Die Spiele des Achtelfinales der Weltmeisterschaft 2002

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 15.06. 08:30 Deutschland - Paraguay 1:0 (0:0) Info
Jeju World Cup Stadium (Seogwipo / Japan)
29.000 Zuschauer
Schiri: Carlos Batres (Guatemala)
Neuville (88.) 1:0

Sa 15.06. 13:30 Dänemark - England 0:3 (0:3) Info
Niigata Stadium Big Swan (Niigata )
42.700 Zuschauer
Schiri: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Sörensen (5.) 0:1
0:2
0:3

Owen (23.)
Heskey (44.)
So 16.06. 08:30 Schweden - Senegal 1:2 n.V. Info
Stadium Big Eye (Oita / Japan)
37.000 Zuschauer
Schiri: Ubaldo Aquino (Paraguay)
Larsson (11.) 1:0
1:1
1:2

Camara (37.)
Camara (104.)
So 16.06. 13:30 Spanien - Irland 4:3 n.E. Info
Suwon World Cup Stadium (Suwon)
40.000 Zuschauer
Schiri: Anders Frisk (Schweden)
Morientes (8.) 1:0
1:1
1:2
Hierro 2:2
----
Baraja 3:2
----
Juanfran ----
----
Valerón ----
3:3
Mendieta 4:3

Keane (90.)
Keane

Holland

Connolly

Kilbane

Finnan

Mo 17.06. 08:30 Mexiko - USA 0:2 (0:1) Info
Jeonju World Cup Stadium (Jeonju)
28.000 Zuschauer
Schiri: Victor Melo Pereira (Portugal)
0:1
0:2
McBride (8.)
Donovan (66.)
Mo 17.06. 13:30 Brasilien - Belgien 2:0 (0:0) Info
Wing Stadium (Kobe/Japan)
40.000 Zuschauer
Schiri: Peter Prendergast (Jamaika)
Rivaldo (67.) 1:0
Ronaldo (87.) 2:0


Di 18.06. 08:30 Japan - Türkei 0:1 (0:1) Info
Miyagi Stadium (Sendai / Japan)
40.000 Zuschauer
Schiri: Pierluigi Collina (Italien)
0:1
Davala (12.)
Di 18.06. 13:30 Südkorea - Italien 2:1 n.V. Info
Daejeon World Cup Stadium (Daejeon)
36.000 Zuschauer
Schiri: Byron Moreno (Ecuador)
0:1
Seol (89.) 1:1
Ahn (116.) 2:1
Vieri (18.)


Die Spiele des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 2002

Datum Heim Gast Ergebnis
Fr 21.06. 08:30 England - Brasilien 1:2 (1:1) Info
Shizuoka Stadium Ecopa (Shizuoka)
48.000 Zuschauer
Schiri: Felipe De Jesus Ramos Rizo (Mexiko)
Owen (23.) 1:0
1:1
1:2

Rivaldo (45.)
Ronaldinho (50.)
Fr 21.06. 13:30 Deutschland - USA 1:0 (1:0) Info
Munsu Football Stadium (Ulsan)
30.000 Zuschauer
Schiri: Hugh Dallas (Schottland)
Ballack (39.) 1:0

Sa 22.06. 08:30 Spanien - Südkorea 3:5 n.E. Info
Gwangju World Cup Stadium (Gwangju )
43.000 Zuschauer
Schiri: Gamal Ghandour (Ägypten)
0:1
Hierro 1:1
1:2
Baraja 2:2
2:3
Xavi 3:3
3:4
Joaquín ----
3:5
Hwang

Park

Seol

Ahn

Hong
Sa 22.06. 13:30 Senegal - Türkei 0:1 n.V. Info
Nagai Stadium (Osaka / Japan)
40.000 Zuschauer
Schiri: Oscar Ruiz (Kolumbien)
0:1
Mansiz (95.)

Die Spiele des Halbfinales der Weltmeisterschaft 2002

Datum Heim Gast Ergebnis
Di 25.06. 13:30 Deutschland - Südkorea 1:0 (0:0) Info
Seoul World Cup Stadium (Seoul/Südkorea)
64.000 Zuschauer
Schiri: Urs Meier (Schweiz)
Ballack (75.) 1:0

Mi 26.06. 13:30 Brasilien - Türkei 1:0 (0:0) Info
Osaka Nagai Stadium (Osaka/Japan)
63.700 Zuschauer
Schiri: Kim Milton Nielsen (Dänemark)
Ronaldo (49.) 1:0

Das Spiel um den 3. Platz der Weltmeisterschaft 2002

Datum Heim Gast Ergebnis
Sa 29.06. 13:00 Südkorea - Türkei 2:3 (1:3) Info
Daegu World Cup Stadium (Daegu )
68.000 Zuschauer
Schiri: Saad Mane (Kuwait)
0:1
Lee (9.) 1:1
1:2
1:3
Song (90.) 2:3
Sükür (1.)

Mansiz (13.)
Mansiz (32.)

Das Finale der Weltmeisterschaft 2002

Fünfter Erfolg der Selecao

Auf ihn konnte Brasilien setzen: RonaldoAuf ihn konnte Brasilien setzen: Ronaldo

Erstmals wurde eine Weltmeisterschaft nach Asien vergeben, und auch in anderer Hinsicht ein neuer Weg beschritten: Mit Japan und Südkorea präsentierten sich zwei Gastgeberländer, die das Turnier zu gleichen Teilen ausrichteten. In Seoul (Südkorea) ertönte der WM-Anpfiff, in Yokohama (Japan) der Abpfiff. Was das Turnier von Anfang an interessant machte, war, dass sich die viel zitierte Phrase "Es gibt keine Kleinen mehr im Weltfußball" für etliche Favoriten als bittere Wahrheit erwies. Die Leidtragenden: Frankreich, amtierender Welt- und Europameister - ohne Torerfolg (!) raus in der Vorrunde! Argentinien, hoch gehandelter Titelfavorit - raus in der Vorrunde! Oder Portugal. Mit seiner "Goldenen Generation" (Figo, Rui Costa, Baia, Sousa, etc.) als europäischer Geheimfavorit hoch eingeschätzt - raus in der Vorrunde! Statt dessen zogen sensationell die Türkei und Südkorea ins Halbfinale ein. Für die von Rudi Völler trainierte deutsche Elf war der Einzug ins Finale ein großer, nicht zu erwartender Erfolg.

Die Finalrunde
Das Eröffnungsspiel zwischen dem amtierenden Welt- und Europameister Frankreich gegen den Senegal führte gute alte Bekannte zusammen - schließlich standen die meisten Spieler des westafrikanischen Staates bei französischen Klubs unter Vertrag. Darauf zurückzuführen war die 0:1-Niederlage des WM-Topfavoriten allerdings nur bedingt; schon eher machte sich die Abschlussschwäche der Equipe Tricolore negativ bemerkbar. Das größte Manko jedoch: Ohne den zwar mitgereisten, aber angeschlagenen Zinedine Zidane fehlte Frankreich der Ideengeber. Das war auch gegen die defensiv orientierten Kicker aus Uruguay zu beobachten (0:0). Aus der Not heraus lief Zidane im abschließenden Spiel gegen Dänemark auf und bewirkte, dass die Franzosen das Spiel größtenteils bestimmten. An der katastrophalen Chancenverwertung änderte sich jedoch nichts. Die abgeklärten Dänen nutzten ihrerseits Lücken in der französischen Abwehr und entschieden mit dem 2:0-Sieg über die sensationell ohne einen einzigen Torerfolg als Gruppenletzter ausgeschiedenen Franzosen auch den Kampf in der Gruppe A für sich. Zweite, und ebenfalls fürs Achtelfinale qualifiziert, wurden die Senegalesen.

Mit drei Siegen ließ Spanien überhaupt keinen Zweifel über die Kräfteverhältnisse in Gruppe B aufkommen. Der Fight um Platz zwei, ausgetragen zwischen Paraguay und Südafrika, die sich im direkten Vergleich 2:2 trennten, ging an die Südamerikaner, die sich trotz langen Unterzahlspiels und Rückstandes im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien noch zu einem 3:1-Sieg aufrafften, der fürs Weiterkommen langte.

Die knackige Auftaktpartie der Gruppe C, zwischen Brasilien und der Türkei, führte die beiden Teams zusammen, die sich für das Achtelfinale qualifizieren sollten. Brasilien musste sich schon mächtig strecken, um das Halbmondteam mit 2:1 zu kontrollieren, gewann die beiden anderen Spiele gegen Costa Rica und WM-Neuling China (Volksrepublik) aber souverän. Der Türkei verhalf die bessere Tordifferenz zu Platz zwei, vor Costa Rica.

Mit ungeheurem läuferischen Aufwand kämpfte sich Mitausrichter Südkorea erfolgreich durch die Gruppenphase und setzte sich ungeschlagen, nur von den zweitplatzierten US-Amerikanern zu einer Punkteteilung genötigt (1:1), als Sieger der Gruppe D durch. Die beiden europäischen Teams enttäuschten. Vor allem die Portugiesen, die viele Experten als WM-Geheimtipp auf dem Zettel hatten. Polens abschließender 3:1-Sieg gegen die USA bewahrte die Osteuropäer nicht mehr davor, als schwächster Vertreter der Gruppe den Heimweg antreten zu müssen.

Der leicht erspielte 8:0-Auftaktsieg der DFB-Elf gegen Saudi-Arabien verstellte den Blick für die tatsächliche Leistungsstärke der Deutschen, wie sich in den folgenden Spielen gegen Irland und Kamerun (vom Bundesligaurgestein Winnie Schäfer betreut) zeigen sollte. Mit sieben Zählern gewann das Rudi Völler-Team zwar die Gruppe E, hatte aber sowohl gegen die Iren (1:1) wie auch gegen Kamerun (2:0) einige kritische Momente zu überstehen. Die ebenfalls ungeschlagenen Iren erreichten als Gruppenzweiter die Runde der letzten 16 Teams. Die Saudis verkauften sich nach dem Desaster gegen Deutschland in den beiden folgenden Spielen besser, mussten aber punkt- und torlos die Segel streichen.

In der als "Todesgruppe" bezeichneten Gruppe F ballte sich mit Argentinien, England, Nigeria und Schweden das vermeintlich hochkarätigste Quartett auf engstem Raum. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Duell der Erzrivalen England und Argentinien zuteil, das aber ohne spektakuläre sportliche oder sonstige Ereignisse verlief und aufgrund eines Strafstoßtreffers (Beckham) 1:0 für die Briten endete. Dieser Erfolg genügte den Engländern, um hinter dem unerwarteten Gruppensieger Schweden im Turnier zu verbleiben. Der damalige Weltranglistenzweite und WM-Mitfavorit Argentinien scheiterte trotz eines gelungenen Einstandes (1:0-Sieg über Nigeria) frühzeitig; Nigeria blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

Mexiko eilte der Ruf voraus, außerhalb der kontinentalen Gefilde nur die Hälfte wert zu sein. Zwei Siege in den beiden ersten Spielen (gegen Kroatien und Ecuador) straften diese Einschätzung jedoch Lügen. In der finalen Partie gegen Italien genügte den Mittelamerikanern das 1:1 zu Platz eins in Gruppe G. Die von Giovanni Trapattoni gecoachten Azzurri verprassten in den Gruppenspielen eine Vielzahl an guten Torchancen und haderten auch zurecht mit einigen zu ihren Ungunsten getroffenen Entscheidungen. Ihre angesichts des Spielermaterials zu destruktive Spielweise fiel allerdings auch negativ auf sie zurück. Immerhin langte es zu Platz zwei. Die Kroaten verdarben sich im letzten Spiel die Chancen aufs Achtelfinale, da sie dem bis dahin punktlosen Gruppenletzten Ecuador mit 0:1 unterlagen.

Japans 1:0-Sieg gegen die Russen, nachdem das Gastgeberland in der spannungsgeladenen ersten Partie gegen Belgien nur ein 2:2 erreichte, ebnete den Asiaten den Weg zum Gruppensieg. Die Belgier qualifizierten sich vor Russland als Zweiter der Gruppe H, da sie die Osteuropäer im entscheidenden Spiel mit 3:2 in Schach hielten. Die als Außenseiter angetretenen Tunesier konnten über die ihnen zudachten Rolle nicht hinauswachsen und wurden mit nur einem Punkterfolg (1:1 gegen Belgien) Letzter.

Das Achtelfinale
Bis zur 88. Minute mussten die Deutschen gegen Paraguay um den Einzug in die nächste Runde bangen - dann erlöste Neuville mit dem einzigen Treffer des Spiels den Favoriten. Rudi Völlers Mannen kamen erst in der zweiten Hälfte besser zum Zuge, als die Südamerikaner sich in der Defensive einigelten und dafür bestraft wurden.

Einfacher als erwartet setzte sich England gegen die in den Gruppenspielen noch so imponierenden, in diesem Spiel aber konfusen Dänen durch. Bereits zur Halbzeit hatten die Briten den 3:0-Vorsprung herausgeholt, den sie ungefährdet über die Zeit brachten.

Der Senegal und Schweden boten den Zuschauern in Oita (Japan) ein begeisterndes K.o.-Spiel. Nachdem sich die Kontrahenten in der tempo- und spannungsgeladenen regulären Spielzeit ein 1:1-Remis abgerungen hatten, war die nächstmögliche Entscheidung durch ein "Golden Goal" vorgesehen - und das gelang dem Senegal durch Camara in der zweiten Hälfte der Verlängerung.

Spanien und Irland langte auch die Verlängerung nicht, einen Sieger zu ermitteln. Robbie Keanes Last-Minute-Ausgleichstreffer (90.) hatte die Iren verdient in die Extra Time geführt, die jedoch torlos blieb. Im Elfmeterschießen waren die Spanier klar besser und sicherten sich das Viertelfinale.

Die führenden CONCACAF-Teams USA und Mexiko lieferten sich ein Duell mit klar verteilten Rollen: Die ballsicheren Mexikaner waren fast ständig in der Offensive, während sich die US-Boys mit Kontern zur Wehr setzten. Und das sehr erfolgreich. Das 2:0, woran auch Keeper Brad Friedel großen Anteil hatte, führte überraschend die US-Amerikaner in die Runde der letzen acht.

Anhänger beider Teams und neutrale Beobachter rieben sich verwundert die Augen, denn nicht der haushohe Favorit Brasilien gab lange Zeit den Takt vor, sondern der erklärte Underdog aus Belgien. Ein glänzend agierender Keeper Marcos, sowie Einzelaktionen der Superstars Rivaldo und Ronaldo sorgten schließlich doch für den erwarteten Erfolg Brasiliens (2:0).

Nach einer zerfahrenen Partie gegen die Türkei verabschiedete sich Mit-Gastgeber Japan aus dem Turnier. Davalas früher Treffer (12.) stellte die Japaner vor die Aufgabe, einen defensiv weitestgehend sicher stehenden Gegner auszuhebeln - wozu die Mannschaft von Trainer Philippe Troussier nicht in der Lage war.

Die Südkoreaner hingegen schafften es; sie qualifizierten sich gegen keinen Geringeren als den dreimaligen Weltmeister Italien fürs Viertelfinale. Trapattonis Schützlinge spielten ihre Klasse nur selten aus und vergaben beste Tormöglichkeiten. Südkorea, lauf- und kampfstark von der ersten Minute an, sicherte sich mit einem "Golden Goal" (116., Ahn) den 2:1-Erfolg.

Das Viertelfinale
Ein "Freak"-Tor habe England um den Erfolg gebracht, schimpften die englischen Gazetten nach der 1:2-Niederlage gegen Brasilien. Ronaldinho hatte kurz nach Wiederanpfiff den britischen Keeper Seaman mit einem hohen 30-Meter-Freistoß, der sich ins lange Eck senkte, düpiert. England verstand es trotz Überzahl (57., Rot für Ronaldinho) nicht, das Spiel noch einmal zu öffnen und strich in enttäuschender Manier die Segel.

Die deutsche Elf war in ihrem Viertelfinalspiel zwar siegreich, doch die Art und Weise wie das 1:0 gegen die Amerikaner zustande kam, erschreckte den Anhang nachhaltig. Der überragende Schlussmann Oliver Kahn, sowie der siegbringende Treffer Michael Ballacks verhinderten eine Blamage. Über eine Niederlage hätte sich niemand beschweren dürfen. Die US-Boys hingegen verdienten sich durchweg gute Noten.

Das Glück - manch einer argwöhnte: die Schiedsrichter - war auf Seiten der Südkoreaner, die auch das Viertelfinale erfolgreich gestalteten. Zwei Tore der Spanier wurden nicht gegeben, was in zumindest einem Fall eine krasse Fehlentscheidung darstellte. Im fälligen Elfmeterschießen setzten sich die WM-Mitausrichter jedoch einwandfrei mit 5:3 durch und erreichten mehr, als ihnen zugetraut worden war.

Ein Traumtor, ein wahrhaftiges "Golden Goal" des eingewechselten Ilhan Mansiz bescherte der Türkei im über die reguläre Spielzeit völlig offenen Spiel gegen den Senegal den Einzug ins Halbfinale (95.). Die Afrikaner brauchten sich nicht zu grämen, sie hatten mit ihrer erfrischenden Spielweise wesentlich dazu beigetragen, dass das Turnier eine Vielzahl von Favoritenstürzen erlebte.

Das Halbfinale
Gegen Südkorea rehabilitierte sich die DFB-Auswahl für das schwache USA-Spiel. Zwar fiel der Sieg nur knapp aus, doch war er zweifellos gegen die nicht mehr so spritzig wirkenden Asiaten verdient. Eine ganz bittere Pille hatte man jedoch zu schlucken, da der Siegtorschütze Michael Ballack sich wegen eines taktischen Fouls - Chun Soo Lee wäre frei durch gewesen - die zweite Gelbe Karte einfing und für das Finale gesperrt war.

Das zweite Halbfinale führte die früheren Gruppengegner Brasilien und Türkei erneut zusammen, und wieder behaupteten sich die Südamerikaner. Mit einem für einen Ballkünstler eher ungewöhnlichen Pike-Treffer entschied Ronaldo die Partie (49.), die weniger Brisanz als das erste Aufeinandertreffen versprühte, für den Rekordweltmeister. Mit der Führung im Rücken ließen die Brasilianer nichts mehr anbrennen.

Das Finale
Nach der ereignisreichen ersten Halbzeit war die Entscheidung im Spiel um Platz drei schon fast perfekt, da sich die Türkei einen 3:1-Vorsprung erarbeitet hatte. Südkorea kämpfte mit großem Aufwand, offenbarte aber schon vor der Pause eklatante Abschlussschwächen. Dazu kam, dass Rüstü im türkischen Tor erneut eine vorzügliche Vorstellung ablieferte. Den 2:3-Anschlusstreffer durch Song konnte er nicht vermeiden, aber der fiel erst in der Nachspielzeit und konnte den Spielausgang nicht mehr verändern.

Kurios: Die beiden erfolgreichsten Nationen der WM-Geschichte, Deutschland und Brasilien, liefen sich erstmals im Rahmen einer solchen Veranstaltung über den Weg, und das im Finale. Beide Teams hatten während des Turniers Höhen und Tiefen gezeigt, aber die Brasilianer waren zweifellos hoch favorisiert auf den Titelgewinn. Umso erstaunlicher, dass die Deutschen gerade gegen diesen Kontrahenten, der balltechnisch klar überlegen war, so gut aussahen. Mit mannschaftlich geschlossenem Auftreten hielten sie die Partie lange Zeit offen, verblüfften mit perfekter Ballbehandlung (Bernd Schneider ging als "weißer Brasilianer" durch) und erarbeiteten sich Tormöglichkeiten. Ein unnötiger Ballverlust, dem die einzige Schwäche des überragenden Keepers des Turniers, Oliver Kahn, folgte, nutzte Ronaldo zur 1:0-Führung. Aber erst der clever herausgespielte zweite Treffer der Brasilianer entschied das Match, wenngleich die DFB-Elf bis zum Abpfiff kämpfte und zurecht Beifall für die Endspielleistung einheimste. Brasilien aber holte sich, nicht zuletzt dank des treffsicheren Ronaldo (acht Turniertreffer) zum fünften Mal die begehrteste Trophäe des Weltfußballs.

Das Finale der Weltmeisterschaft 2002

Datum Heim Gast Ergebnis
So 30.06. 13:00 Deutschland - Brasilien 0:2 (0:0) Info
International Stadium Yokohama (Yokohama )
70.600 Zuschauer
Schiri: Pierluigi Collina (Italien)
0:1
0:2
Ronaldo (67.)
Ronaldo (79.)