Bundesliga

Ein Hauch von Spannung

Einmal abgestaubt, einmal vorgelegt und mit dem FC nicht mehr Schlusslicht: Matthias Scherz
Der HSV nahm Werders Steilpass auf und rückte Tabellenführer Bayern München, nach dessen Niederlage in Bremen, so nahe wie lange nicht mehr. Köln zog an Duisburg vorbei, da die Zebras einen möglichen Sieg gegen Schalke verpassten.

„Ich bin schwer enttäuscht, ich hätte es nicht für möglich gehalten, nochmals zu verlieren“, kommentierte Scherzkeks Hans Meyer die erste Nürnberger Niederlage nach fünf Spielen (0:1 durch Tomasson). Das Unvermeidliche hätte den Club allerdings nicht unbedingt in Stuttgart ereilen müssen, wo den auf Ballhöhe mit den Schwaben spielenden Franken ein reguläres Tor aberkannt wurde. In Köln konnte man es nach zehn sieglosen Heimpartien kaum noch für möglich halten, dass die Geißböcke auf eigenem Geläuf noch irgendeinen Gegner auf die Hörner nehmen würden. Gegen die Wölfe aber klappte es, wenngleich die Stellungnahme von FC-Coach Hanspeter Latour („Vom Engagement her war das eine ansprechende Leistung“) schon andeutete, dass der 3:0-Sieg fußballerische Schwächen kaschierte. Aber nach acht Spieltagen als Ligaletzter konnten die Kölner die punktgleichen Duisburger hinter sich lassen. Der MSV brachte sich durch Unkonzentriertheiten im Abschluss und - erneut - einem Patzer in der Schlussphase selbst um den Sieg gegen einen FC Schalke, der dem Anspruch, um die CL-Plätze mitzuspielen, nicht gerecht wurde. „Die Mannschaft und ich haben uns aber noch nicht aufgegeben“, versicherte MSV-Interimstrainer Heiko Scholz. Der Sechs-Punkte-Rückstand zum rettenden Ufer blieb für die Zebras unverändert gleich. Eine Woche nach der 1:5-Demontage in Leverkusen präsentierten sich die abstiegsgefährdeten Lauterer auch im eigenen Stadion desolat, so dass die Gäste aus Berlin wenig Mühe hatten, einen 2:0-Auswärtserfolg zu landen. Den größten Stress bereiteten die Herthaner sich intern, als der keineswegs überragende Marcelinho während seiner Auswechslung permanent motzend vom Platz schlich.

Hertha verteidigte seinen fünften Platz vor Leverkusen, das nach dem verdienten 2:1-Auswärtserfolg in Dortmund den UEFA-Cup-Kurs hielt. Im Kampf um die CL-Plätze war Schalkes Remis in Duisburg zu dürftig, um mit Bremen oder dem Hamburger SV Schritt halten zu können. Die Doll-Kicker fuhren den erwarteten Erfolg gegen die auswärtsschwachen Gladbacher ein (2:0), was zur Verteidigung von Platz zwei reichte. Da aber die Bremer den Spitzenreiter FC Bayern mit 3:0 geschlagen hatten, kam sogar die Tabellenspitze in Reichweite: Den Münchenern blieben „nur“ vier Zähler Vorsprung - so gering war der Abstand zuletzt am 16. Spieltag. Die Klinsmann-Entscheidung, Jens Lehmann vor Oliver Kahn als DFB-Keeper Nr. 1 zu setzen, rückte den Bayern-Keeper zwangsläufig in den Fokus des Spitzenspiels im Weserstadion. An Kahns Leistung lag die Niederlage nicht, eher in der schlechten Chancenverwertung der Bayern. „Das 3:0 spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wider“, konnte FCB-Trainer Felix Magath zurecht festhalten - die Punkte aber krallten sich die Bremer, die die Drangperiode der Gäste glücklich überstanden, mit ihren sehenswerten Kontern das Spiel entschieden und dem Titelrennen wieder einen Hauch von Spannung einimpften.

André Schulin
Begegnungen
  1:2(1:1)  
  0:2(0:2)  
  3:0(0:0)  
  1:0(0:0)  
  3:0(1:0)  
  1:0(0:0)  
  0:0(0:0)  
  2:0(1:0)  
  1:1(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
177
Tore gesamt
861
Tore pro Spiel
2,81
  •  1,61 Heim
  •  1,21 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

79 %
Über 2,5

50 %
Über 3,5

27 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

17
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
361.500

Durchschnitt
40.167
Tore pro Spieltag in der Saison 2005/2006

News zum Spieltag

Alle reden vom Goldenen Plan Ost. Wir Bayern aber tun etwas. Wir geben drei Punkte nach Rostock und drei nach Cottbus und belassen es nicht beim Daumendrücken.

— Franz Beckenbauer