Bundesliga

Lautern raus aus dem Keller

Hat das Zielwasser entdeckt: Der in den letzten Spielen treffsichere Klemen Lavric
Heimniederlagen von Köln und Mainz erhöhten für beide Klubs den Druck im Kampf um den Klassenerhalt, derweil Kaiserslautern durchschnaufen konnte. Werder und der HSV übten sich Mal wieder im Platztausch auf der Vizemeister-Position, derweil die Münchener ein gutes Spiel torreich gestalteten.

Ein schwarzer Tag für den 1. FC Köln. Die 0:3-Heimniederlage im Derby gegen Leverkusen verhagelte die Karnevalsstimmung und, schlimmer noch, ließ den Abstand zur Konkurrenz anwachsen. "Das war das schlechteste Spiel, seit ich hier Trainer bin", räumte der mitgenommene FC-Trainer Hanspeter Latour ein. Die Kölner Kopfschmerzen konnte man in der Main-Metropole Mainz sehr gut nachvollziehen. Auch die 05er verloren ihr Heimspiel gegen den Lokalrivalen (0:2 gegen Kaiserslautern) und rutschten auf einen Abstiegsrang. Die Lauterer und der MSV Duisburg (2:1 gegen Hertha) konnten sich als Gewinner unter den Kellerklubs feiern lassen. Bitter allerdings für FCK-Keeper Jürgen Macho, dass er sich bei einer Rettungsaktion gegen Thurk einen Ellenbruch im linken Arm zuzog. Gehalten hatte dagegen die gute Serie der Pfälzer: Nach fünf Spielen ohne Niederlage und zuletzt drei Siegen in Folge konnten die Roten der Teufel sich nach zwölf Spieltagen von den Abstiegsrängen lösen. Bielefeld manifestierte seinen Platz im Mittelfeld durch einen knappen 1:0-Erfolg über den BVB. "Dortmund hat gut gespielt, wir nicht", übte Arminen-Coach Thomas von Heesen Kritik an seiner Truppe, musste allerdings selber einen Rüffel in Form eines Innenraumverweises einstecken, da er einen Unparteiischen zur Seite schubste.

Von Platz zwei geschubst wurde der Hamburger SV, der sich eine laue Heimvorstellung gegen den VfB Stuttgart leistete und dafür zurecht bestraft wurde. "Bei uns war zu wenig Bewegung, wir hatten zu wenig Torraumszenen und waren zu unkonzentriert", listete Thomas Doll die Defizite auf. Letzteres wurde in der Nachspielzeit deutlich, als Raphael van der Vaart einen an Schlussmann Wächter adressierten Rückpass spielte, der HSV-Keeper sich jedoch in den VfB-Strafraum auf Torjagd begeben hatte. Gomez nutzte den Fauxpas zum 2:0-Endstand für die Schwaben. Bremens K & K-Sturm war für Gladbachs K.o. im Weserstadion zuständig: Die Treffer von Klasnic (11 Saisontreffer) und Klose (17) führten Werder wieder zurück auf den zweiten Tabellenlatz, neun Zähler hinter den Bayern. Die Münchener dominierten Eintracht Frankfurt klar und hatten beim 5:2 mit Ballack und Guerrero zwei zweifache Torschützen in ihren Reihen. Schalkes derber Einsatz vor dem ersten Treffer (Kuranyi) führte die Knappen auf die Siegerstraße gegen den Club (Endstand 2:0). Bis auf zwei Punkte rückten die Slomka-Mannen an den HSV heran. Hertha BSC litt weiterhin an Schwindsucht. Nicht nur, dass die Berliner seit zwölf Pflichtspielen keinen Sieg mehr errangen, erneut kamen sie nicht in voller Mannschaftsstärke über die 90 Minuten. Und zum wiederholten Mal traf es Madlung, der innerhalb von nur 22 Tagen (Gelb-Rot in Frankfurt und gegen Bukarest im UEFA-Cup) vorzeitig raus musste. In Duisburg sah er bereits nach 18 Minuten den Roten Karton. "Wir haben im Moment komplett die Seuche", konstatierte Trainer Falko Götz. Die wechselhaften Leistungen der Konkurrenten sorgten allerdings dafür, dass die Berliner immer noch in der Nähe der UEFA-Cup-Ränge verblieb.

André Schulin
Begegnungen
  0:3(0:0)  
  2:0(2:0)  
  1:0(1:0)  
  0:2(0:2)  
  2:0(0:0)  
  5:2(3:1)  
  2:1(1:1)  
  2:1(1:0)  
  0:2(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
177
Tore gesamt
861
Tore pro Spiel
2,81
  •  1,61 Heim
  •  1,21 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

79 %
Über 2,5

50 %
Über 3,5

27 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

25
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
361.500

Durchschnitt
40.167
Tore pro Spieltag in der Saison 2005/2006

Wir streben nicht an, in Zukunft immer mit 0:1 hinten zu liegen.

— Ralf Rangnick