Schalke vereitelte Bayerns Alleingang

Seine Einsatzfreude zahlte sich mit zwei Treffern aus: Vratislav Lokvenc
Schalkes knapper Sieg gegen Bielefeld verhinderte einen Alleingang des FC Bayern, der Mainz 05 keine Chance ließ. Werder konnte sich, wie Bochum, nach vier sieglosen Spielen wieder über einen Dreier freuen. Leverkusen widerlegte Gerüchte einer Auswärtsphobie.

"Du denkst, es ist die 88. Minute, und in Wirklichkeit sind erst 65 Minuten rum", beschrieb Miroslav Klose seinen Eindruck aus der Mitte der zweiten Halbzeit gegen des Spiels Werder gegen Borussia Dortmund. Sein Blick auf die Anzeige bestätigte dem Bremer Stürmer aber auch die 2:0-Führung der Grün-Weißen, die bis zum Abpfiff hielt. Die durch die Dreifach-Belastung Liga/DFB-Pokal/CL-League geschlauchten Bremer konnten nach vier sieglosen Bundesligaspielen wieder einen Drei-Punkte-Erfolg feiern und ein weiteres Abrutschen in der Tabelle verhindern. Dortmund blieb auf Rang 13. Bayer Leverkusen machte im achten Anlauf erstmals in dieser Saison einen Haken in der Rubrik "Auswärtssieg". "Endlich haben wir die ersten drei Auswärtspunkte geholt, nachdem uns schon eingeredet wurde, wir hätten eine Auswärtsphobie", kommentierte Klaus Augenthaler den 2:0-Sieg bei Hansa Rostock. Der FC Schalke setzte sich äußerst mühevoll mit 2:1 gegen Arminia Bielefeld durch und verdrängte damit den VfL Wolfsburg vom zweiten Tabellenplatz. S04-Keeper Frank Rost trug wesentlich zum Heimsieg bei, als er einen von Detlev Dammeier recht scharf und platziert geschossenen Elfer parierte. Wolfsburg scheiterte in erster Hinsicht am Berliner Spielmacher Marcelinho, dem sein erster Bundesliga-Dreierpack gelang. Spitzenreiter Bayern München glänzte gegen Mainz 05 mit Spielfreude und gutem Kombinationsspiel, ließ lediglich zu viele der herausgespielten Torchancen aus. Das 2:4 schmeichelte den Gästen, die auf Platz elf zurückfielen. Hiobsbotschaft für die Bayern: Der erneut überzeugende Mehmet Scholl zog sich einen Jochbeinbruch zu.
Erst zum dritten Mal in dieser Saison konnte der in der vorigen Spielzeit noch so überzeugende VfL Bochum beim Abpfiff einen Sieg bejubeln. Das 3:1 gegen Nürnberg war der Treffsicherheit von Vratislav Lokvenc zuzuschreiben, der bislang einen schweren Stand in der Bochumer Fangemeinde hatte. Sein Doppelpack gab dem VfL die nötige Sicherheit gegen die spielerisch besser disponierten Clubberer. Spiel gewonnen - aber den Torhüter verloren: Beim 1. FC Kaiserslautern kam nach dem 3:0-Sieg gegen Freiburg keine ungeteilte Freude auf. Keeper Tim Wiese zog sich bei einer Abwehraktion ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu, was mit einer Zwangspause von mindestens fünf Monaten verbunden werden muss. Die Lauterer verbesserten sich auf Rang 14, vor Mönchengladbach (2:3 gegen den HSV), Bochum und den schon etwas distanzierten Klubs aus Freiburg (zehn Zähler) und Rostock (neun). Während Freiburg auf dem Betzenberg erst in der Schlussphase abbaute und Trainer Volker Finke seiner Elf die spielerische Klasse für die erste Liga bescheinigte, sah Hansa-Coach Jörg Berger sein Team "… im Vergleich zur letzten Woche ohne Mut und Selbstvertrauen. In unserer Lage muss man ganz anders auftreten", forderte er.

Bundesliga
- 15. Spieltag

Samstag, 27.11.2004
Zuschauer: 30700 · Schiedsrichter: Jürgen Jansen
1:014'
2:035'
3:184'
4:188'
4:290'
Olympiastadion (München) · Zuschauer: 49000 · Schiedsrichter: Peter Gagelmann
1:021'
3:050'
3:165'
Vonovia Ruhrstadion (Bochum) · Zuschauer: 20400 · Schiedsrichter: Stefan Trautmann
0:141'
1:246'
1:382'
Borussia-Park (Mönchengladbach) · Zuschauer: 52200 · Schiedsrichter: Dr. Felix Brych ( München )
2:268'
Zuschauer: 23900 · Schiedsrichter: Lutz Wagner
0:136'
Zuschauer: 15800 · Schiedsrichter: Hermann Albrecht
1:032'
2:057'
Zuschauer: 40700 · Schiedsrichter: Lutz Michael Fröhlich
Sonntag, 28.11.2004
0:120'
2:138'
VELTINS-Arena (Gelsenkirchen) · Zuschauer: 61500 · Schiedsrichter: Manuel Gräfe ( Berlin )

Durch ihn wurde aus einer grauen eine weiße Maus.

— KSC-Präsident Roland Schmider über Trainer ,,Wild Winnie" Schäfer.