Bundesliga

Abstieg zweier Aufsteiger perfekt

Umstritten wegen eines Fehlgriffs, unumstritten in seiner Leistung: Johan Micoud
Der 32. Spieltag hatte es in sich. 40 Mal schlug es in den Boxen der gepeinigten Keeper ein; für Duisburg und Köln besiegelten einige dieser Treffer den Abstieg. Während in der Abstiegsfrage zwei Entscheidungen fielen, blieben Meisterschaft und die Teilnahme an den internationalen Wettbewerben zumindest rechnerisch noch offen.

Dem MSV, der gegen Bremen fünf Buden kassierte, hätte nach Lage der Dinge selbst ein Sieg gegen die Grün-Weißen im Abstiegskampf nichts mehr genutzt. Anders die Kölner, die trotz der Niederlage gegen den Hamburger SV - für ihren Einsatz wurden die Spieler vom Publikum mit Applaus verabschiedet - nicht chancenlos gewesen wären. Aber dass Mainz in Wolfsburg gewann und Kaiserslautern in Frankfurt einen Punkt holte, machte es für die Domstädter unmöglich, noch den rettenden 15. Platz zu erreichen. Dieses Ziel behielten indes die Lauterer im Auge. Ihr couragierter Auftritt in Frankfurt, erkämpft in einem spannungsgeladenen Spiel, machte Trainer Wolfgang Wolf Hoffnung: "Der Punkt kann Gold wert sein. Vielleicht kriegen wir ja unser persönliches Endspiel in Wolfsburg". Das wäre genau das, was VfL-Coach Klaus Augenthaler überhaupt nicht schmeckte: "Jetzt kommt es möglicherweise am letzten Spieltag zu dem Endspiel gegen Kaiserslautern, das wir eigentlich vermeiden wollten." Die unverhältnismäßig hoch ausgefallene 0:3-Heimpleite gegen Mainz führte die Wölfe auf lediglich zwei Zähler Distanz zu den auf Rang 16 platzierten Lauterer heran. Hannover 96 verpasste die endgültige Sicherung des Klassenerhalts in einem denkwürdigen Spiel gegen den BVB, das trotz bester Möglichkeiten verloren ging. 96-Trainer Peter Neururer: "Für eine sachliche Analyse fehlen mir die Worte." Dortmund-Coach Bert van Marwijk beschönigte nichts: "So ein Spiel habe ich in meinen zwei Jahren in Dortmund noch nicht erlebt. Der Sieg war absolut unverdient."

Das war vom FC Bayern nicht zu behaupten, der den VfB Stuttgart klar mit 3:1 in die Schranken wies. Die vorzeitige Meisterfeier musste jedoch aufgrund des glücklichen HSV-1:0-Auswärtserfolges in Köln ausfallen. Hamburgs zweiter Platz war aber auch noch nicht gesichert, da Bremen in einem verrückten Spiel beim MSV Duisburg mit 5:3 die Oberhand behielt. Schalke fuhr mühevoll die Punkte gegen Bielefeld ein (3:1), die definitiv Platz vier sicherten. Ein möglicherweise bitter nötiger Sieg, denn in der Rückrunde aus der Tiefe des Mittelmaßes kommend, schnappte sich Leverkusen den sechsten Sieg in Folge. Und das ausgerechnet in Berlin, wo man sich die Möglichkeit ausgerechnet hatte, den aufstrebenden Konkurrenten um Platz fünf abzufangen. "Das war heute Fußball paradox", meinte ein ernüchterter Hertha-Trainer Falko Götz, der die 1:5-Heimniederlage kaum erklären konnte. Aber Leverkusen nutzte seine Chancen, die spielerisch ansprechende Hertha jedoch nicht. Der Club nutzte das Heimspiel gegen Mönchengladbach (5:2), um hinter dem Thema Klassenerhalt einen Haken zu machen.

André Schulin
Begegnungen
  1:5(1:3)  
  5:2(1:2)  
  1:2(1:0)  
  0:1(0:1)  
  2:2(0:1)  
  3:5(2:3)  
  3:1(2:1)  
  0:3(0:1)  
  3:1(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
177
Tore gesamt
861
Tore pro Spiel
2,81
  •  1,61 Heim
  •  1,21 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

79 %
Über 2,5

50 %
Über 3,5

27 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

40
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
411.300

Durchschnitt
45.700
Tore pro Spieltag in der Saison 2005/2006

News zum Spieltag

Wenn schon vier Leute so viele Fehler machen, ist es vielleicht richtig, dass man auf eine Dreierkette umstellen sollte.

— Ralf Rangnick