Bundesliga

Spielbericht & Statistiken

Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße (München) · Zuschauer: 69.000 · Schiedsrichter: Knut Kircher

» Hinspiel: Nürnberg - Bayern 1:2

2:1
(1:1)

Meister im Februar

An beiden Toren entscheidend beteiligt: Roy Makaay
Die Bayern nutzten die Steilvorlage aus dem Norden und verschafften sich mit dem 2:1-Erfolg über Nürnberg schon kurz nach der Winterpause beruhigende zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten HSV. Dabei spielte der Titelverteidiger im Bayern-Derby wie schon so oft in dieser Saison weniger schön als effektiv.

Die Partie in der Münchener Allianz-Arena begann munter. Bayern holte sich im Gegensatz zur letzten Partie gegen Berlin Sagnol und Lizarazu zurück auf die defensiven Flügel. Nürnberg spielte mit Mnari, der vom Afrika-Cup zurückgekehrt war, und Cantaluppi für Müller und Schroth. Vor 69.000 Zuschauern kamen Ballack und Vittek auf beiden Seiten schon in den ersten Minuten zu guten Chancen, die sie aber, zumindest zu diesem Zeitpunkt, noch nicht zu nutzen wussten. Während die Franken die ersten 15 Minuten mit einem zwar schwungvollen, aber letztlich wenig durchschlagkräftigen Spiel prägten, hatten die Bayern erst in der 19. Minute die nächste gute Möglichkeit. Ballacks Kopfball nach Schweinsteiger-Flanke war allerdings nicht präzise genug. Wenige Minuten später wurden die verstärkten Angriffsbemühungen der Münchner jedoch belohnt. Pizarro schickte den wieder erstarkten Makaay mit schönem Zuspiel auf die Reise, Nürnbergs Keeper Schäfer war für den Niederländer dann kein Hindernis mehr (27.). Nürnberg aber wollte nach der enttäuschenden Vorstellung gegen Frankfurt Mitte der Woche Wiedergutmachung und spielte weiter nach vorne. So kam Vittek dazu, die vergebene Chance aus den Anfangsminuten vergessen zu machen, als er Kahn mit einem fulminanten Schuss aus 20 Metern überraschte und zum völlig verdienten Ausgleich einnetzte (35.). Kurz vor der Pause musste dann sogar Zé Roberto für den schon geschlagenen Kahn einspringen und entschärfte auf der Linie einen Schuss von Kießling.

In der Pause schien Felix Magath seiner Truppe einige deftige Worte gesagt zu haben. Zudem ließ er Lizarazu in der Kabine und brachte Nationalspieler Lahm für den Franzosen. Allerdings wurde das Spiel der Bayern nicht großartiger, weil es im Spielaufbau und in der Ordnung doch gehörig haperte. Doch der Meister spielte wie schon so oft in dieser Saison nach dem Motto "Effektivität vor Glanz" und nutzte die erste große Chance der zweiten Hälfte zum Führungstreffer. Sagnol und Makaay leiteten den Spielzug ein, den Ballack nach Hereingabe des Holländers in die Mitte zum 2:1 nutzte (55.). Nürnberg schien die Nüchternheit der Münchner durchaus zu beeindrucken, doch spätestens der Pfostentreffer von Reinhardt (63.), der aus 16 Metern am Leichtmetall scheiterte, weckte die Franken auf. Gegen in Beamtenmanier verwaltende Bayern allerdings kam die Meyer-Elf nicht mehr zum Ausgleich. Saenko scheiterte in der 83. Minute nach einem Konter an den guten Reflexen von Oliver Kahn. Mit dieser Leistung bewahrten die Bayern im Gegensatz zum Lokalrivalen TSV 1860 den Nimbus ihrer neuen Spielstätte und steuerten, auch den Fehlern der Verfolger geschuldet, locker der Titelverteidigung entgegen. Nürnberg blieb, trotz zwischenzeitlicher Erholung nach der Winterpause, auf Platz sechzehn stecken und nahm gerade einmal einen Punkt Vorsprung gegenüber Duisburg und Kaiserslautern auf die Reise zum richtungsweisenden Auswärtsspiel in Wolfsburg mit.

Jan-Christoph Poppe
Spieltag

21. Spieltag

Samstag, 11.02.2006 Schalke7:4 Leverkusen
Samstag, 11.02.2006 Duisburg1:1 M'gladbach
Samstag, 11.02.2006 Wolfsburg1:1 Hertha BSC
Samstag, 11.02.2006 Bremen0:2 K'lautern
Samstag, 11.02.2006 Bielefeld2:1 Stuttgart
Samstag, 11.02.2006 Hamburg1:0 Mainz
Samstag, 11.02.2006 Frankfurt0:1 Hannover
Sonntag, 12.02.2006 Köln0:0 Dortmund
Sonntag, 12.02.2006 Bayern2:1 Nürnberg

„Jemand sollte Jan Furtok mal die polnische Übersetzung der Memoiren Casanovas schenken - da steht nämlich drin, wie man seine Chancen nutzt!”

— Joachim Böttcher