Bundesliga

Meisterstück beim Rivalen

Ein feiner Treffer des Spielmachers brachte Werders 2:0-Führung: Johan Micoud
Die beeindruckende Vorstellung im Olympiastadion sicherte Werder Bremen vorzeitig den Titel. Offen blieb noch der Kampf um die Plätze zwei und drei - strittig zwischen den Bayern, Stuttgartern und Leverkusenern. Bochum schob sich vor dem BVB aussichtsreich auf UEFA-Cup-Rang fünf vor. 1860 München und Eintracht Frankfurt erlitten herbe Rückschläge im Abstiegskampf.

Als "Die Krönung", bezeichnete der "Kicker" den Coup der Bremer, die Meisterschaft ausgerechnet beim Titelverteidiger und ärgsten Widersacher Bayern München und dann noch in derart souveräner Manier klarzumachen. "Endlich einmal Grüne, die alle mögen", sah die "Bild"-Zeitung Werders Erfolg in einem sportfremden Kontext und färbte sein Logo zur Feier des Tages um. Über die Berechtigung des Bremer Erfolges herrschte indessen uneingeschränkte Einigkeit in allen Medien, bei den Experten und in Reihen der neutralen Fußballfans. Während die Bremer also mit dem 3:1-Sieg vorzeitig ihr zwischendurch korrigiertes Saisonziel erreichten, warf die Niederlage den FC Bayern im Kampf um die direkte CL-Qualifikation nicht weiter zurück, denn der VfB Stuttgart konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen, sich bis auf einen Zähler an die Bayern heran zu arbeiten. "Die Mannschaft hatte vielleicht zu viel Druck", mutmaßte Felix Magath nach der 1:2-Niederlage beim Hamburger SV, der sich nach der 0:6-Klatsche aus der Vorwoche wieder gefangen hatte. "Wir müssen jetzt auf Leverkusen aufpassen", wies Magaths Assistent Krassimir Balakov auf die Gefahr hin, die dem VfB von hinten erwuchs. Denn Bayer entledigte sich der Pflichtaufgabe im Derby gegen Absteiger Köln locker und kam nach dem 2:0-Erfolg bis auf zwei Punkte an Stuttgart heran. Während den vier Erstplatzierten der Platz im internationalen Geschäft sicher war, verbesserte der VfL Bochum mit dem 3:0-Heimsieg im Sonntagsspiel über den SC Freiburg seine Chancen, als Fünfter direkt den UEFA-Cup zu erreichen und setzte sich wieder vor den BVB.

Die andere Sonntagsbegegnung sorgte für reichlich konträre Stimmungslagen: Die Rostocker sicherten sich mit ihrem 3:0-Erfolg gegen die Sechziger endgültig den Klassenerhalt und bekamen zur Belohnung drei Tage Sonderurlaub von Trainer Juri Schlünz spendiert. Derweil fielen die Löwen zwei Spieltage vor Schluss vier Punkte hinter einen rettenden Platz zurück. "Ich bin sehr enttäuscht, habe gedacht, wir könnten Fußball spielen. Aber alle haben Angst gehabt", beklagte Sechzig-Coach Gerald Vanenburg den Rückschlag. Noch tiefer rutschte Eintracht Frankfurt nach dem Kellerduell in Hannover in die Bredouille: Bei sechs Zählern Rückstand blieb Willi Reimanns Mannen nur noch das Hoffen auf ein Wunder; für Hannover brachte der 3:0-Sieg fast schon den Klassenerhalt. Auch die Hertha, die nach dem 6:2-Erfolg über Borussia Dortmund mit Kaiserslautern (3:2-Sieg über Wolfsburg) die Plätze tauschte und sich um einen Rang auf Platz 14 verbesserte, erhöhte die Chance auf den Erhalt der Erstklassigkeit, wie auch Mönchengladbach (2:0 gegen Schalke). Der rechnerisch noch nicht gesicherte Bereich reicht bis Rang elf, wo dem SC Freiburg ein weiterer Punkt genügen würde, alle Abstiegssorgen zu beseitigen.
Begegnungen
  3:2(0:0)  
  3:0(1:0)  
  2:1(1:0)  
  1:3(0:3)  
  2:0(1:0)  
  6:2(3:0)  
  2:0(2:0)  
  3:0(1:0)  
  3:0(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
167
Tore gesamt
909
Tore pro Spiel
2,97
  •  1,81 Heim
  •  1,16 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

78 %
Über 2,5

57 %
Über 3,5

39 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

33
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
349.600

Durchschnitt
38.844
Tore pro Spieltag in der Saison 2003/2004

News zum Spieltag

Wir brauchen wieder Spieler, die Gras fressen. Und wenn es sein muss, rohes.

— Jürgen Friedrich