Bundesliga

Spielbericht & Statistiken

Schüco-Arena (Bielefeld) · Zuschauer: 26.600 · Schiedsrichter: Florian Meyer

» Rückspiel: Bayern - Bielefeld 2:0

Pizza-Service lieferte in letzter Sekunde

Sein später Doppelpack war spielentscheidend: Claudio Pizarro
Zwei Treffer von Claudio Pizarro in der Schlussphase bescherten dem Rekordmeister einen schmeichelhaften Erfolg in Bielefeld. In einer mäßigen Partie hatten sich die Arminen mit viel Disziplin bis kurz vor dem Ende leichte Vorteile erarbeitet.

Erwartungsvoll fanden sich gut 26.000 Zuschauer zum Spiel des Jahres in der Schüco-Arena ein. Doch bei kühlen Temperaturen boten beide Teams in der ersten Halbzeit nur wenig Erwärmendes. Die Bayern gaben gegen defensiv eingestellte Arminen zunächst den Ton an, ohne jedoch den Kasten von Hain zwingend in Gefahr zu bringen. Halbchancen für Makaay und Pizarro waren das mäßige Resultat einer druckvollen Anfangsphase des Meisters, der sich nach einer knappen Viertelstunde dem zurückhaltenden Engagement des DSC anpasste. Es entwickelte sich eine enttäuschende Partie, die vornehmlich zwischen beiden Strafräumen stattfand. Im Mittelfeld der Münchner war das Fehlen von Ballack deutlich zu spüren. Weder Scholl noch Schweinsteiger vermochten dem Angriff die nötigen Impulse zu geben. Die Bielefelder hatten ihren einzigen Aufreger im ersten Durchgang nach einer halben Stunde zu verzeichnen, als Zuma ein herrliches Solo lediglich mit einer Schwalbe im Strafraum abschloss. Darüber hinaus fröstelten sich alle Beteiligten einem aufputschenden Heißgetränk entgegen.

Die Bayern vermochten ihre Lethargie auch nach dem Wechsel nicht abzuschütteln. Im Gegensatz zu den Ost-Westfalen, die jetzt etwas entschlossener auf einen Treffer drängten. Nach einer Stunde versetzte schließlich Zuma den uninspirierten Ismael auf der linken Seite und legte den Ball am herausstürzenden Kahn vorbei für seinen Sturmkollegen Boakye auf, der aus wenigen Metern nur noch einschieben musste (59.). Drei Minuten später scheiterte Zuma mit einem Distanzschuss an Kahn. Der Favorit taute auch nach dem Rückstand nur langsam auf. Fast hätte Sagnol nach Korzynietz-Flanke für die Vorentscheidung gesorgt. Der Franzose wollte den Ball zu seinem Keeper köpfen, verfehlte diesen aber deutlich und das eigene Tor nur knapp (74.). Glück für den Titelverteidiger, der erst spät mit der Einwechslung von Guerrero für Scholl den Schalter umlegte (78.). Der Peruaner setzte sich kurze Zeit später auf dem rechten Flügel gegen Borges durch, drang in den Strafraum ein und bediente seinen Landsmann Pizarro mit einem präzisen Zuspiel. Dieser war schneller als Korzynietz am Ball und vollstreckte eiskalt aus sechs Metern (82.). Nach dem überraschenden Ausgleich spielte nur noch die Magath-Elf. Hain verhinderte zunächst die Gäste-Führung mit einer Glanztat gegen einen Kopfstoß von Pizarro, der nach einer Ecke von Deisler unbedrängt hochsteigen durfte (86.). In der Nachspielzeit war der Kapitän der Arminia jedoch machtlos. Lucio hatte die Kugel verzweifelt in den Strafraum der Bielefelder befördert. Dort unterlief Westermann ein technischer Lapsus, der Guerrero die Chance zum Siegtreffer eröffnete. Hain verhinderte mit einer Fußabwehr den möglichen Einschlag, war jedoch gegen den nachsetzenden Pizarro chancenlos. So sicherte sich der Rekordmeister einen insgesamt glücklichen Dreier. Dies bestätigten nach dem Schlusspfiff auch alle Bayern-Akteure - bis auf Manager Hoeneß, der, wie schon so häufig, ein völlig anderes Spiel gesehen hatte.

Kai Endres
Spieltag

13. Spieltag

Samstag, 19.11.2005 K'lautern1:3 Nürnberg
Samstag, 19.11.2005 Bremen6:1 Wolfsburg
Samstag, 19.11.2005 Mainz2:2 Frankfurt
Samstag, 19.11.2005 Bielefeld1:2 Bayern
Samstag, 19.11.2005 Köln2:2 Schalke
Samstag, 19.11.2005 M'gladbach1:1 Leverkusen
Samstag, 19.11.2005 Dortmund2:0 Hertha BSC
Sonntag, 20.11.2005 Stuttgart2:2 Hannover
Sonntag, 20.11.2005 Hamburg2:0 Duisburg

„Mich nerven Trainingslager. Weil ich am liebsten bei meiner Frau bin. Doch inzwischen bin ich genauso oft mit Helmer auf der Bude - aber immer mit dem Hintern zur Wand.”

— Mehmet Scholl