Gladbach und Jena raus

Nach 32 Punktspielen, die er komplett bestritt, mit Gladbach am Ziel: Keeper Christofer Heimeroth
Erste Vollzugsmeldungen in Sachen Aufstieg (Mönchengladbach) und Abstieg (Jena) konnten neben den überraschenden Ausrutschern von Mainz und Freiburg registriert werden. Vier Klubs blieben im Visier der Lauterer, die gegen enttäuschende St. Paulianer einen ungefährdeten 2:0-Sieg feierten.

Manolo, der bekannteste Trommler im deutschen Fußball, der Mönchengladbach seit 1977 jahrzehntelang in Heimspielen mit seiner Pauke regelmäßig unterstützte (solange es die Gesundheit erlaubte) verstarb 69-jährig am 2. Mai. Die Rückkehr seiner Mannschaft in die Erstklassigkeit dürfte Ethem Özerenler - so Manolos urkundlich verbürgter Name - schon geahnt haben. Mit dem 3:0-Sieg gegen Wehen Wiesbaden war der direkte Wiederaufstieg perfekt. Um die Spannung in den beiden ausstehenden Spielen noch aufrecht zu halten gab Trainer Jos Luhukay die Parole aus: „Wir wollen jetzt den Meistertitel.“ Gladbachs Sieg kam nicht unerwartet, aber zwei andere Aufstiegsaspiranten kassierten unkalkulierte Rückschläge auf eigenem Platz: Mainz unterlag gegen Aachen mit 0:1 und Freiburgs Aufstiegschancen wurden durch eine Pleite in gleicher Höhe gegen die abstiegsgefährdeten Offenbacher massiv beschädigt. „Die Mannschaft ist natürlich enttäuscht, vor allem, weil der ganz große Traum jetzt nicht mehr fassbar ist“, gab sich SC-Coach Robin Dutt keinen großen Illusionen hin, dass bei vier Zählern Rückstand noch realistische Bundesligachancen vorhanden sind. Den auf Rang vier abgerutschten 05ern blieb noch die Hoffnung auf das Gastspiel in Köln am folgenden Spieltag. Die Geißböcke fuhren einen clever und kühl heraus gespielten 3:1-Auswärtserfolg in Augsburg ein, der den Sprung auf Rang zwei bedeutete. Hoffenheim kletterte nach einem souveränen 3:1-Sieg gegen Koblenz zurück in die Aufstiegsränge.

Als erster offizieller Absteiger wurde der FC Carl Zeiss Jena registriert (0:5 in Aue). Aber auch Jena-Bezwinger Erzgebirge Aue sowie der SC Paderborn (3:1 gegen 1860 München) durften trotz ihrer Siege kaum noch an ein Wunder glauben: Fünf Zähler trennten sie vom rettenden Platz 14. Einzig Kaiserslautern, in Schlagdistanz zu vier oberhalb platzierte Teams, wahrte realistische Chancen auf den Klassenerhalt. Der 2:0-Sieg der Pfälzer gegen St. Pauli war lebensnotwendig und setzte neben Koblenz und Osnabrück (1:1 gegen Greuther Fürth) weiterhin noch Offenbach und Augsburg unter Druck. Bei den Kickers jedoch war die Freude über den Sieg in Freiburg sehr groß: „Die Situation ist jetzt sehr gut“, frohlockte Trainer Jörn Andersen. Eine gewisse Entspannung genoss auch die TuS Koblenz. Die ursprünglich angeordnete Strafe für Falschangaben wurde reduziert, statt acht Zählern wurden nur deren sechs abgezogen - was in der Tabelle immerhin einen markanten Unterschied machte: Platz 11 klang deutlich gesünder als Rang 14.

André Schulin

2. Bundesliga - 32. Spieltag

Dienstag, 06.05.2008
1:037'
2:048'
2:162'
3:190'
Hermann-Löns-Stadion (Paderborn) · Zuschauer: 4700 · Schiedsrichter: Markus Schmidt
1:021'
2:037'
3:066'
4:068'
5:088'
Erzgebirgsstadion (Aue) · Zuschauer: 10500 · Schiedsrichter: Wolfgang Stark
1:021'
2:052'
Fritz-Walter-Stadion (Kaiserslautern) · Zuschauer: 33600 · Schiedsrichter: Marc Seemann
Mittwoch, 07.05.2008
0:175'
Stadion am Bruchweg (Mainz) · Zuschauer: 20000 · Schiedsrichter: Christian Schößling
0:245'
1:382'
Rosenaustadion (Augsburg) · Zuschauer: 17100 · Schiedsrichter: Florian Meyer
1:043'
2:053'
2:164'
3:185'
Dietmar-Hopp-Stadion (Hoffenheim) · Zuschauer: 6100 · Schiedsrichter: André Stachowiak
0:183'
Schwarzwald-Stadion (Freiburg) · Zuschauer: 13900 · Schiedsrichter: Deniz Aytekin
1:011'
2:067'
3:080'
Borussia-Park (Mönchengladbach) · Zuschauer: 41500 · Schiedsrichter: Norbert Grudzinski
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Der Pfau, der Superpfau, der Herr Effenberg. Da stolziert er über den Platz und dann verschießt er, es gibt doch noch einen Fußballgott.

— Andreas Herzog nach dem Pokalsieg 1999