef Laurent Blanc im Strafraum an den Ball kam und das ‚Golden Goal’ zum 1:0-Sieg für die erleichterten Franzosen erzielen konnte.

Ein Doppelschlag in der 3. und 12. Minute schockte die höher eingeschätzten Nigerianer gegen Dänemark so sehr, dass die Afrikaner nicht mehr zu ihrem Spiel fanden. Sand und Helveg schraubten das Ergebnis sogar noch auf 4:0 hoch, ehe Babangida der Ehrentreffer gelang. Ein große Leistung der Dänen.

Deutschland und seine Medien sahen in Achtelfinalgegner Mexiko vorab ein ‚leicht’ zu überwindendes Hindernis. Doch bis eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff führten die Nachkommen der Azteken durch Hernandez mit 1:0. Wieder war eine außerordentliche Kraftübung der Deutschen erforderlich, um das Spiel noch umzudrehen. Erneut waren es Klinsmann und Bierhoff, denen jeweils ein Tor in der Schlussphase gelang und das Vogts-Team war noch einmal mit einem "blauen Auge" davongekommen.

Auch die hocheingeschätzten Niederländer bezwangen ihren Gegner Jugoslawien erst in der Nachspielzeit durch ein Tor von Edgar Davids mit 2:1. Zuvor hatten Dennis Bergkamp mit einem wunderschönen Tor und der Bundesligaspieler Komljenovic für ein 1:1 gesorgt.

Rumänien war als leichter Favorit in die Begegnung mit Kroatien gezogen. Doch das Balkan-Duell konnten die Männer um Torjäger Davor Suker mit 1:0 für sich entscheiden. Suker war auch der Elfmeterschütze zum 1:0 für die Kroaten.

Die Partie zwischen Argentinien und England begann furios. Batistuta und Shearer bekamen früh die Chance jeweils einen Elfmeter zu verwandeln und nutzten sie. Michael Owen und Javier Zanetti sorgten noch vor der Pause für das 2:2. Doch dabei blieb es auch in der Verlängerung. Wieder konnten die Engländer das Elfmeterschießen nicht für sich entscheiden, denn mit Ince und Batty gab es auf ihrer Seite zwei Fehlschützen. Da bei den Südamerikanern nur Crespo versagte, endete das Elfmeterdrama 4:3 für die Argentinier.

Das Viertelfinale
Mit einer großartigen Leistung trumpfte Dänemark gegen den übermächten Favoriten aus Brasilien auf. Jörgensen schockte die Südamerikaner schon in der zweiten Minute mit dem 1:0, doch Bebeto (11.) und Rivaldo (27.) schlugen bald zurück. Brian Laudrup brachte die tapferen Dänen noch einmal heran (50.), doch wieder war es Supertechniker Rivaldo (60.), der den Endstand zum 3:2 erzielte. Die Begegnung war eines der Highlights des Turniers.

Italien ging wie erwartet mit einer ausgeprägten Defensivtaktik ins Spiel gegen die angriffsstarken Franzosen und war wohl wieder auf ein Elfmeterschießen aus, um den Gastgeber dabei zu besiegen. Doch die Rechnung ging nicht auf, denn Mittelfeldregisseur Albertini und Di Biagio verschossen ihre Strafstöße. Bei Frankreich versagte nur der ansonsten großartige Verteidiger Lizerazu beim Elfmeter. Das reichte für die im Spiel wesentlich aktiveren Franzosen zum Einzug unter die letzten Vier.

Kroatien war die Endstation für Deutschland, dem ältesten Team des Turniers. Im ersten Durchgang zeigte die Vogts-Elf noch eine der besten Leistungen seiner bisherigen Auftritte, doch ein berechtigter Platzverweis für Wörns (40.), der gegen Suker zu hart eingestiegen war, leitete den Umschwung zugunsten der Kroaten ein. Kurz vor der Pause traf Jarni mit einem platzierten Schuss zum 1:0. Die Kroaten beherrschten die Deutschen zumeist auch im zweiten Durchgang und konterten das dezimierte Team durch Vlaovic (80.) und Suker (85.) noch zweimal geschickt aus und warf die ideenlosen Deutschen aus dem Turnier.

Matchwinner für die Niederlande gegen Argentinien war Filigran-Stürmer Dennis Bergkamp, der den Gauchos in der 89. Minute mit seinem 2:1-Siegtreffer den "Todesstoß" versetzte. Patrick Kluivert (12.) und Claudio Lopez (17.) hatten für das frühe 1:1 gesorgt. Erstmals nach 1978 hatte die Niederlande den Sprung unter die besten vier Mannschaften der Welt geschafft.

Das Halbfinale
Nicht wenige sahen in der Halbfinalbegegnung zwischen Brasilien und den Niederlanden ein vorweggenommenes Endspiel. Auch hier waren die Brasilianer favorisiert, doch die Holländer machten in der 1. Halbzeit das Spiel und hatten etliche Torchancen, wobei Kluivert jedoch drei Mal mehr oder weniger aussichtsreich scheiterte. Gleich nach der Pause erreichte ein langer Roberto Carlos-Pass Stürmerstar Ronaldo, der das Leder durch die Beine von Torhüter van der Sar zum 1:0 ins Netz spitzelte. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit gelang Kluivert dann doch der Ausgleich (87.). Dieser Spielstand hatte bis zum Elfmeterschießen bestand. Cocu und Ronald de Boer scheiterten am vorher nicht als "Elfmetertöter" bekannten Torhüter Taffarel, während die Brasilianer vier Mal van der Sar das Nachsehen ließen. Der Favorit hatte seine sechste Finalteilnahme erreicht.

Ganz Frankreich erwartete von seinem Team, dass es Kroatien im Halbfinale bezwingen würde. Doch die Kroaten gingen durch den Torschützenkönig des Turniers, Davor Suker, in Führung. Bereits im Gegenzug glich Verteidiger Lilian Thuram aus und derselbe Spieler war es auch, der den vielumjubelten Siegtreffer erzielte (69.), denn nun ließen die Franzosen keine zwingenden Möglichkeiten für die Kroaten mehr zu. Frankreich stand erstmals im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Das Finale
Überraschend konnten die Kroaten im Spiel um den dritten Platz die Niederländer mit 2:1 besiegen. Während die Niederländer ihre Torchancen wieder einmal nur unzureichend nutzten, konterten die Männer vom Balkan effektiv und hatten in Prosinecki (13.) und Suker (35.) ihre Torschützen. Zenden war zwischendurch der Augleich gelungen (21.). Der dritte Platz für die Kroaten durfte als echte Überraschung des Turniers gewertet werden.

Schon früh setzte sich das französische Team in den Zweikämpfen gegen die verunsichert wirkenden Brasilianer oftmals durch und zogen ein offensives Spiel auf, dass die Südamerikaner zurückdrängte. Keineswegs überraschend fiel dann auch per Kopf (27.) das 1:0 durch den überragenden Spielmacher Zinedine Zidane nach einer Petit-Ecke. Da Brasilien mit einem angeschlagenen Ronaldo im Angriff aufgelaufen war, der gegen die französische Abwehr keinen Stich bekam, konnte die Zagallo-Elf kaum gefährliche Entlastungsangriffe starten. Wie beim ersten Treffer ging dem 2:0 durch Zidane kurz vor der Pause eine Ecke (diesmal Djorkaeff) voraus. Von diesem Rückstand konnten sich die Brasilianer im zweiten Durchgang nicht wieder erholen, das Aufbauspiel blieb unsicher und fehlerhaft. So konterten die nun souverän aufspielenden Franzosen ihren Gegner in der Schlussminute noch einmal aus und erhöhten durch Petit auf 3:0. Frankreich gewann als sechster WM-Gastgeber das Finale, nur Schweden war 1958 den Brasilianern unterlegen.

Das Finale der Weltmeisterschaft 1998

Datum Heim Gast Ergebnis
So 12.07. 21:00 Brasilien - Frankreich 0:3 (0:2) Info
Stade de France (Saint-Denis)
80.000 Zuschauer
Schiri: Said Belqola (Marokko)
0:1
0:2
0:3
Zidane (27.)
Zidane (45.)
Petit (90.)