2. Bundesliga 2008/2009 - 2008/2009, 2. Spieltag - 2. Spieltag - Mo., 01.06.2009 - 15:30 Uhr
0:1
HZ - 0 : 0

Kein Zurück für Osnabrück

Dem Kapitän versagten die Nerven: Thomas Cichon

Dem Kapitän versagten die Nerven: Thomas Cichon

Dem Kapitän versagten die Nerven: Thomas Cichon

Nach der gnädigen Hinspielpleite hatten die Lila-Weißen sich noch passable Chancen ausgemalt. Aller Kampfkraft und Heimmacht zum Trotz aber scheiterte die Wollitz-Elf erneut, verschoss im besten Moment einen Strafstoß und kassierte bald darauf das entscheidende Tor. Mit zwei 1:0-Siegen feierte erstaunlich überlegen der SC Paderborn damit die Rückkehr ins Unterhaus.

Im Vergleich zum Hinspiel schickten beide Trainer einen neuen Stürmer ins Rennen: Andrè Schubert belohnte Siegtorschütze Frank Löning, Claus-Dieter Wollitz ließ Routinier Thomas Reichenberger von der Kette, der nach vier Minuten auch direkt den ersten Schuss abgab. Das war fürs Erste allerdings alles. Osnabrück mühte sich redlich, traf aber auf einen wie im Hinspiel klug kalkulierenden Gegner und musste erneut bald zur Kenntnis nehmen, Paderborn zumindest spielerisch nicht gewachsen zu sein. Von der berüchtigten Kampfkraft war obendrein bislang wenig zu sehen. Kompakt und bissig präsentierte sich eher noch der Gast, der in erster Linie aber weit weniger nervös agierte und sich trotz seiner abwartenden Haltung in Durchgang eins auch die besseren Chancen erspielte. Gleich zweimal war es Alushi, der hinter Löning und dem früh ausgewechselten Damjanovic spielte und der zweimal aus guter Lage zum Abschluss kam (17./19.). Ansonsten verstand sich der Drittligist darin, dem VfL sowohl die Lust als auch den Mut zu nehmen und hatte bis zum Seitenwechsel damit Erfolg. Eine zweite Halbchance durch Reichenberger (27.) war somit alles, was die Heimelf trotz traditionell bester Unterstützung von den Rängen noch zustande bekam. Und man mochte sich kaum ausmalen, wie verloren die Niedersachsen bereits jetzt gewesen wären, hätten sie nicht das Glück gehabt, aus dem Hinspiel mit nur einem einzigen Gegentor zu entkommen.

Die Gelegenheit, diesen einen Treffer aufzuholen, ergab sich unverhofft direkt nach der Pause. Ein vernünftiger Angriff ging auch diesmal zwar nicht voraus. Irgendwie aber hatten die Lila-Weißen das Glück, dass Schiedsrichter Brych im Luftkampf zwischen Reichenberger und Holst einen Elfmeter witterte, mit dem Cichon somit plötzlich auf Gleichstand stellen konnte. Aber: Exemplarisch für die Nervenschwäche des VfL – sowohl in dieser Partie als auch im Hinspiel – feuerte Osnabrücks Kapitän einen derart schwachen Schuss ab, dass Kasper Jensen nicht einmal sonderlich heldenhaft parierte (47.). Jeder im Stadion ahnte, dass der Abstieg der Lila-Weißen damit besiegelt war. Speziell jetzt gab die Wollitz-Elf zwar Vollgas und versuchte ihr Glück zu erzwingen. Gleich einer der ersten Konter aber brachte dann die Gewissheit. Der eingetauschte Güvenisik schoss auf der linken Seite auf und davon und machte mit einem überlegten Pass in die Mitte seine Fahrlässigkeiten aus dem Hinspiel vergessen. Empfänger Frank Löning hatte beim Abschluss gleich doppeltes Glück, da der Ball erst vom Bein Tino Berbigs an den Innenpfosten und von dort in die Maschen sprang (63.). Am verdienten Sieg der Ostwestfalen, der gegen einen nun gebrochenen VfL auch noch höher hätte ausfallen können, bestand in der Summe beider Spiele allerdings kein Zweifel. Genau wie zwischen Cottbus und Nürnberg setzte sich auch im zweiten Relegationsduell somit nicht nur der Unterklassige, sondern auch der wesentlich Spielstärkere durch und feierte mit gleich zwei hochverdienten Siegen einen umso verblüffenderen Aufstieg.

Maik Großmann

Wir haben Miraculix angerufen, dann haben wir einen Zaubertrank gemixt, und den hab ich dann getrunken.

— Julian Pollersbeck erklärt, wie es zu seiner Leistungssteigerung bei der U21-EM kam