WM

Spielbericht & Statistiken

Stadion-Hoheluft (Hamburg) · Zuschauer: 36.300 · Schiedsrichter: Benito Archundia

1:1 Edinson Cavani (28.)
2:1 Forlán (51.)
2:3
(1:1)
0:1 Müller (19.)
2:2 Jansen (56.)
2:3 Khedira (82.)

Platz drei nach einem Klassespiel

Siegtreffer mit Köpfchen: Sami Khedira
Führung - Ausgleich - Rückstand - Ausgleich - Führung: Platz 3. Was einstmals als Langweiler galt, das Spiel um Platz 3, wurde durch die beherzte Vorstellung von Deutschen und Uruguayern zu einem ganz feinen Match, mit dem besseren Ende für das DFB-Team.

Zwei für die Halbfinals gesperrte „Sünder“, die eine wichtige Rolle in ihren Teams spielten, kehrten zum Spiel um Platz drei zurück: Thomas Müller und Uruguays Topstürmer Luis Suarez, der aufgrund seines Handspiels aus der Begegnung gegen Ghana von großen Teilen des Publikums bei jeder Ballberührung ausgebuht wurde. Die DFB-Elf hatte aus unterschiedlichen Gründen ein enorm verändertes Gesicht. Butt, Aogo und Jansen rückten in die Startformation, für den angeschlagenen Klose besetzte Cacau die Mittelstürmerposition. Die muntere erste Halbzeit begann mit einer überlegenen deutschen Auswahl; eine erste gute Torchance ging allerdings auf das Konto der Celeste (7., Freistoß Forlan). Friedrichs Kopfball an die Querlatte, nach einer Özil-Ecke, brachte dann auch die Deutschen einem Torerfolg nahe (10.). Als Schweinsteiger in der 18. Minute in zentraler Position unvermutet viel Raum hatte, zog er aus der Distanz ab und brachte Muslera in Schwierigkeiten. Uruguays Keeper ließ den Ball abprallen und der nachsetzende Müller nutzte die Chance zum 1:0. Die Südamerikaner wurden in der Folgezeit agiler. Perez´ energischer Einsatz gegen Schweinsteiger führte in der Nachfolge zum Ausgleich. Blitzschnell wanderte der Ball über Suarez zu Cavani, der Butt aus halblinker Position überwand (28.). Gegen Ende der ersten 45 Minuten setzten heftige Regenschauer ein, und Uruguay erspielte sich eine große Torchance. Etwas eigensinnig zog Suarez vor, aus spitzem Winkel abzuziehen, anstatt quer zu passen (42., flach am linken Pfosten vorbei).

Langweilig wurde es auch in Halbzeit zwei nicht. Frühzeitig musste Butt eine Doppelchance Uruguays zunichte machen (48., gegen Cavani und Suarez), um einen Rückstand zu verhindern. Gegen Forlans wunderbare Direktabnahme aus der 51. Minute war er jedoch machtlos. Gut für die DFB-Elf, dass die Antwort nicht lange auf sich warten ließ. Boatengs Flanke von rechts schätzte Muslera falsch ein. Jansen, der gar nicht mehr damit gerechnet hatte, kam mit dem Kopf noch an das Leder und markierte das 2:2 (56.). Kraft und Konzentration zu einer umfassenden Deckungsarbeit fanden beide Teams nicht mehr - wohl aber den Willen zum Erfolg. Deshalb entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit packenden Szenen in beiden Torräumen. Kießling fügte sich kurz nach seiner Einwechselung mit einem scharfen Schuss gut ein, (76., Muslera parierte), für die Entscheidung sorgte jedoch Khedira. Nachdem Özils Eckstoß im Sechzehner der Südamerikaner mehrmals unkontrolliert umherprallte, senkte der Ball sich in einem Bogen auf den Stuttgarter zu. Ganz präsize platzierte er ihn dann ins rechte Eck (82.). Weitere aufregende Szenen folgten, fast schon symbolisch für dieses packende Spiel endete die Partie mit einem Kracher: Mit der letzten Aktion knallte Forlan den Ball per Freistoß an die Querlatte.

André Schulin

Reservebank


5Walter Gargano  (–)

13Sebastián Abreu  (–)

 


(–) Serdar Tasci5

(–) Toni Kroos18

(–) Stefan Kießling9

 Trainer


Joachim Löw
Finale
Dienstag, 29.06.2010 Spanien1:0Portugal
Dienstag, 29.06.2010 Paraguay5:3 n.E.Japan
Montag, 28.06.2010 Brasilien3:0Chile
Montag, 28.06.2010 Niederlande2:1Slowakei
Sonntag, 27.06.2010 Argentinien3:1Mexiko
Sonntag, 27.06.2010 Deutschland4:1England
Samstag, 26.06.2010 USA1:2 n.V.Ghana
Samstag, 26.06.2010 Uruguay2:1Südkorea

„Kein Pferd würde auf den Körper eines Menschen treten, der am Boden liegt. Kroatische Spieler schon.”

— Eugen Drewermann, EM 96