Bundesliga

Gierige Gäste

Stand goldrichtig, um nach Stajners Vorarbeit einen historischen Erfolg Hannovers zu vollenden: Szabolcs Huszti
Außer dem VfB Stuttgart konnte kein gastgebender Verein das Heimrecht siegreich nutzen; sechs Mal griffen sich die Besucher den gesamten Kuchen ab. Bayerns Pleite gegen Hannover 96 verblüffte am meisten. Hertha-Verteidiger Simunic ließ sich von einem Linienrichter aufs Glatteis führen.

„Es war ein glücklicher Sieg, aber auch solche Spiele muss man gewinnen“ - VfB-Coach Armin Veh lag mit seiner Einschätzung des 2:0-Erfolges gegen den Hamburger SV richtig. Einmal mehr führte Mario Gomez (sieben Saisontreffer) die Schwaben, die ihren zweiten Platz festigten, mit seiner kaltschnäuzigen Chancenverwertung in die Erfolgsspur. Tabellenführer Werder Bremen verbuchte beim Gastspiel in Nürnberg ebenfalls einen Erfolg, der in der Schublade „Arbeitssiege“ abgelegt sein sollte. „Unser Spiel war sehr unruhig“, fand Thomas Schaaf. Die beiden erstklassig gezirkelten, vom Innenpfosten ins Tor prallenden Distanztreffer seiner Mittelfeldspieler Frings und Diego steigerten gewiss noch die innere Ruhe ihres ohnehin schwer zu erschütternden Übungsleiters. Banovics Elfmetertreffer zum 1:2 (90.) kam zu spät, um dem Club noch ernsthafte Chancen auf den Ausgleich zu ermöglichen. Der FC Bayern indes hätte noch genügend Zeit gehabt, um die erste Bundesligaheimpleite gegen Hannover 96 abzuwenden. Stajner hatte Demichelis den Ball abgeluchst und maßgerecht für Huszti aufgelegt, der die Pille aus kurzer Distanz einfach reindrosch (43.). Magaths Eingeständnis, nach der Pause „keine klaren Torchancen“ erarbeitet zu haben, benannte ein nicht unwesentliches Problem seiner enttäuschenden Truppe. Schalke und Hertha schoben sich an den Bayern vorbei. Die Knappen mussten nicht an ihre Grenzen gehen, um in Mönchengladbach zu gewinnen (Heynckes: „Es ist deprimierend, so zu verlieren, wie wir es heute getan haben“), derweil die Berliner nach einem abwechslungsreichen Kampfspiel zu einem 2:2-Remis bei Arminia Bielefeld kamen. Hertha-Verteidiger Josip Simunic war der Pechvogel des Spiels. Bei einem Konter der Arminen linste er zur Seitenlinie, sah, dass der Linienrichter eine Abseitsstellung anzeigte, ließ daraufhin seine Abwehrarbeit ruhen und Zuma samt Ball sausen. Schiri Kempter hatte jedoch erkannt, dass sein Helfer sich geirrt hatte und bedeutete auf weiterspielen. Ehe Simunic darauf reagieren konnte, hatte der Südafrikaner längst zum 1:0 getroffen.

Ein einziger Treffer der Frankfurter (28., Takahara) genügte, um Energie Cottbus im Stadion der Freundschaft zu bezwingen. Petrik Sander nahm die gerechtfertigte Niederlage zum Anlass, um bei den Lausitzern nach der jüngsten Erfolgsserie etwas mehr Bodenhaftung einzufordern: „Irgendwelche Blickrichtungen in obere Sphären haben sich damit hoffentlich erledigt.“ Das gilt auf jeden Fall für den VfL Bochum, der beim 1:3 gegen Bayer Leverkusen einen hilflosen Eindruck hinterließ. „Wir hatten uns das anders vorgenommen“, meinte Trainer Marcel Koller. Alemannia Aachen war mit der torlosen Punkteteilung beim BVB zufrieden und Trainer Michael Frontzeck nahm sich vor, den in Dortmund außen vor gelassenen Stürmer Jan Schlaudraff, nach positiv verlaufender Aussprache, künftig wieder zu berücksichtigen. Mit dem 2:1-Sieg in Mainz arbeitete sich der VfL Wolfsburg erstmals in dieser Saison auf einen einstelligen Rang (8.) vor. Die kurze Bilanz von Klaus Augenthaler: „Wir haben nicht viele Chancen zugelassen und unsere eigenen Gelegenheiten gut genutzt.“ Letzteres ging den 05ern ab.

André Schulin
Begegnungen
  0:0(0:0)  
  1:2(0:1)  
  2:0(0:0)  
  1:2(1:1)  
  0:1(0:1)  
  0:2(0:2)  
  2:2(1:1)  
  1:3(0:2)  
  0:1(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

20
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
335.900

Durchschnitt
37.322
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Ich hatte noch nie schon mit Anpfiff so viel Übergewicht im Mittelfeld.

— Jürgen Klopp als Trainer der BVB-Allstars beim Abschiedsspiel von Roman Weidenfeller