Bundesliga

Mangel an Magie

Zuvor zwei Doppelpacks, jetzt drei Treffer in einem Spiel: Wolfsburgs Fernando Baiano
Die drei zuvorderst platzierten Klubs spielten nur remis, somit bewegte sich nichts an der Tabellenspitze. Stuttgart, Bremen und Leverkusen - ansonsten für fußballerische Feinkost zuständig - servierten gleichermaßen nur Hausmannskost. Wolfsburgs Baiano und Freiburgs Antar knipsten je drei Mal. Rostock sicherte sich bei den Löwen den vierten Saisonsieg in Folge.

Kein spielerisches Highlight, aber ein gerechtes Resultat - auf diese Formel verständigten sich Zuschauer und Beteiligte des Nord-Süd-Duells Werder Bremen gegen Bayern München. Im Gegensatz zur sonst üblichen Rollenverteilung hatten diesmal die Gäste aus München die Chance, sich gegen den alten Rivalen zu profilieren, was ihnen auch gelang. Das Bremer Spiel kam ob des hohen kämpferischen Einsatzes der Bayern nicht wie gewohnt zur Entfaltung und der Abseitstreffer von Claudio Pizarro zum 1:1-Ausgleich ließ zur allgemeinen Zufriedenheit für beide Teams alles offen. Werder blieb in der Spitzengruppe, Bayern hielt den Kontakt dazu. Dem VfB Stuttgart gelang das zwölfte gegentorlose Spiel der Saison, doch wie in der Vorwoche beim VfL Bochum verstanden es die Schwaben auch gegen den Hamburger SV nicht, die Pille im gegnerischen Kasten unterzubringen. Auf Magie und Torjubel mussten Leverkusens Fans ebenfalls verzichten. Das Derby beim 1. FC Köln gestalteten Bayers Kicker zwar überlegen, im Abschluss jedoch haperte es ebenso wie bei den Gastgebern, die dann auch die Rote Laterne behielten.

Der FC Hansa Rostock demonstrierte, wie schnell man mittels der Drei-Punkte-Regel Boden gut machen kann. Am elften Spieltag noch mit mickrigen sechs Zählern am Tabellenende, markierte der 4:1-Auswärtserfolg der Schlünz-Elf bei den Münchner Löwen Rostocks vierten Sieg in Folge und den Sprung auf Rang elf - mit sechs Zählern Pufferzone zu den Abstiegsplätzen. Zwei Ex-Löwen, Martin Max und René Rydlewicz, drehten an alter Wirkungsstätte auf und trugen mit ihren Treffern dazu bei, dass Hansa sich vor den Sechzigern im sicheren Mittelfeld platzierte. Der dritte Heimsieg der Schalker dieser Saison (von acht Begegnungen) rettete das Heynckes-Team davor, ebenfalls von Rostock überholt zu werden. Die Knappen blieben jedoch nach dem dürftigen 2:1-Erfolg über Gladbach - Neuzugang Jochen Seitz erzielte seine beiden ersten Tore für S04 - tief im Ligamittelmaß stecken. Die launischen Wolfsburger bestätigten beim 4:1 über Kaiserslautern wieder einmal wozu sie fähig sind und was ihnen fehlt: Sauberes Kombinationsspiel und das Herausspielen von Torchancen beherrscht das Röber-Rudel ebenso wie die Gabe, dies zeitweise, bevorzugt allerdings auf fremden Plätzen, zu vergessen. Drei Treffer des Brasilianers Baiano ließen das Torkonto des VfL-Stürmers auf sieben Treffer anwachsen. Mit Roda Antar konnte ein weiterer Akteur eines Mittelklasse-Klubs den dreifachen Torjubel äußern. Dem libanesischen Mittelfeldspieler des SC Freiburg gelang dieses Kunststück in seinem ersten Einsatz für die Breisgauer, die nach dem 4:2-Sieg über Bochum den achten Tabellenplatz belegten.
Begegnungen
  4:1(1:1)  
  2:2(1:1)  
  4:2(3:2)  
  0:0(0:0)  
  1:1(0:0)  
  1:4(1:2)  
  1:1(0:0)  
  0:0(0:0)  
  2:1(1:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
167
Tore gesamt
909
Tore pro Spiel
2,97
  •  1,81 Heim
  •  1,16 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

78 %
Über 2,5

57 %
Über 3,5

39 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

27
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
341.200

Durchschnitt
37.911
Tore pro Spieltag in der Saison 2003/2004

News zum Spieltag

Das war eine schwäbische Gratulation: Wir haben viel über die 200 Bundesliga-Spiele geredet, aber nichts geschenkt.

— Manfred Haas, der Präsident des VfB Stuttgart, über die ausgebliebene Ehrung Krassimir Balakovs für sein 200. Bundesliga-Spiel